Montag, Februar 28, 2011

For I am a Rain Dog too


Ich habe gerade meinen Blog gelesen, von hinten bis vorne, alles. Es ist wirklich viel passiert in den letzten Jahren. Einige meiner Texte tun mir heute mehr weh als damals und andere, die damal sehr schmerzhaft waren, lassen mich jetzt kalt. Meine Gedichte finde ich immernoch gut. Nicht sehr geschickt mit den Silben jongliert aber nett und auf den Punkt. Es ist ein Augenöffner gewesen den Blog nochmal zu lesen, alles wiederholt sich. Und ich habe nun die Chance aus dem Erlebten eine Lehre zu ziehen. Ich führer einen Kampf mit mir selbst. In der einen Ecke meine positiven Erkenntnisse der letzten Jahre,in der anderen Ecke mein pessimistisches, selbstbemitleidendes Stück von Schweinehund.
Es gibt einen Teil von mir der nur einmal im Monat ans Licht kommt und nur eine Nacht die Kontrolle übernimmt. Dieser Teil wird Moses genannt. Moses ist nicht auf den Mund gefallen, ist frech und charmant und kennt keinerlei Scheu im Umgang mit den Ladies. Moses tanzt und hat keinerlei Schüchternheit oder Zweifel an sich selbst. Er ist gut angezogen, rasiert und kugelsicher.
Ich bin das nicht. Er ist ein Teil von mir der nur in den Nächten des Boheme Sauvage hervorkommt. Und nach diesen Nächten, oder schon während dieser Nächte fühle ich mich grossartig, ich fühle mich frei und nichts kann mich stoppen. Nun würde ich gerne diesen Teil von mir mehr in meine alltägliches Leben ziehen, doch es will mir nicht gelingen. Ich bin ein sozialer Werwolf der nur einmal im Monat, im Schein der Lichter der 20er Jahre sein wahres Gesicht zeigt. Ich würde gerne mit ihm tauschen.

Dienstag, Februar 22, 2011

Hilfe, ich habe Arbeit!

Vielleicht sollte ich mich nicht beschweren, denn viele Leute würden sicherlich gerne mit mir tauschen. Zum Beispiel jene die keine Arbeit haben. Im letzten Juli habe ich bei den Kiezpiraten als Integrationserzieher angeheuert und habe mich nach und nach an die neue 30 Stundenwoche gewöhnt. Nur um dann auf 34 Stunden hochgestuft zu werden. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl nur noch zu arbeiten. Eine anstrengende, aber tiefbefriedigende Arbeit. Es ist genau das was ich wollte, ich wollte meine Grenzen ausloten und als Erzieher anerkannt werden. Und das nicht vom Senat sondern von meinen Kollegen. Ich wollte mehr sein als ein Angestellter der nur im Schwarm mitschwimmt. Und hier stehe ich nun. Ich bin Integrationserzieher in einem Kinderladen in Kreuzberg. Ich habe alle anfänglichen Hürden genommen und einige sogar mit Auszeichnung. Vor drei Wochen wurde ich dann stellvertretende Leitung des Ladens, da heisst erstmal mehr Arbeit für 25€ mehr im Monat. Ist aber ein wichtiger Schritt in Richtung Weltherschaft. Kurz, karrieremäßig geht es mir prächtig. Ich verdiene gutes Geld und habe meist nicht genügend Zeit es anständig auszugeben. Dank Amazon werde ich aber doch immer wieder pünktlich zum Monatsende alles los.
Naja, eigentlich könnte ich doch mal zufrieden sein. Aber leider kann ich nicht genug bekommen. Wäre doch schön wenn es nun auch zwischenmenschlich wieder funken könnte. Neulich war ich dermaßen rollig das ich meine Mitbewohnerin fast angesprungen hätte. Das ist aber auf der anderen Seite auch kein Wunder nach 10 Folgen True Blood hintereinander, die sind ja alle nur am poppen und dabei gut aussehen. Und ich bin ja nun nicht aus Stein. Ich muss was ändern und zwar bald. Wozu ist man denn nun erfolgreich und selbstsicher?!