Sonntag, Oktober 16, 2011

Occupy me.

Dota singt: "bapbadadapp" und ich schreib sinnierend vor mich hin. Eben habe ich Rumo zur Seite gelegt. Seit kurzem geniesse ich es zu schweigen. Ich habe das Gefühl die Arbeit frisst mehr als nur meinen Werktagswortschatz auf. Sie nimmt noch ein paar Happen vom Wochenende mit. Heute auf der Demo genoss ich es ein paar hundert Meter sehr schweigend unter so vielen Menschen zu sein. Die Stimme dieser Sängerin ist wie ein Streicheln über mein Haar, ich möchte aufseufzen.
Ich bin jetzt komissarische Leitung im Kinderladen. Unsere Leitung ist bis in den Januar hinein krank. Sie haben mich auf 38 Stunden hochgesetzt, ich weiss nicht ob ich das gut finde. Aber die Zeiten sind nicht leicht und da will ich die Umstände nicht schwerer machen durch eigene Befindlichkeiten. Eigene Befindlichkeiten machen das zwischenmenschliche Leben ja auch generell nicht einfacher, ganz im Gegenteil. Wenn man sich zu wichtig nimmt könnten einen die anderen ja für kompliziert halten. "Hauptsache weiter!" singt sie, wie passend.
Es würde mir mal wieder gut tun wenn sich jemand um mich bemüht, ist mittlerweile ein Weilchen zu lange her. Also liebes Schicksal sei doch so gut und kümmer dich darum, ich will auch brav danke sagen. Es würde meine all out performance sicherlich positiv beeinflussen, versprochen.
Am Mittwoch haben wir immer unseren Ausflugstag im Kinderladen, 15 Kinder, drei Erzieher. Ganz hinten der Krippenwagen, vorneweg zwei Erzieher mit dem Rest der Gruppe. Plötzlich fährt ein Fahrradfahrer auf dem Gehweg an uns vorbei und klingelt. Mein Kollege und ich greifen den Radfahrer sofort verbal an, dass er nichts auf dem Gehweg zu suchen hat. Der motzt zurück das im verkehrsberuhigtem Bereich alle auf dem Bürgersteig fahren dürfen. Mein Kollege fragt ihn ob er Spezialist für die Stvo sei und er antwortet trocken: "ja". Ich nenne ihn einen Schwindler und sage ihm das er unsere Kinder nicht wegzuklingeln hat, er sagt das er nicht geklingelt hätte. Ich werde nun sauer ob seiner Lüge und frage ihn was der Quatsch soll. Er behauptet weiterhin nicht geklingelt zu haben. Da höre ich meine degenerierte Kollegin von hinten rufen: "Ich habe geklingelt!" Und ja am Krippenwagen ist eine Klingel. Die fand sie wohl toll und hat sie ausprobiert just als der Fahrradfahrer vorbeizog. Hat ja auch einen gewissen Aufforderungscharakter so eine Klingel. Mein Kollege und ich waren kurz davor den Radfahrer vom fahrbaren Untersatz zu ziehen weil meine Kollegin gerne klingelt. Das war echt knapp. Ich brauch Urlaub, höre Dota und möchte einschlafen.

Donnerstag, Juni 09, 2011

O2? ARGHNARRJARRBARAAAH!

Heute habe ich einen Pixelfehler auf dem Display meines neuen Handies entdeckt. Keine grosse Sache, aber wenn man es erstmal gesehen hat, stört es. Ich dachte also darüber nach ob das reklamationswürdig ist und entschied, da das Handy erst einen Monat alt ist, das Gerät zu reklamieren.
Schon in dem Moment hätte ich auf meinen Magen hören sollen. Mit O2 ist nicht gut Kirschen essen.
Aber irgendwie wollte ich es wissen. Um mir unnötigen unnötigen (!) Ärger zu ersparen, versuchte ich im Vorfeld die Filiale in der Karl Marx Strasse zu erreichen. Wer lustig ist gibt bei Google mal 'O2 Shop Karl Marx Strasse Berlin' ein. Es gelang mir nicht die richtige Nummer herauszufinden.
Ich versuchte der Situation etwas Gutes abzugewinnen und stieg auf's Fahrrad. Im Gepäck hatte ich sämtliche Unterlagen und das kaputte Handy samt allen Teilen die man so wieder mit abgeben muss.
So kam ich wenigstens nochmal ein bißchen in Bewegung, kann ja nicht schaden. Ein wenig später erreichte ich den Shop und hatte das Glück, das ich auch gleich bedient wurde. Ich teilte dem O2 Sklaven mit, dass ich auf meinem brandneuen Handydisplay einen Pixelfehler entdeckt habe und das ich gerne reklamieren würde. Er grinst und fragt mich ob ich denn alle Unterlagen dabei hätte.
Ich lächle den Mann breit an und sage:" Aber natürlich, ich weiss doch wie das bei euch läuft!" Er guckt irritiert und wirft seinem Kollegen einen Seitenblick der Überforderung zu.
Der Kollege antwortet:" Ja, sie bekommen aber kein neues Gerät, ihr jetziges Gerät wird eingeschickt!"
Ich sage: " Das is'n Pixelfehler, ihr werdet wohl kaum das Display austauschen!?", das schon leicht gereizt.
"Anders geht es nicht,da können wir nichts machen!" antwortet wieder der andere.
"Wieso kann ich bei Mediamarkt, Saturn, Karstadt oder sonstwo ein Gerät reklamieren und bekomme nach kurzer Durchsicht des Krempels den Ersatz oder mein Geld zurück und bei euch muss ich erst wegschicken und ohne Handy rumlaufen?" meine Stimme schon etwas lauter.
"Nein, Nein, sie bekommen ja ein Ersatzhandy!"
Ich bin erleichtert als ich das höre, sollte sich diese Situation mal zu Gunsten des zahlenden Kunden entwickeln?
"Aber nicht ihr Model sondern ein Nokia XY!"
Ich denke ich höre nicht richtig.
"Ein Nokia XY? Da könnt ihr mir auch zwei Joghurtbecher mit 'ner Schnur dazwischen geben!"
Ich bin sauer. Gott bin ich sauer.
"Dieser Service ist sowas von Scheisse, was soll denn diese Schikane?" will ich wissen.
Der eine antwortet: " Sogar ich als Mitarbeiter muss mein Iphone,das viel teurer ist als ihres,einschicken wenn's kaputt ist."
Ich grinse fies: "Allein der Fakt das du für so ein Scheissgerät soviel Kohle ausgibst macht klar, dass du keine Ahnung von deinem Job hast und dich also besser hier raus hälst!"
Er sieht mich schwer verwirrt an und bevor der Andere was sagen kann, sage ich: "Ihr müsst euch echt nicht wundern wenn euch jemand die Fensterscheiben einschmeisst bei der Scheisse die ihr hier abzieht!"
Ich stapfe aus dem Laden und beginne die Ladenfront ausgiebig zu fotografieren, die beiden beobachten mich von drinnen und wissen nicht so recht. Dann steige ich auf mein Rad und fahre weg.

Freitag, März 04, 2011

Prioritäten


Was bestimmt unsere Prioritäten? Was heisst das Wort eigentlich auf deutsch? Prior ist Latein und bedeutet der Vorrang, wenn man Wikipedia glauben schenken kann. Würde also heissen Priorität heisst Vorrangigkeit. In meinem Fall geht es um die Priorität von gewissen Bedürfnissen. Welches ist wichtiger und nimmt einen höheren Stellenwert in meiner Vorrangigkeitsliste ein und welches steht eher weiter unten auf dem Zettel? Meine Prioritäten sind also direkt zusammenhängend mit meinen körperlichen, mentalen und moralischen Bedürfnissen. Also eigentlich sind sie ein und das selbe in aufsteigender oder absteigender Dringlichkeit, je nach Situation. Die Aufforderung meine Prioritäten zu ändern entspricht also der Aufforderung meine Bedürfnisse neu zu bewerten. Ich soll also einfach so tun als wäre mir etwas nicht mehr so wichtig (zwischenmenschlicher Kontakt)und dafür einen anderen Inhalt an diese Stelle treten lassen (keine Ahnung was)?
Das ist in meinen Augen einfach nicht drin. Ich habe dieses Bedürfnis doch weil mir was fehlt. Ich soll so tun als ob es nicht so wäre? Und das soll mein Problem lösen? Das hört sich für mich wie eine sehr elaborierte Vogel Strauss Taktik an!
Kann mir das bitte jemand erklären?
Diese Frage führt mich zu nächsten Frage meinerseits. Ich bin der Meinung das man einen Ratschlg den man gibt durchaus konkretisieren sollte, wenn der Beratene sein Unverständnis äussert. Das ist für mich von höchster Priorität. Das ist für mich selbstverständlich. Ich möchte doch verstanden werden. Und der Beratene erfährt doch auch durch meinen Willen sich mit seiner Situation zu beschäftigen eine gewisse Bestätigung, die jenseits schnöder Platitüden liegt. Oft ist doch schon das Reden über eine Situation eine grosse Hilfe. Ich verstehe nicht wie jemand behaupten kann ein Ratschlag sei nur eine Beihilfe und bräuchte keine Konkretisierung. Schade Anonym, ich finde jeden Kommentarschreiber hier interessant und dein Rückzug wird eine riesige Lücke reissen, denn soviele Leute kommentieren hier nicht. Ich habe leider keinen abschliessenden Rat für dich.

Wach.

Ich fühle mich wie aus einem Traum geweckt. Es war kein schöner Traum, aber ich war sicher da drinnen. Jetzt bin ich geweckt worden. Ich hatte einige schöne Momente seit dem Erwachen doch mittlerweile beginnt auch der Wachzustand Alltagsabnutzungen zu zeigen. Mir ist langweilig. Ich arbeite 7 Stunden täglich und freue mich danach nicht auf den Feierabend. Früher habe ich mich gefreut nach Hause zu kommen und mich vor den Rechner zu pflanzen und zu spielen. Das gibt mir nichts mehr. Filme gucken ist auch nicht so prickelnd, kaum einer kann mich fesseln. Und für's Lesen fehlt mir die Konzentration. Manchmal setz ich mich nach der Arbeit ins Cafe um nicht nach Hause zu müssen. Zu Hause ist nicht mehr nur das sichere Refugium sondern leider auch ein Platz am Ende der Welt wo man keinen Kontakt zu Menschen hat. Zu Hause ist Einsamkeit. Die Zeit zieht sich. Ich bin verlockt mich wieder schlafen zu legen. Aber noch wehre ich mich gegen diesen Akt der Vergeblichkeit. Ich habe das Gefühl durchsichtig zu werden.
Ich geh schlafen, wach sein ist nichts für mich. Wofür auch?

Montag, Februar 28, 2011

For I am a Rain Dog too


Ich habe gerade meinen Blog gelesen, von hinten bis vorne, alles. Es ist wirklich viel passiert in den letzten Jahren. Einige meiner Texte tun mir heute mehr weh als damals und andere, die damal sehr schmerzhaft waren, lassen mich jetzt kalt. Meine Gedichte finde ich immernoch gut. Nicht sehr geschickt mit den Silben jongliert aber nett und auf den Punkt. Es ist ein Augenöffner gewesen den Blog nochmal zu lesen, alles wiederholt sich. Und ich habe nun die Chance aus dem Erlebten eine Lehre zu ziehen. Ich führer einen Kampf mit mir selbst. In der einen Ecke meine positiven Erkenntnisse der letzten Jahre,in der anderen Ecke mein pessimistisches, selbstbemitleidendes Stück von Schweinehund.
Es gibt einen Teil von mir der nur einmal im Monat ans Licht kommt und nur eine Nacht die Kontrolle übernimmt. Dieser Teil wird Moses genannt. Moses ist nicht auf den Mund gefallen, ist frech und charmant und kennt keinerlei Scheu im Umgang mit den Ladies. Moses tanzt und hat keinerlei Schüchternheit oder Zweifel an sich selbst. Er ist gut angezogen, rasiert und kugelsicher.
Ich bin das nicht. Er ist ein Teil von mir der nur in den Nächten des Boheme Sauvage hervorkommt. Und nach diesen Nächten, oder schon während dieser Nächte fühle ich mich grossartig, ich fühle mich frei und nichts kann mich stoppen. Nun würde ich gerne diesen Teil von mir mehr in meine alltägliches Leben ziehen, doch es will mir nicht gelingen. Ich bin ein sozialer Werwolf der nur einmal im Monat, im Schein der Lichter der 20er Jahre sein wahres Gesicht zeigt. Ich würde gerne mit ihm tauschen.

Dienstag, Februar 22, 2011

Hilfe, ich habe Arbeit!

Vielleicht sollte ich mich nicht beschweren, denn viele Leute würden sicherlich gerne mit mir tauschen. Zum Beispiel jene die keine Arbeit haben. Im letzten Juli habe ich bei den Kiezpiraten als Integrationserzieher angeheuert und habe mich nach und nach an die neue 30 Stundenwoche gewöhnt. Nur um dann auf 34 Stunden hochgestuft zu werden. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl nur noch zu arbeiten. Eine anstrengende, aber tiefbefriedigende Arbeit. Es ist genau das was ich wollte, ich wollte meine Grenzen ausloten und als Erzieher anerkannt werden. Und das nicht vom Senat sondern von meinen Kollegen. Ich wollte mehr sein als ein Angestellter der nur im Schwarm mitschwimmt. Und hier stehe ich nun. Ich bin Integrationserzieher in einem Kinderladen in Kreuzberg. Ich habe alle anfänglichen Hürden genommen und einige sogar mit Auszeichnung. Vor drei Wochen wurde ich dann stellvertretende Leitung des Ladens, da heisst erstmal mehr Arbeit für 25€ mehr im Monat. Ist aber ein wichtiger Schritt in Richtung Weltherschaft. Kurz, karrieremäßig geht es mir prächtig. Ich verdiene gutes Geld und habe meist nicht genügend Zeit es anständig auszugeben. Dank Amazon werde ich aber doch immer wieder pünktlich zum Monatsende alles los.
Naja, eigentlich könnte ich doch mal zufrieden sein. Aber leider kann ich nicht genug bekommen. Wäre doch schön wenn es nun auch zwischenmenschlich wieder funken könnte. Neulich war ich dermaßen rollig das ich meine Mitbewohnerin fast angesprungen hätte. Das ist aber auf der anderen Seite auch kein Wunder nach 10 Folgen True Blood hintereinander, die sind ja alle nur am poppen und dabei gut aussehen. Und ich bin ja nun nicht aus Stein. Ich muss was ändern und zwar bald. Wozu ist man denn nun erfolgreich und selbstsicher?!