Mittwoch, September 17, 2008

O2 mir das nicht an.

Ich bin stolzer Besitzer eines neuen Handys. Ich sah mich einige Wochen um und entschied mich dann für ein Produkt aus dem Hause Sony-Ericsson mit einem Flatratevertrag von O2. Wer mich näher kennt, weiß, dass ich mich nicht leichtfertig an solche langwierigen Dinge ranwage. Da wollen Tarife und Angebote verglichen werden und alles muss ganz genau abgewogen werden. Zwei Jahre sind schließlich keine kurze Zeit.
Im ersten Moment wehrte ich mich dagegen 25€ Anschlussgebühr zu bezahlen. Wofür sollen die sein? Ich sehe nicht ein, wieso ich einem Verein, dem ich Geld bezahlen soll für eine Dienstleistung, auch noch Geld dafür bezahle, daß ich es bezahle. Ich schob die Entscheidung vor mir her und wie durch einen Zufall erzählte ich Koko von diesem Umstand. Dieser bemerkte nur trocken, dass just dieser Tage eine Aktion bei O2 laufe, bei der man eine solche Grundgebühr nicht bezahlen müsse.
Ich machte schnell Nägel mit Köpfen und legte mir für knapp 14 € eben jenes neue Handy zu und war glücklich ein gutes Schnäppchen gemacht zu haben.
Doch der Teufel lauert im Detail, meine Damen und Herren. Denn schon bald, nachdem das Handy und der Vertrag via Deutsche Post bei mir eingegangen waren, stellte ich mir Fragen die mir die beiliegenden Broschüren nicht beantworten konnten. Auf einem Faltblatt fand ich dann verschiedene Hotlines, einige für umsonst, andere für unverschämte Minutenpreise a 62 cent. Wie sich der geneigte Leser vielleicht denken kann, war eben jene Hotline, die für mein Problem zuständig war, eine der kostspieligeren. Nicht gut sowas. Aber ich bin ja nicht blöd, denke ich mir und rufe einfach dummdreist die Hotline an, die umsonst ist. Und ebenso war auch mein Anruf: umsonst. Denn die Hotlinerin, am anderen Ende des Kabels, bemerkte nur äußerst höflich, dass sie nicht für mich zuständig sei und dass ich die andere, die Onlinehotline anzurufen hätte.
Was soll's, denke ich und rufe die teure Hotline an. Da es um Fragen zu meinem Vertrag geht ist es sicherlich besser die Hotline anzurufen, als in Kauf zu nehmen irgendwelche überzogenen Vertragskosten zu zahlen. Nach drei Mal Tuten geht ein Band ans Telefon und erzählt mir mit freundlicher Frauenstimme, dass ich bei O2 willkommen sei und das dieser Anruf ab dem Signalton 89 cent kosten würde, piep.

62 cent...

89 cent....

62 cent.....

89 cent......!?!

Zeit wird auf einmal sehr kostspielig und ich beisse fast in den Hörer, als das Dudeln der Warteschleife losgeht. Es dudelt nur kurz und dann ist, zum Glück, auch schon ein gelangweilt klingender O2 Mitarbeiter am Rohr. Ich erkläre mein Problem in einem Sprachtempo das Karl Lagerfeld vor Neid kurz verstummt wäre und lege dann sofort auf als ich weiß, dass es sich bei dem seltsamen Eintrag auf meiner Rechnung nur um eine einmalige Promoangelegenheit gehandelt hat.

Soweit so gut.

Es gibt eine Zeit im Monat, da wird die Kohle langsam knapp. Das ist die Zeit im Monat, in der es zu meinem morgendlichen Übungen gehört via Onlinebanking meinen Kontostand zu checken. Heute war ich plötzlich mit knapp 14 € im Minus. Moment mal, werden einige sagen, dieser Wert tauchte doch heute schon mal auf und grübelnd nach oben scrollen.
Und ganz richtig, heute holte sich O2 das Geld für mein Handy. So alleinstehend klingt das gar nicht außergewöhnlich, aber wenn ich mitteile, dass O2 bereits am 5.9. 33€ abgebucht hatte, sieht das etwas anders aus. Ich werde stutzig. Es passt mir nicht, dass die einfach was abbuchen, ohne mir per Mail Bescheid zu sagen. Außerdem passt mir das nicht, dass mein Konto im Minus ist. Sofort schwillt mein Hals an, als ich daran denke, dass ich nun gezwungen bin diese verfluchte Hotline wieder anzurufen.
Durch meinen Zorn wachgerüttelt habe ich nämlich meine alte Rechnung vom 5.9. noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Über diese Rechnung hatte mich O2 auch via Email informiert. Beim genauen Ansehen der Rechnung stelle ich fest, daß es dort einen Posten 'Anschlussgebühr' von knapp über zwanzig Euro gibt. Ich bin not amused und greife zum Telefon. Nach kurzem Warten erkläre ich einer desinteressierten O2 Frau eines meiner Probleme, in diesem Fall eben jenes, welches mit O2 und meiner Rechnung zu tun hat. Sie klingt ahnungs- und ratlos und vermittelt mich an die Rechnungsstelle. Ich lausche einem langen Moment dem Dudeln der Rechnungsstellenwarteschleife. Und wenn man an etwas Freude hat, dann vergeht die Zeit ja auch wie im Flug. Die Rechnungsstellenfrau teilt mir mit, dass ich falsch vermittelt worden sei und das ich noch einmal anrufen müsste. Ich knurre sie an, dass das ein teurer Spass sei und frage ob es keinen anderen Weg gebe, einen Rückruf zum Beispiel. Sie sagt einfach nur nein und dass es ihr Leid täte. Dann endet dieses Gespräch. Ich wähle sofort wieder die Hotlinenummer, denn ich bin ja langsam warm gelaufen. Ich werde wieder scheissend freundlich begrüsst. Diesmal frage ich die O2-Frau noch einmal ausdrücklich nach ihrem Namen und teile ihr dann mein Problem mit. Sie tut darauf das, womit ich am wenigstens rechnete, sie sagt und das ist mir jetzt mal wörtliche Rede wert:"Kein Problem Herr H., wir verrechnen den Betrag von 25€ mit der nächsten Rechnung!" Ich stammel nur ein Danke und lege auf. Erst in diesem Moment wird mir klar, dass ich mir eingepullert habe. Offensichtlich hat mich dieser Moment der unerwarteten Glückseligkeit dazu gebracht einfach mal völlig loszulassen.
Doch wie das so ist mit dem einpinkeln, am Anfang ist es schön warm und schon einen Moment später nur noch nass und kalt. Ich sah auf mein Handy, um zu sehen, wieviel Zeit ich tatsächlich an O2 verkauft hatte und ich kam auf knapp 15 Minuten. Von wegen die verrechnen den Betrag mit der nächsten Rechnung, allein durch mein Bedürfnis nach Klarheit haben die, mal eben nebenbei, mit etwas Inkompetenz und Verstrahltheit 15 € verdient.
Da drängelt sich mir doch der Gedanke auf, ob diese Leute nicht mit Absicht mal eben falsch verbinden oder falsche Posten auf der Rechnung auftauchen lassen. Denn jeder Versuch von Seiten des Kunden diese Fehler zu klären läßt O2 noch mehr Geld verdienen. Da lohnt es sich dann auch wieder unterqualifizierte und hirnamputierte Mitarbeiter einzustellen. Frei nach dem Motto:" Fünf Minuten blöd gestellt, ganzen Tag meine Ruhe und die Taschen voll Heu!" Und ich dachte immer sowas gäbe es nur bei der Bundeswehr.