Mittwoch, Dezember 19, 2007

Jahresrückblick 2007

Witzig so ein Projekt, ich kann mich kaum erinnern was gestern war.


Januar
Anfang des Jahres hatte ich viel Zeit zum Nachdenken denn ich war viel schwimmen. Neben den Erkenntnissen die ich in dieser Zeit über Mitschwimmer erlangt habe, festigte sich auch der Wunsch in mir ein noch besserer Hubi zu werden. Ich dachte darüber nach einigen Leuten mit denen ich mich überworfen hatte zu verzeihen. Rückblickend kann ich nun sagen das ich immerhin mit Juliane wieder rede und wir uns rege austauschen über die Dinge die unsere Welten bewegen. Der Rest der Personen die wegen einer Amnestie in Frage kamen haben leider den hohen Ansprüchen des Vorsitzenden Selbstgerechten nicht entsprochen, oder sind ihm im Laufe der Zeit einfach scheissegal geworden. Unzutreffendes bitte streichen.



Februar
In diesem Monat machte ich den verzweifelten Versuch mal etwas zu schreiben das länger als vier Seiten ist, wie ich jetzt weisst bin ich einstweilig an diesem Vorhaben gescheitert. Wenn die Zeit kommt werde ich die Geschichte von Compa zu Ende bringen.

Die Auseinadersetzung mit meiner Innenseite ging weiter. Ich zeigte mich kritisch an den Menschen um mich herum, ein Fortschritt, denn noch recht kurze Zeit vorher waren mir alle Menschen schlicht einfach egal.

Ausserdem hatte meine Mutter Geburtstag und war stinksauer weil der nicht so gefeiert wurde wie sie sich das vorgestellt hatte. Sie hatte erwartet das meine Schwester und ich bei ihr mit Kaffee und Kuchen einreiten und wir auf Sonnenschein machen. Eine völlig legitime Erwartung nach allem was bei mir in der Familie los war und man weiss das diese Frau in psychiatrischer Behandlung ist. Sie war wirklich sauer. Witzigerweise nicht auf mich sondern auf meine Schwester. Von dieser hatte sie nämlich erwartet das sie sich darum kümmert. Meine Schwester war an dem Tag bei ihr und brachte ihr ein Geschenk und Grüsse, ich habe mich erst am nächsten Tag gemeldet. Sie war nicht auf mich sauer sondern auf meine Schwester, sagte ich das schon? So ist das bei uns in der Familie. Man ist nicht auf den Grund sauer sondern auf den an den man die grössten Erwartungen hatte.


März
Wow, der März war gross. Ich kaufte mir ein Fahrrad und erfuhr die Welt neu. Was habe ich seitdem auf diesem Sattel geschwitzt und gelitten. Ein geiles Teil sage ich euch. Es ist schade das es jetzt am Jahresende so kalt ist das man nicht mehr gemütlich fahren kann. Ich habe aber munkeln hören das die Industrieländer massiv an diesem Umstand arbeiten, schon in ein paar Jahren soll es möglich sein auch im Winter in dünner Jacke unterwegs zu sein. Wer braucht schon Küstenstätte oder Eis auf den Polkappen wenn man ganzjährlich ein angenehmes Klima haben kann. Seitdem ich nicht mehr so fett bin kann ich auch viel besser mit der Hitze im Sommer um.

Gerne denke ich auch an den dicken Jungen den ich in diesem Monat beim Schwimmen traf. Nach wie vor bin ich davon überzeugt ihm einen Gefallen getan zu haben als ich ihm riet sein Gewicht zu reduzieren. Ich drücke ihm ganz feste die Daumen.

Auch im März entschieden wir, Alfe und ich, das wir versuchen wollen Valmint weiterleben zu lassen. Ich hatte Carol kennengelernt und als Sängerin schätzen gelernt. Wir trafen uns ein paar Mal und das ganze verlief dann wieder im Sand.


April
Im April raste die Zeit. Wohl fühlte ich mich nur auf der Arbeit. Obwohl ich privat ein Rollenspielprojekt zu Ende führte das ich in den Monaten davor geplant hatte. Der One-Nighter hiess 'Without any trace' und war verhalten erfolgreich. Die Spieler waren sehr höflich mit ihrer Kritik. Danke an alle die sich getraut haben.


Mai
Der Mai war fett warm, wenn ich mich recht entsinne. Die Pflanzen überschlugen sich damit ihr Erbgut an die Luft abzugeben und waren beim Radfahren echt ätzend. Die ersten Anzeichen der Eitelkeit machten sich bemerkbar. Mit jedem Kilo das ich verlor wurd eich eitler und unzufriedener mit meinem Körper. Ein Zustand den ich mittlerweile im Griff habe. Ich trinke mich wieder schön.

Und dann ist es geschehen, in diesem Monat habe ich meinen World of Warcraft Account gekündigt. Ich hatte die Schnauze voll und wollte nicht länger Zeit auf die sinnloseste aller möglichen Art und Weisen massiv verplempern. Wobei hier die Betonung auf massiv liegt, denn ich sitze ja hin und wieder immer noch ganz gerne vor dem Rechner und daddel ein wenig. Der Schritt von Wow weg war einer der richtig weh tat. So als würde man nach langer Zeit von einem Ort weggehen müssen den man lieb gewonnen hat. Rückblickend fehlt es mir nur ganz selten. Wobei ich in solchen Momenten immer an die nette Interaktion mit den anderen Spielern denke und nicht unbedingt an das Spiel. Das Spiel wurd nur Mittel zum Zweck.


Juni
Ich rede wieder mit Juliane. Habe das vorher einige Monate lang nicht gemacht. Rückblickend eine grosse Geste der menschlichen Wärme meinerseits ihr ein Pardon anzubieten. Ich bin schon toll.

Ehrlich gesagt bin ich froh wieder mit Jule Frühlingsrollen essen zu gehen. Schön zu wissen das es so verkorkste Typen wie mich nicht nur bei den Kerlen gibt.

Den Ringfinger der rechten Hand breche ich mir bei einem Fahrradunfall mit dem Herren des Affenhauses des Berliner Zoos. Angie und Pascha ziehen bei uns ein.


Juli
Ich hatte Urlaub und es war ein toller, heisser Monat. Ich habe mich tättowieren lassen. Bei der Recherche dazu bin ich das erste Mal von einer Frau zu einem Kaffee eingeladen worden, was fühlte ich mich grossartig. Rückblickend ist es nicht schade das es so blöd zu Ende ging. Man sollte nicht das erstbeste mitnehmen nur weil es einem angeboten wird, egal wie verhungert man ist. So wird man nicht glücklich. Man muss darauf hören was das Herz will. Nur dann kann es mit dem Glück klappen. Von diesem Monat an nehme ich mich das erste Mal seit Jahren als vollwertiges Mitglied der menschlichen Rasse war.

Auch im Juli war es als ich meine erste Gruppe zu Ende betreut hatte. Das tat weh und das nicht nur an dem einen professionellen Tag den ich mir zugestanden hatte. Meine neue Gruppe ist ebenso grossartig und etwas ganz neues. Ich bin froh das zu sein wo ich bin.


August
Ich reisse mir selbst das Pflaster Elisa ab. Bei einem Talk in unserer WG-Küche erzählt mir Koko etwas von der er dachte ich würde es wissen. Ich schreibe Elisa daraufhin eine Mail die ich schon in dem Moment bereue wo ich auf abschicken drücke. Sie antwortet unerwartet und es endet eine lange Zeit des Leidens für mich. Sie tritt zurück, sie reiht sich endlich in die Front derer ein die mir weh taten und denen ich nichts als mein Leid zu bieten hatte. Sie verschwindet aus meinem Bewusstsein und mein Kopf wird frei.

Der August war der Arschmonat. Irgendwie hatte ich es geschafft mir den Arsch aufzureissen. Und das nicht bildlich gesprochen sondern tatsächlich. Ich hatte höllische Schmerzen und mußte mich wochenlang krankschreiben lassen. Ich igelt mich und meinen Arsch zu Hause ein und hatte Panik vor jedem Gang zur Toilette. Das demütigendste waren aber wohl die Besuche beim Proktologen. Ich kann nun jede Frau verstehen die es hasst zum Frauenarzt zu gehen und meine lieben Herren, es gibt da nichts zu lachen.

Das zweite Mal in meinem Leben werde ich massiv von einer Frau angeflirtet und wieder ist es eine Lady die meiner oberflächlichen Art nichts attraktives bieten kann. Ich fange an über Gott zu lachen, so wie er wohl auch über mich lacht.


September
Es wird wieder gemordet. Ich leite Killer und Eva zeigt es allen und gewinnt die Runde. Amnestie die 2te. Ich denke darüber nach ob ich Thoka nicht vergeben sollte nun wo ich auch Elisa vergeben habe. Muss dabei aber feststellen das mehr im argen liegt und das auch schon länger als ich dachte. Ich entscheide mich gegen ein Treffen. Nicht zuletzt weil ich ein seltsames Feedback von guten Freunden über diesen Vorschlag bekomme.

Meine Schwester wird 30.

Ende des Monats beginnt ein 'unromantischer und platonischer' Nachrichtenaustausch via StudieVz, der schon bald von grösstem Interesse für mich werde wird .


Oktober
Ein grosser Monat. Ich lerne viel. Ich lernte das man mit manchen Leuten einfach nicht klarkommen kann, egal wie gut man glaubt sie zu kennen, egal wie sehr man sie mag, oder wie oft man mit ihnen im Bett war. Mit manchen Menschen kommt man nur auf Raten klar, wenn überhaupt.

Ein Gefühl sagt mir das ich einer alten Freundin schreiben sollte. Nachdem ich das getan habe meldet diese sich doch tatsächlich bei mir und somit kehrt meine alte, beste Freundin, wie wir neulich feststellten kennen wir uns seit 20 Jahren, in mein Leben zurück und sieht mir meine Jugendsünden nach.

Ende Oktober werden meine Gespräche via StudiVz etwas weniger platonisch und unromantisch und unerwartet durch Dates ersetzt. Ich bin nervös und benehme mich albern.


November
Seitdem Geburtstag von Koko am Anfang des Monats ist nichts mehr wie es war, obwohl das nicht mit seinem DoB zu tun hat, es handelt sich dabei eigentlich nur um eine Koinzidenz. In der Nacht nach seinem B-day lasse ich Chuck Norris in mein Herz. Ich breche mit Teilen meines alten Ichs und erfinde mich neu. In dieser Nacht küsse ich Mel das erste Mal. Nie wieder will ich bereuen das ich etwas nicht tat, nie wieder will ich zurückblicken und mir wird deutlich das ich einen Moment nicht voll gelebt habe. Ich bin voller Glück ich schäume über vor Energie, ich will die ganze Welt umarmem bis sie ganz zerknittert ist. In diesem Monat habe ich mehr erlebt als im Jahr davor, ich habe mehr über mich erfahren als in den 10 Jahren davor. Ich erhebe mich aus der Asche meines alten Lebens und begrüsse mich und alle die da sind zur Rückrunde.

Ich bin das erste Mal seit langer Zeit wirklich glücklich und geniesse jeden Augenblick dieser Zeit mit ganzem Herzen.


Dezember
Ich denke darüber nach Vampire zu verlassen. Ich mache das schon ewig und habe schon oft mit dem Gedanken gespielt und ein teil von mir ist auch schon von dort gegangen. Immer öfter fühle ich mich alleine unter den Menschen die dort mitspielen, besonders und in erster Linie wenn wir nachdem Spiel zusammen stehen. Ich glaube ich gehe dort nur noch hin um einige von den Leuten nicht aus den Augen zu verlieren. Ich muss lernen den Kontakt zu den mir lieb gewordenen Personen anders zu halten.


Nun sind die Feiertage nah und schon bald haben wir wieder ein Jahr in die Knie gezwungen.

Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachstfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


Das neue Jahr wird grossartig, ich kann es kaum erwarten.