Freitag, September 28, 2007

Was ich nicht vergessen kann.

Ich bin wohl nachtragend. Just dieser Tage begab es sich, daß ich zu dem Schluss kam mal wieder alten Resten eine Chance zu geben. Ich schlug einer alten Clique vor das man sich doch mal wieder treffen könne. Ein Teil dieser langjährigen Clique ist ein ehemals bester Freund von mir, mit dem ich mich wegen einer Drecksschlampe von Frau überworfen habe. Die Zeit hat diese Wunde geheilt und ich dachte mir es wäre nett diese Person mal wieder zu treffen und zu erfahren wie sich sein Leben so verändert hat. Hat sich doch auch mein Leben stark verändert in den letzten Jahren. Doch alte Freunde sind ein zweischneidiges Schwert bei solchen Angelegenheiten. Auf der einen Seite kennen sie einen schon recht lange und vielleicht sogar gut und könnten einen auf Veränderungen hinweisen die man gemacht hat. Auf der anderen Seite möchten sie vielleicht das gewohnte Bild beibehalten. Im letzteren Falle ist ein solches Treffen nicht sehr ergiebig für das Ego. Für mein Ego.

Was ich eigentlich erzählen wollte, ich dachte darüber nach, daß die Beziehung zu diesem alten Freund schon vor der Drecksschlampe von Frau gekriselt hat und daß das sich alles schon zeimlich auseinander gelebt hatte. Immerhin lud man sich noch zu den jeweiligen Parties ein und sah sich hin und wieder mal. Und wie ich so grübelt über vergangene Zeiten und mildtätig vergab und vergaß kam mir eine Sache in den Sinn die ich nicht zu vergessen vermag und die ich, wie ich leider eingestehen muss, bis heute nicht vergessen und vergeben habe. Das war damals ungefähr so:

Wir waren jung, es war in etwa Anfang bis Mitte der Neunziger. Auf einer Party in einem Schrebergarten verdiente ich mir etwas Geld als Türsteher. Der Großteil der Partygäste waren Abiturienten, damals eher unbedenkliches Menschenmaterial. Auf eben jener Party wurde ich mit einer Frau bekannt gemacht deren schierer Anblick mich fast aus meinen Schuhen hob. Ich war sofort knallpengweg verknallt. Nur leider viel zu schüchtern um das zu kommunizieren. So unterhielt ich mich notgedrungen den ganzen Abend mit der besten Freundin dieser jungen Frau, in der stillen Hoffnung so unkompliziert Kontakt herstellen zu können. Kurz, es klappte nicht und ich ging nach Hause nachdem eine handvoll Araber die Party sprengten.

Diese Zeilen nur als Einstand für das was da nun noch kommen wird. Eine unbestimmte Zeit später, es kann ein viertel oder vllt auch ein halbes Jahr gewesen sein, treffe ich mich mit meinen damaligen Leuten zum Rollenspiel. Ich weiss nur das ich die zwei Wochen davor in Holland auf Klassenfahrt gewesen war. An der Tür werde ich von eben jenem oben genannten Mann abgefangen. Der berichtet mir, gemeinsam mit seiner Freundin, daß C. anwesend sei und das man plane sie mit R. zuverkuppeln. Ich nicke das ab und sage ok. Ich denke allerdings:
„Warum wird C. ,wer auch immer das sein mag, mit R. verkuppelt und nicht mit mir?“ Es kommt noch besser. Ich betrete das Wohnzimmer um R. zu begrüssen und da ist auch sie, die Frau von der Party. Mir wird schlagartig klar daß das C. sein muss und in mir bricht alles zusammen. Mir blieb die kurze Hoffnung das so eine Verkuppelung ja selten klappt und dann waren die beiden auch schon ein Paar. Von nun an waren es zwei Pärchen und ich, wie geil. Naja der Rest ist Geschichte, dreckige und schmerzhafte Geschichte. Heute, mehr als zehn Jahre später, schmerzt mich die Erkenntnis wie wenig mein damals bester Freund an mich geglaubt hat. Das soll kein Vorwurf sein, denn wir waren jung. Ich muss es trotzdem loswerden und ich denke in diesem Rahmen ist es am verträglichsten.

Ich weiss wirklich nicht wie ich damit umgehen soll, denn ich weiss daß ich das nicht wegwischen kann. Ich denke ich sollte kein Treffen suchen, denn ich will niemandem Vorwürfe mache und/oder zu Rechtfertigungen nötigen. Da ich es aber nicht vergessen kann und ich glaube erkannt zu haben das mein grösstes Problem, mein ganzes Leben lang, immer das war, das niemand an mich geglaubt hat, bin ich zu dünnhäutig für ein Treffen. Vielleicht mache ich den Eindruck auf Menschen das ich keinen Hilfe brauche oder will, aber wie armselig wäre es darum zu bitten?

R. hat mir vorgeschlagen mir ein Feedback zu geben wie er mich die letzten Jahre über erlebt hat, gnadenlos ehrlich drohte er an zu sein. Ich weiss nicht. Damit ist mir nicht geholfen. Das zieht nur runter und baut nicht auf. Wem ist schon mit gnadenloser Ehrlichkeit geholfen?

Im letzten Jahr habe ich Leute getrofffen die an mich geglaubt haben. Oder es zumindest verstanden mir positives Feedback zu geben. Und ich habe viel Kraft daraus gezogen. Diese Leute sind nicht die die ich als meine besten Freunde bezeichnen würde, um so mehr schätze ich ihre Geste.

Danke Koko, danke Miguel, danke Juliane, danke Anna, danke Lili, danke Konstantin.


Dienstag, September 04, 2007

Die Reifeprüfung (Spoiler)

Eben jenen Film habe ich mir eben mal wieder angesehen. Und das erste Mal seit ich weiss nicht wann, habe ich den Eindruck das Ben am Ende nicht glücklich ist. Nachdem er mit Elaine aus der Kirche geflohen ist und mit ihr im Bus sitzt darf man noch einmal in ihre Gesichter sehen, dazu erklingt sound of silence, und ich glaube in Bens Gesicht zu erkennen das er gehofft hatte etwas anderes zu fühlen wenn er Elaine für sich gewinnt.
Hat noch jemand den Film gesehen und wäre bereit seine Eindrücke mit mir zu teilen?