Dienstag, Mai 15, 2007

Schluck du Stück!

Wunderbar das Wetter da draussen, Aprilwetter im Mai. Aber ich will mich ja gar nicht beschweren, jenseits jeder Befürchtung wegen des Weltklimas, finde ich es wunderbar. Ja wirklich.

Nur die Bäume machen mir Sorgen. Besonders solche die dieser Tage damit beschäftigt sind heftig in ihre Umwelt zu ejakulieren. Allerorts werde ich mit Baumsperma beflockt. Und neulich beim Fahrradfahren ist es dann passiert, da hat mir doch glatt einer dieser Bäume in den Mund gespritzt. Ich quittierte das mit heftigem Husten und einer wenig eleganten Bremsbewegung. So wie das geschmeckt hat kann ich dem Baum nur dringendst anraten einen Arzt aufzusuchen oder zu Axt und/oder Säge zu greifen um sich ein Ende zu setzen.

Nein, auch die Tatsache das ich vegetarisch lebe hat mir das Ejakulat nicht versüsst. (Ja ich bin erst so kurz Vegetarier das ich dauernd darauf hinweisen muss)

Ein wenig mehr Anstand darf man doch bitte auch von unserer Flora erwarten. Oder wie bitte soll ich mir dieses völlig ausgeflippte Verhalten erklären? Wahrscheinlich gibt es einige die jetzt sagen würden:“ Die stehen doch das ganze Jahr nur rum und sind stoisch, da werden die sich doch einmal im Jahr mal austoben dürfen!“

Ja wunderbar! Springbreak der Bäume auf Berlins Strassen, halbnackte Eichen werden von besoffenen Kastanien angegröhlt. Eben bin ich fast von einer Ulme in einem Cabriolet überfahren worden, auf dem Rücksitz 4 blutjunge Linden in Badeanzügen. Im Park liegen die Hippieweiden völlig zugekifft am Lietzensee und das Stück Treibholz dort im Wasser ist der tote Körper einer Pappel die gestern Abend besoffen in den See gefallen ist. Und nach drei Wochen ist der Spuk wieder vorbei und alle sind wieder brave Bäume auf ihren Universitäten.

Ich weiss ja nicht. Haben die sich eigentlich schon mal Gedanken über Verhütung und Sexualkrankheiten gemacht? Wer weiss was die sich bei mir alles holen können. Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen das es nicht einfach ist Bäume mit Kondomen zu versehen. Auf der anderen Seite hat Christo ja auch den Reichstag eingepackt. Vielleicht wäre es eine sinnvolle Nutzung der Verpackungskünste dieses Menschen wenn er sich im Frühling um Baumpräservative kümmern würde. Ist sicherlich auch ein gutes zweites Standbein für denn Fall das Gebäude einpacken mal nicht mehr so en vogue sein sollte.

Und mir geht es ja noch gut, jetzt rege ich mich auf weil ich etwas Ejakulat abbekommen habe. Es soll ja zig Millionen Menschen geben die allergisch sind gegen derartige Ergüsse. Heuschnupfen nennt sich das dann verharmlosend und täuscht damit völlig darüber hinweg das es sich um eine Sexualkrankheit handeln muss die von Bäumen übertragen wird.

Es ist an der Zeit das wir nicht mehr weggucken und schlucken was hier passiert, sondern daß wir die Stimmen erheben und uns gegen den rücksichtslosen Sexualtrieb der Pflanzen zur Wehr setzen. Unsereins kann sich auch nicht an den Strassenrand stellen und irgendwelche Frauen anspritzen, das geht nicht. Das ist versucht worden und war erfolglos. Nun gibt es immer ein paar ewig gestrige die sich mit den Forschungsergebnissen der letzten Jahre nicht abfinden wollen und trotzdem in Wald und Flur stehen und onanierend nach einer Ejakulationszielscheibe suchen. Neueste Forschungen deuten darauf hin, daß dies auf die erhöhte Zufuhr von pflanzlichen Saatgut zurückzuführen sein könnte, welches sich über die Schleimhäute in Mund und Nase in das Gehirn vorgearbeitet hat. Dort soll es sich in einer Art Gespinst mit den menschlichen Nervenbahnen verwoben haben und führt bei einigen schweren Fällen eben zu jenen baumähnlichen Verhaltensweisen wie öffentliche Ejakulationen.

Auch im Volksmund findet man Hinweise auf solche Zusammenhänge wie zum Beispiel: Latte, Lustwurzel, Eichel und nicht zuletzt von der Palme wedeln. Leider ist kaum noch Hintergrundwissen zu diesem Thema vorhanden und die Wissenschaft steht praktisch vor einem Neuanfang.

Samstag, Mai 05, 2007

Albinotarantel


Es ist doch mal wirklich legendär wie scheisse ich aussehe. Ich schreibe das jetzt nicht damit irgendjemand aufspringt und mir das Gegenteil sagt. Doch mit jedem verlorenen Kilo wird es deutlicher, ich bin nicht nur fett, ich bin auch schreiend hässlich.

Keine Ahnung wie oft ich zu anderen Leuten gesagt haben: „ Na und? Ich bin fett, ich kann abnehmen. Du bist hässlich, was machst du?“ Doch, wie es sich jetzt herausstellt, bin ich beides und ich muss mir die Frage selbst stellen. Ich sehe in mein Gesicht und möchte schreiend wegrennen, doch leider ist mein Gesicht immer dabei, es ist nur schwer abzuhängen und das erste Mal seitdem ich dem Alkohol entsagt habe denke ich darüber nach mal wieder was schön zu saufen, mich selbst. Das wird ein Rausch.

Ich sehe alt und verbraucht aus, mein Haaransatz hat sich schon fast auf den Hinterkopf zurückgezogen und mein Doppelkinn schlägt immernoch Wellen wenn ich zu schnell spreche. Manchmal hört mein Unterkiefer erst eine halbe Minute nachdem ich aufgehört habe zu sprechen auf zu schwabbeln. Es ist kein schöner Anblick.

Mein Bauch ist jetzt zwar kleiner und nicht mehr weiter vorn als meine Boobs, aber beides ist noch da. Mein Bauch sieht aus wie ein leerer Turnbeutel, wer also illegale Dinge geschmuggelt haben möchte, oder sein Turnzeug vergessen hat, kann sich gerne bei mir melden. Und mein Haarwuchs, alter Vadder, ich dachte ich sei nicht so stark behaart wie andere, aber nun muss ich erkennen, das meine Haut dermaßen gespannt war das die Haare einfach weiter auseinander gezogen wurden und dadurch eine geringere Dichte entstand. Jetzt wo sich das alles entspannt üben meine Haare auch wieder den Schulterschluss. Es ist nicht zu ertragen, ich komme mir vor wie eine menschliche Milchtarantel.

Ok, es gibt auch ein paar Punkte die gut sind. Ich bin fitter denn je, ich komme nicht mehr so leicht ins schwitzen wie früher. Es ist wieder akzeptabel einem Bus oder ein Bahn nachzulaufen. Schön ist auch das man auf der Strasse wieder als Teil der menschlichen Gesellschaft wahrgenommen wird und die Blicke die man erntet nicht nur darauf beruhen das jemand angewidert ist. Ich denke mittlerweile ist die Angewiderheit eher einer gewissen perversen Neugierde gewichen. Die Leute fragen sich wer ist der Typ mit dem Turnbeutelbauch und dem Schwabbelkinn, vllt ist es aber auch Mitleid das die Leute bewegt. Ich weiss es nicht.

Einzig über meine Beine kann ich nichts schlechtes sagen, die sind ganz weit vorne und sowohl dem Auge gefällig als auch mir dienlich in der Fortbewegung. Sie haben mich nie im Stich gelassen und wollten eigentlich immer nur mein Bestes. Neulich war ich sogar in einer normalen Hosenabteilung und habe mir dort eine Hose gekauft, ohne meine Beine wäre das gar nicht möglich gewesen. Es ist wunderbar die XXXXXXXXXXXL-Abteilungen meiden zu können und die dortigen Kunden mit mitleidigen Blicken belegen zu können. Ich möchte hämisch lachen und mit Fingern auf sie zeigen, aber sowas macht man ja nicht. Also mache ich es hier, tut mir auch gut.

Ich bin guter Dinge und der Sommer kann gerne kommen, mein Bikini liegt parat.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Kaution

Das ich mich an gewissen Gesellschaftkonventionen störe sollte ja mittlerweile durchgesickert sein.

Momentan denke ich darüber nach meinen Videotheksausweis zurückzugeben. Das begann alles damit das die Jungs von der Videothek 'Videoworld' eine Kaution in Höhe von 3€ für den Mitgleidsausweis verlangten. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, daß sie sich zu dieser Praxis entschieden hätten, weil es eine Zeit gab in der unverhältnismäßig viele Leute ihre Mitgliedsausweise verloren hatten und die Videothek neue ausstellen musste. Sinn hinter der Maßnahme ist es den Kunden durch die hinterlegten 3€ zu einer grösseren Sorgfaltspflicht zu erziehen. Nun ist es aber keinerfalls so, daß man bei Verlust des Ausweises einen neuen ausgestellt bekommt. Nein, man muss weitere 3€ hinterlegen um einen neuen Ausweis zu erhalten. Das erschien mir nun doch etwas seltsam und ich teilte den Videomenschen mit das ich diese Praxis für Abzocke halte. Da ich zu diesem Zeitpunkt allerdings unbedingt einen Film sehen wollte nahm ich das Geschehen billigend in Kauf. Immerhin bekommt man seine 3€ zurück wenn man seinen Ausweis zurückgibt.

Als ich den Film wieder abgeben wollte kam ich auf die Idee mir ein Videospiel auszuleihen (Final Fantasy XXII) und der Videopansen wollte mir eine Kaution von 10€ aus der Tasche ziehen. Sicher ich bekomme die Kohle wieder. Und sicher 10€ sind nicht die Welt. Scheisse fand ich es trotzdem und ich verzichtete auf das Videospiel.

Was hat mich gestört?!

Er begründete die 10€Kaution damit das soviele Spiele gestohlen werden. Ich habe noch keiner Videothek etwas gestohlen, wieso soll ich 10€ bezahlen und mich wie ein potenzieller Videospieledieb behandeln lassen? So geht man nun wirklich nicht mit Kunden um. Wenn ich mir das mal genauer angucke sieht es doch so aus, der Videopansen weiß wie ich heisse und wo ich wohne, der hat sich meine Personalausweisnummer aufgeschrieben. Wenn ich nun also etwas bei ihm ausleihe und es nicht wieder zurückbringe, dann ist ganz klar wer ich bin und wer das alles ersetzen muss, nämlich ich. Und trotzdem soll ich weiterhin noch einmal 10€ hinterlegen, nur für den Fall das? So ein Schwachsinn. Wenn ich den Gedankengang des Videopansen nämlich selbst anwende und umdrehe, bin ich nicht mehr in der Lage ihm 10€ anzuvertrauen, er könnte sich ja damit nach Hawai absetzen. Und ich wüsste ja nicht mal wie der Videopansen heisst und hätte es viel schwieriger als er mein Recht einzufordern. Denn wenn meine Unterschrift unter den Vertrag nicht ausreicht um mir ein Spiel auszuleihen, dann kann mir auch nicht sein Wort ausreichen das ich meine 10€ wiederbekomme. Denn seine Annahme das ich mit FF XXII abhauen könnte macht doch nur all zu deutlich wie verdorben der Videopansen ist. Wie sollte ich ihm bei so einem miserablen Vertrauenverhältnis Geld anvertrauen können?


Eigentlich müßte sich der Typ doch dafür entschuldigen mit einer solchen Implikation daher zukommen. Ähnlich wie das auch Polizisten nach einer Kontrolle tun sollten die sich als ungerechtfertigt herausstellt, oder Kontrolleure von Fahrscheinen. Ich bin entschieden dagegen pauschalisiert behandelt zu werden, wenn diese Pauschale davon ausgeht das ich einVerbrecher bin. Das sind nämlich die wenigsten von uns und ich halte das für eine ganz ungehörige Annahme aus der gewissen Menschen Vorteile für sich herausschlagen, zum Beispiel Videothekare.