Mittwoch, Dezember 19, 2007

Jahresrückblick 2007

Witzig so ein Projekt, ich kann mich kaum erinnern was gestern war.


Januar
Anfang des Jahres hatte ich viel Zeit zum Nachdenken denn ich war viel schwimmen. Neben den Erkenntnissen die ich in dieser Zeit über Mitschwimmer erlangt habe, festigte sich auch der Wunsch in mir ein noch besserer Hubi zu werden. Ich dachte darüber nach einigen Leuten mit denen ich mich überworfen hatte zu verzeihen. Rückblickend kann ich nun sagen das ich immerhin mit Juliane wieder rede und wir uns rege austauschen über die Dinge die unsere Welten bewegen. Der Rest der Personen die wegen einer Amnestie in Frage kamen haben leider den hohen Ansprüchen des Vorsitzenden Selbstgerechten nicht entsprochen, oder sind ihm im Laufe der Zeit einfach scheissegal geworden. Unzutreffendes bitte streichen.



Februar
In diesem Monat machte ich den verzweifelten Versuch mal etwas zu schreiben das länger als vier Seiten ist, wie ich jetzt weisst bin ich einstweilig an diesem Vorhaben gescheitert. Wenn die Zeit kommt werde ich die Geschichte von Compa zu Ende bringen.

Die Auseinadersetzung mit meiner Innenseite ging weiter. Ich zeigte mich kritisch an den Menschen um mich herum, ein Fortschritt, denn noch recht kurze Zeit vorher waren mir alle Menschen schlicht einfach egal.

Ausserdem hatte meine Mutter Geburtstag und war stinksauer weil der nicht so gefeiert wurde wie sie sich das vorgestellt hatte. Sie hatte erwartet das meine Schwester und ich bei ihr mit Kaffee und Kuchen einreiten und wir auf Sonnenschein machen. Eine völlig legitime Erwartung nach allem was bei mir in der Familie los war und man weiss das diese Frau in psychiatrischer Behandlung ist. Sie war wirklich sauer. Witzigerweise nicht auf mich sondern auf meine Schwester. Von dieser hatte sie nämlich erwartet das sie sich darum kümmert. Meine Schwester war an dem Tag bei ihr und brachte ihr ein Geschenk und Grüsse, ich habe mich erst am nächsten Tag gemeldet. Sie war nicht auf mich sauer sondern auf meine Schwester, sagte ich das schon? So ist das bei uns in der Familie. Man ist nicht auf den Grund sauer sondern auf den an den man die grössten Erwartungen hatte.


März
Wow, der März war gross. Ich kaufte mir ein Fahrrad und erfuhr die Welt neu. Was habe ich seitdem auf diesem Sattel geschwitzt und gelitten. Ein geiles Teil sage ich euch. Es ist schade das es jetzt am Jahresende so kalt ist das man nicht mehr gemütlich fahren kann. Ich habe aber munkeln hören das die Industrieländer massiv an diesem Umstand arbeiten, schon in ein paar Jahren soll es möglich sein auch im Winter in dünner Jacke unterwegs zu sein. Wer braucht schon Küstenstätte oder Eis auf den Polkappen wenn man ganzjährlich ein angenehmes Klima haben kann. Seitdem ich nicht mehr so fett bin kann ich auch viel besser mit der Hitze im Sommer um.

Gerne denke ich auch an den dicken Jungen den ich in diesem Monat beim Schwimmen traf. Nach wie vor bin ich davon überzeugt ihm einen Gefallen getan zu haben als ich ihm riet sein Gewicht zu reduzieren. Ich drücke ihm ganz feste die Daumen.

Auch im März entschieden wir, Alfe und ich, das wir versuchen wollen Valmint weiterleben zu lassen. Ich hatte Carol kennengelernt und als Sängerin schätzen gelernt. Wir trafen uns ein paar Mal und das ganze verlief dann wieder im Sand.


April
Im April raste die Zeit. Wohl fühlte ich mich nur auf der Arbeit. Obwohl ich privat ein Rollenspielprojekt zu Ende führte das ich in den Monaten davor geplant hatte. Der One-Nighter hiess 'Without any trace' und war verhalten erfolgreich. Die Spieler waren sehr höflich mit ihrer Kritik. Danke an alle die sich getraut haben.


Mai
Der Mai war fett warm, wenn ich mich recht entsinne. Die Pflanzen überschlugen sich damit ihr Erbgut an die Luft abzugeben und waren beim Radfahren echt ätzend. Die ersten Anzeichen der Eitelkeit machten sich bemerkbar. Mit jedem Kilo das ich verlor wurd eich eitler und unzufriedener mit meinem Körper. Ein Zustand den ich mittlerweile im Griff habe. Ich trinke mich wieder schön.

Und dann ist es geschehen, in diesem Monat habe ich meinen World of Warcraft Account gekündigt. Ich hatte die Schnauze voll und wollte nicht länger Zeit auf die sinnloseste aller möglichen Art und Weisen massiv verplempern. Wobei hier die Betonung auf massiv liegt, denn ich sitze ja hin und wieder immer noch ganz gerne vor dem Rechner und daddel ein wenig. Der Schritt von Wow weg war einer der richtig weh tat. So als würde man nach langer Zeit von einem Ort weggehen müssen den man lieb gewonnen hat. Rückblickend fehlt es mir nur ganz selten. Wobei ich in solchen Momenten immer an die nette Interaktion mit den anderen Spielern denke und nicht unbedingt an das Spiel. Das Spiel wurd nur Mittel zum Zweck.


Juni
Ich rede wieder mit Juliane. Habe das vorher einige Monate lang nicht gemacht. Rückblickend eine grosse Geste der menschlichen Wärme meinerseits ihr ein Pardon anzubieten. Ich bin schon toll.

Ehrlich gesagt bin ich froh wieder mit Jule Frühlingsrollen essen zu gehen. Schön zu wissen das es so verkorkste Typen wie mich nicht nur bei den Kerlen gibt.

Den Ringfinger der rechten Hand breche ich mir bei einem Fahrradunfall mit dem Herren des Affenhauses des Berliner Zoos. Angie und Pascha ziehen bei uns ein.


Juli
Ich hatte Urlaub und es war ein toller, heisser Monat. Ich habe mich tättowieren lassen. Bei der Recherche dazu bin ich das erste Mal von einer Frau zu einem Kaffee eingeladen worden, was fühlte ich mich grossartig. Rückblickend ist es nicht schade das es so blöd zu Ende ging. Man sollte nicht das erstbeste mitnehmen nur weil es einem angeboten wird, egal wie verhungert man ist. So wird man nicht glücklich. Man muss darauf hören was das Herz will. Nur dann kann es mit dem Glück klappen. Von diesem Monat an nehme ich mich das erste Mal seit Jahren als vollwertiges Mitglied der menschlichen Rasse war.

Auch im Juli war es als ich meine erste Gruppe zu Ende betreut hatte. Das tat weh und das nicht nur an dem einen professionellen Tag den ich mir zugestanden hatte. Meine neue Gruppe ist ebenso grossartig und etwas ganz neues. Ich bin froh das zu sein wo ich bin.


August
Ich reisse mir selbst das Pflaster Elisa ab. Bei einem Talk in unserer WG-Küche erzählt mir Koko etwas von der er dachte ich würde es wissen. Ich schreibe Elisa daraufhin eine Mail die ich schon in dem Moment bereue wo ich auf abschicken drücke. Sie antwortet unerwartet und es endet eine lange Zeit des Leidens für mich. Sie tritt zurück, sie reiht sich endlich in die Front derer ein die mir weh taten und denen ich nichts als mein Leid zu bieten hatte. Sie verschwindet aus meinem Bewusstsein und mein Kopf wird frei.

Der August war der Arschmonat. Irgendwie hatte ich es geschafft mir den Arsch aufzureissen. Und das nicht bildlich gesprochen sondern tatsächlich. Ich hatte höllische Schmerzen und mußte mich wochenlang krankschreiben lassen. Ich igelt mich und meinen Arsch zu Hause ein und hatte Panik vor jedem Gang zur Toilette. Das demütigendste waren aber wohl die Besuche beim Proktologen. Ich kann nun jede Frau verstehen die es hasst zum Frauenarzt zu gehen und meine lieben Herren, es gibt da nichts zu lachen.

Das zweite Mal in meinem Leben werde ich massiv von einer Frau angeflirtet und wieder ist es eine Lady die meiner oberflächlichen Art nichts attraktives bieten kann. Ich fange an über Gott zu lachen, so wie er wohl auch über mich lacht.


September
Es wird wieder gemordet. Ich leite Killer und Eva zeigt es allen und gewinnt die Runde. Amnestie die 2te. Ich denke darüber nach ob ich Thoka nicht vergeben sollte nun wo ich auch Elisa vergeben habe. Muss dabei aber feststellen das mehr im argen liegt und das auch schon länger als ich dachte. Ich entscheide mich gegen ein Treffen. Nicht zuletzt weil ich ein seltsames Feedback von guten Freunden über diesen Vorschlag bekomme.

Meine Schwester wird 30.

Ende des Monats beginnt ein 'unromantischer und platonischer' Nachrichtenaustausch via StudieVz, der schon bald von grösstem Interesse für mich werde wird .


Oktober
Ein grosser Monat. Ich lerne viel. Ich lernte das man mit manchen Leuten einfach nicht klarkommen kann, egal wie gut man glaubt sie zu kennen, egal wie sehr man sie mag, oder wie oft man mit ihnen im Bett war. Mit manchen Menschen kommt man nur auf Raten klar, wenn überhaupt.

Ein Gefühl sagt mir das ich einer alten Freundin schreiben sollte. Nachdem ich das getan habe meldet diese sich doch tatsächlich bei mir und somit kehrt meine alte, beste Freundin, wie wir neulich feststellten kennen wir uns seit 20 Jahren, in mein Leben zurück und sieht mir meine Jugendsünden nach.

Ende Oktober werden meine Gespräche via StudiVz etwas weniger platonisch und unromantisch und unerwartet durch Dates ersetzt. Ich bin nervös und benehme mich albern.


November
Seitdem Geburtstag von Koko am Anfang des Monats ist nichts mehr wie es war, obwohl das nicht mit seinem DoB zu tun hat, es handelt sich dabei eigentlich nur um eine Koinzidenz. In der Nacht nach seinem B-day lasse ich Chuck Norris in mein Herz. Ich breche mit Teilen meines alten Ichs und erfinde mich neu. In dieser Nacht küsse ich Mel das erste Mal. Nie wieder will ich bereuen das ich etwas nicht tat, nie wieder will ich zurückblicken und mir wird deutlich das ich einen Moment nicht voll gelebt habe. Ich bin voller Glück ich schäume über vor Energie, ich will die ganze Welt umarmem bis sie ganz zerknittert ist. In diesem Monat habe ich mehr erlebt als im Jahr davor, ich habe mehr über mich erfahren als in den 10 Jahren davor. Ich erhebe mich aus der Asche meines alten Lebens und begrüsse mich und alle die da sind zur Rückrunde.

Ich bin das erste Mal seit langer Zeit wirklich glücklich und geniesse jeden Augenblick dieser Zeit mit ganzem Herzen.


Dezember
Ich denke darüber nach Vampire zu verlassen. Ich mache das schon ewig und habe schon oft mit dem Gedanken gespielt und ein teil von mir ist auch schon von dort gegangen. Immer öfter fühle ich mich alleine unter den Menschen die dort mitspielen, besonders und in erster Linie wenn wir nachdem Spiel zusammen stehen. Ich glaube ich gehe dort nur noch hin um einige von den Leuten nicht aus den Augen zu verlieren. Ich muss lernen den Kontakt zu den mir lieb gewordenen Personen anders zu halten.


Nun sind die Feiertage nah und schon bald haben wir wieder ein Jahr in die Knie gezwungen.

Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachstfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


Das neue Jahr wird grossartig, ich kann es kaum erwarten.

Mittwoch, November 14, 2007

34 Stunden Tage wären nicht lang genug


Ja. Der Tag hat einfach nicht genug Stunden seitdem ich dich getroffen habe. Ich habe nicht genug Augen um dich anzusehen, zu wenig Hände um dich zu streicheln und leider nur einen Mund um dich zu küssen. Und wieso müssen wir schlafen? Mir geht dadurch wertvolle Zeit verloren in der ich dich geniessen könnte. Kaffee ist in den letzten Tagen ein guter Freund von mir geworden. Das Leben ist viel zu schön als das ich es verpennen möchte.

Freitag, November 09, 2007

Angeben


Ich bin verliebt. Ich bin glücklich. Ja, jener undenkbare Zustand hat sich eingestellt. Auch gegen jene Unkenrufe aus verschiedenen Lagern die das für unmöglich hielten. Wie? Was? Was soll das heissen 'Ich wäre der einzige der das immer behauptet hätte'? Das wurde nie bewiesen. Da gab es auch noch andere, ihr wisst schon wen ich meine. Diese ewig schlecht gelaunten Zeitgenossen, die immer giftigen 'Dazwischenrufer'. Die Leute die fiese Blogs führen in denen sie mit ihrem Unglück und ihren glücklichen Mitmenschen aufräumen und dem Schicksal mal ganz klar die Meinung sagen, weil es ja sonst keiner tut. Solche Schwarzmaler und Pessimisten. Meine Fresse wie ich dieses Volk verabscheue, zum Glück habe ich mit denen nichts zu tun. Nee, ich kenn' die nicht, nie gesehen und auch nicht mit denen gesprochen. Nein, wirklich nicht.

Ja ich bin glücklich, erwähnte ich das schon? Nein? Gut, also ich bin glücklich verliebt und bis über beide Ohren am Grinsen, ich habe Spass daran nett zu anderen Menschen zu sein. Neulich habe ich sogar für Koko und mich gekocht. Und was soll ich sagen, der gute Wille zählte, denn der Broccoli war verschimmelt und ich habe viel zu viele Nudeln für viel zu wenig Soße in die Backform gegeben. Wir wissen ja was man über verliebte Köche sagt.

Manch einer könnte jetzt denken das ich das nicht so beschreien sollte, aber ich sehe das anders. Es ist nur konsequent und fair auch das eigene Glück mit ordentlich Tamm-tamm zu ehren und zu würdigen. Sonst behauptet im Nachhinein wieder jemand man wäre nie zufrieden und würde mit Absicht Unglücklich bleiben. Ja es gibt Leute die solchen Schwachsinn über mich sagen.

Also ich möchte es noch einmal in aller Deutlichkeit sagen: „ Ich bin gerade glücklich wie ein Rudel Dingos auf einer Säuglingsstation!“


Montag, November 05, 2007

Schlechte Nachrichten


Koko Mengele nicht tot!!!




dpa.

Wie neueste Erkenntnisse aus US-amerikanischen Geheimdienstquellen belegen ist Koko Mengele nicht tot! Überwachungskameras die in amerikanischem Fastfood versteckt waren brachten dieses Bild ans Tageslicht. Ebenfalls sichtbar auf diesem Bild ist der Schäferhund 'Todesstern' der Mengele seit 1932 begleitet. Damals hatte Mengele das Tier während seiner Festungshaft in Staaken zu sich genommen. Den Aussagen von Wissenschaftlern folgend scheint es sich bei diesem Tier aber keinesfalls um einen Schäferhund zu handeln, sondern viel mehr um eine Unterart des Zobels, den sogenannten 'altdeutschen Arschkriecher' der an seiner besonderen Fellzeichnung um Kopfbereich zu erkennen ist.

Neueste Erkenntnisse belegen das eben jenes Tier den bewusstlosen Mengele in Buenos Aires aus den Flammen der Kinderarztpraxis rettete. Das Tier zerrte den Körper Mengeles 237km zu Mengeles U-Bootbasis 'Reichszorn'. An Bord des Atomubootes Xaver Merz entkamen Mengele und einige seiner engsten Vertrauten der Justiz.


Rabbi Hossowicz lebt!

dpa.

Wie Interpol bestätigt ist der für todgeglaubte Rabbi Hosswicz doch noch unter den lebenden. Nach einer Exhumierung der Leiche stellte ein Gentest heraus das es sich bei den sterblichen Überresten nicht um die des Rabbiners Hosswicz handelte. Im Grab befanden sich viel mehr die sterblichen Überreste des dritten Mitgliedes der Bande vom schwarzen Dezember, Gonzales Walter PPK.

Hossowicz wurde bereits in St. Petersburg gesehen wo er sich mit der russischen Topagentin Gardina genannt 'das Kätzchen' traf.

Wir halten sie weiterhin auf dem Laufenden und hoffen keiner Wiederholung der Greueltaten des schwarzen Dezembers zu erleben.

Sonntag, November 04, 2007

Gedankenspliss

Der verzweifelte Versuch die eigenen Gedanken in nachvollziehbare Wege zu lenken. Nachvollziehbar für andere und für mich. Persönlich versteht man seine Gedanken natürlich viel mehr auf einer emotionalen Ebene und muss sich selbst nicht immer alles ausformulieren. Wobei ich dazu raten kann das hin und wieder zu tun, es übt bei dem nächsten Schritt. Mit jemand anderem Gedanken zu teilen kann da schon anstrengend werden, solange man das Ansinnen verfolgt dem Gegenüber wirklich zu vermitteln worum es einem selbst geht. Erreichen kann man das nur durch eine Übermittlung des Inhaltes der so wenig Interpretation wie irgendmöglich zulässt. Interpretation selbst kann man natürlich nicht völlig verhindern, man kann aber sehr wohl den Rahmen einer solchen Interpretation abstecken. Schöner ist es natürlich wenn man mit seinem Gegenüber immer mehr auf einer emotionalen Ebene schwingt und man sich nicht mehr alles ausformulieren muss weil man Sicherheit und Vertrauen gefunden hat. Das macht auch viel mehr Spass wenn man dann irgendwann doch herausbekommt das man eigentlich immer an einander vorbeisprach.

Ich für meinen Teil bin gerade glücklich. Ja, ich gebe es zu. Der Anzeiger ist nicht im Bereich null sondern eindeutig im positiven Bereich. Und obwohl das so ist, stelle ich mich der Herausforderung hier weiterhin zu schreiben. Wobei mir das ehrlich gesagt nicht leicht fällt solange ich die Welt nicht mit giftigem Blick betrachte. Ich bin so gutmütig und nachsichtig. Naja, das Glück muss auch Schattenseiten haben, sonst wäre es auf Dauer ja auch unerträglich. Was mich nicht daran hindert mich momentan und entgegengesetzt zu allen Meinungen und Sichtweisen die ich hier bereits vertreten habe, voll im Glück zu suhlen und breit zu grinsen.

Nun ja, so ist es momentan in Hubis Welt.

Einen Todesfall haben wir noch zu beklagen. Ein Hubi ist von uns gegangen. Es handelt sich dabei um den Hubi der sich nach einer Verabredung immer darüber geärgert hat zu passiv und feige gewesen zu sein. der Hubi der sich auf dem Weg nach Hause immer in den Arsch gebissen hat weil er sehr wohl die Chancen erkannte sie aber nicht wagte zu nutzen. Dieser Hubi ist schon am letzten Freitag von uns gegangen. Sein Platz nahm der 'Chuck Norris' unter den Hubis ein. Ein gefahrenliebendes, risikofreudiges, todesverachtendes Raubtier.

" ..I'm a tiger when I want love and I'm a snake if we disagree!"


Sonntag, Oktober 14, 2007

In vino veritas oder kommt Zeit, kommt Rat.

Ok. Der Beitrag der hier ursprünglich zu finden war geht mir nicht aus dem Kopf und ich habe ihn deswegen zurückgezogen. Wie ich mir in den letzten Tagen eingestehen musste hat mich das ganze Ding doch mehr gerockt als angenommen. Ich bin wohl doch verletzter ob dieses Vorganges als ich es mir eingestehen wollte. Gestern habe ich mit Eva gesprochen und unser Austausch gab mir Gewissheit über das was in mir vorgeht. Und als ich auf die letzte Woche zurückblickte nahm ich auch deutlich die blutrote Schleifspur wahr, die ich hinterlassen haben musste als ich mir in den letzten Tagen vorgaukelte alles sei cool und dabei wie ein Schwein blutete. Naja. Tut mir leid, aber ist besser so.

Freitag, September 28, 2007

Was ich nicht vergessen kann.

Ich bin wohl nachtragend. Just dieser Tage begab es sich, daß ich zu dem Schluss kam mal wieder alten Resten eine Chance zu geben. Ich schlug einer alten Clique vor das man sich doch mal wieder treffen könne. Ein Teil dieser langjährigen Clique ist ein ehemals bester Freund von mir, mit dem ich mich wegen einer Drecksschlampe von Frau überworfen habe. Die Zeit hat diese Wunde geheilt und ich dachte mir es wäre nett diese Person mal wieder zu treffen und zu erfahren wie sich sein Leben so verändert hat. Hat sich doch auch mein Leben stark verändert in den letzten Jahren. Doch alte Freunde sind ein zweischneidiges Schwert bei solchen Angelegenheiten. Auf der einen Seite kennen sie einen schon recht lange und vielleicht sogar gut und könnten einen auf Veränderungen hinweisen die man gemacht hat. Auf der anderen Seite möchten sie vielleicht das gewohnte Bild beibehalten. Im letzteren Falle ist ein solches Treffen nicht sehr ergiebig für das Ego. Für mein Ego.

Was ich eigentlich erzählen wollte, ich dachte darüber nach, daß die Beziehung zu diesem alten Freund schon vor der Drecksschlampe von Frau gekriselt hat und daß das sich alles schon zeimlich auseinander gelebt hatte. Immerhin lud man sich noch zu den jeweiligen Parties ein und sah sich hin und wieder mal. Und wie ich so grübelt über vergangene Zeiten und mildtätig vergab und vergaß kam mir eine Sache in den Sinn die ich nicht zu vergessen vermag und die ich, wie ich leider eingestehen muss, bis heute nicht vergessen und vergeben habe. Das war damals ungefähr so:

Wir waren jung, es war in etwa Anfang bis Mitte der Neunziger. Auf einer Party in einem Schrebergarten verdiente ich mir etwas Geld als Türsteher. Der Großteil der Partygäste waren Abiturienten, damals eher unbedenkliches Menschenmaterial. Auf eben jener Party wurde ich mit einer Frau bekannt gemacht deren schierer Anblick mich fast aus meinen Schuhen hob. Ich war sofort knallpengweg verknallt. Nur leider viel zu schüchtern um das zu kommunizieren. So unterhielt ich mich notgedrungen den ganzen Abend mit der besten Freundin dieser jungen Frau, in der stillen Hoffnung so unkompliziert Kontakt herstellen zu können. Kurz, es klappte nicht und ich ging nach Hause nachdem eine handvoll Araber die Party sprengten.

Diese Zeilen nur als Einstand für das was da nun noch kommen wird. Eine unbestimmte Zeit später, es kann ein viertel oder vllt auch ein halbes Jahr gewesen sein, treffe ich mich mit meinen damaligen Leuten zum Rollenspiel. Ich weiss nur das ich die zwei Wochen davor in Holland auf Klassenfahrt gewesen war. An der Tür werde ich von eben jenem oben genannten Mann abgefangen. Der berichtet mir, gemeinsam mit seiner Freundin, daß C. anwesend sei und das man plane sie mit R. zuverkuppeln. Ich nicke das ab und sage ok. Ich denke allerdings:
„Warum wird C. ,wer auch immer das sein mag, mit R. verkuppelt und nicht mit mir?“ Es kommt noch besser. Ich betrete das Wohnzimmer um R. zu begrüssen und da ist auch sie, die Frau von der Party. Mir wird schlagartig klar daß das C. sein muss und in mir bricht alles zusammen. Mir blieb die kurze Hoffnung das so eine Verkuppelung ja selten klappt und dann waren die beiden auch schon ein Paar. Von nun an waren es zwei Pärchen und ich, wie geil. Naja der Rest ist Geschichte, dreckige und schmerzhafte Geschichte. Heute, mehr als zehn Jahre später, schmerzt mich die Erkenntnis wie wenig mein damals bester Freund an mich geglaubt hat. Das soll kein Vorwurf sein, denn wir waren jung. Ich muss es trotzdem loswerden und ich denke in diesem Rahmen ist es am verträglichsten.

Ich weiss wirklich nicht wie ich damit umgehen soll, denn ich weiss daß ich das nicht wegwischen kann. Ich denke ich sollte kein Treffen suchen, denn ich will niemandem Vorwürfe mache und/oder zu Rechtfertigungen nötigen. Da ich es aber nicht vergessen kann und ich glaube erkannt zu haben das mein grösstes Problem, mein ganzes Leben lang, immer das war, das niemand an mich geglaubt hat, bin ich zu dünnhäutig für ein Treffen. Vielleicht mache ich den Eindruck auf Menschen das ich keinen Hilfe brauche oder will, aber wie armselig wäre es darum zu bitten?

R. hat mir vorgeschlagen mir ein Feedback zu geben wie er mich die letzten Jahre über erlebt hat, gnadenlos ehrlich drohte er an zu sein. Ich weiss nicht. Damit ist mir nicht geholfen. Das zieht nur runter und baut nicht auf. Wem ist schon mit gnadenloser Ehrlichkeit geholfen?

Im letzten Jahr habe ich Leute getrofffen die an mich geglaubt haben. Oder es zumindest verstanden mir positives Feedback zu geben. Und ich habe viel Kraft daraus gezogen. Diese Leute sind nicht die die ich als meine besten Freunde bezeichnen würde, um so mehr schätze ich ihre Geste.

Danke Koko, danke Miguel, danke Juliane, danke Anna, danke Lili, danke Konstantin.


Dienstag, September 04, 2007

Die Reifeprüfung (Spoiler)

Eben jenen Film habe ich mir eben mal wieder angesehen. Und das erste Mal seit ich weiss nicht wann, habe ich den Eindruck das Ben am Ende nicht glücklich ist. Nachdem er mit Elaine aus der Kirche geflohen ist und mit ihr im Bus sitzt darf man noch einmal in ihre Gesichter sehen, dazu erklingt sound of silence, und ich glaube in Bens Gesicht zu erkennen das er gehofft hatte etwas anderes zu fühlen wenn er Elaine für sich gewinnt.
Hat noch jemand den Film gesehen und wäre bereit seine Eindrücke mit mir zu teilen?

Donnerstag, August 30, 2007

Moral in Computerspielen

Ich spiele gerade Bioshock, ein wunderbares, stimmiges Spiel aus dem Hause 2k Games. Der Protagonist des Spiels gelangt nach einem Flugzeugabsturz über dem Meer in eine unheimliche andere Welt. Er kommt in die Stadt Rapture, diese ist auf dem Meeresboden gebaut und mit allem Schnörkel versehen den die 50er Jahre zu bieten hatten. Die Musik ist zeitgenössisch und tut eine Menge um den Spieler sofort in der Stimmung des Spiels gefangen zu nehmen. Diese schwankt zwischen Horror und milder Klaustrophobie. Durch meist dunkle Passagen kämpft man sich durch die herruntergekommene Stadt, irgendetwas ist passiert, etwas ging mächtig schief. Man findet Leichen, man wird angegriffen von völlig durchgeknallten maskierten Freaks. Und doch muss man immerwieder innehalten um die atemberaubende Schönheit dieses morbiden Ortes zu inhallieren. Ich trete durch ein schwere Stahlschott und es dringt Musik an mein Ohr (Bei mir bist du schön), im nächsten Moment höre ich die verrückten Schreie der Splicer, so werden diese letzten Überlebenden genannt, sie stürmen auf mich ein, schlagen mit Zangen, Messer und Rohren nach mir. Andere stehen in der zweiten Reihe und schiessen auf mich. Alles geht völlig durcheinander und die ganze Zeit höre ich 'Bei mir bist du schön'.

Ein wunderbares Spiel das es geschafft hat nicht vom Hype um die eigene Sache gefressen zu werden. Andere Spiele wie zum Beispiel Stalker haben das in meinen Augen nicht geschafft. Ganz grosses Tennis dieses Spiel. Eine Situation die es mir besonders angetan hat ist die um die 'little sisters'. Das sind Mädchen die genmanipuliert wurden um eine gewisse spielrelevante Substanz zu sammeln und zu erzeugen. Diese Mädchen im Alter von, ich schätze mal, 6-8 Jahren werden von ihren 'Big Daddies' begleitet. Riesige, schwergepanzerte Zeitgenossen deren ganzer Lebensinhalt es ist ihre 'little sister' zu schützen. Denn diese Substanz (Adam) ist für alle Einwohner Raptures von Interesse, auch für mich. Denn mit Hilfe von Adam ist man in der Lage sich selbst genetisch zu verändern und Fähigkeiten zu erlangen die weit jenseits dessen liegen was man von ordinären menschlichen Körper gewohnt ist. Man kann Blitze aus den Finger schleudern oder sich selbst entzünden und seine Gegner einäschern. Schon früh im Spiel vermittelt ein Nsc mir wie wichtig es ist an Adam zu kommen, denn ohne Adam würde ich in Rapture nur sehr, sehr schwer vorankommen. [SPOILER]Als ich dann auf die erste little sister treffe deren Big Daddy von Splicern umgelegt wurde, werde ich vor eine Entscheidung gestellt. Ich habe zwei Möglichkeiten. Entweder ich 'ernte' das Adam von der kleinen Schwester und bekomme dafür eine grosse Menge an Adam, töte sie aber bei diesem Vorgang. Oder ich heile sie und bekomme dafür wenig Adam aber das Lächeln eines kleinen Mädchens.[SPOILERENDE]

Ich musste nie darüber nachdenken welche Entscheidung zu treffen sei. Ich heile die Mädchen grundsätzlich. Ich habe nicht einmal das Spiel gespeichtert um mir anzusehen wie die andere Option dargestellt wird, ich will es nicht wissen. Ich sitze ziemlich viel vor dem Computer und spiele. Ich habe bestimmt schon 'ich weiss nicht wie viele' Spiele gespielt und ich glaube das wenn man sich soviel mit dem Medium auseinandersetzt, das es dann sehr wichtig ist auf seine moralischen Befindlichkeiten auch während des Spielens zu hören. Bei Stalker gab es Mordaufträge die durch reine Habgier motiviert waren, ich habe diese Missionen nicht angenommen, denn ich würde mich dabei nicht mehr gut fühlen. Bei WoW wurde ich als Taurenkrieger durch die Dörfer bei Hillsbrad gejagt und sollte dort Bauern umlegen. Dabei war es da total idyllisch und friedlich, es gab keinen Grund dort einfach einzudringen und diese Bauern zu töten. Es ging mir echt schlecht als ich dieses Quest damals hinter mich brachte.

Ich weiß nicht was diese Sensibilität bedeutet. Andere lachen mich aus wenn ich ihnen davon erzähle und sagen daß es sich doch nur um ein Spiel handeln würde. Ich weiss das es das ist, aber mit manchen Dingen möchte ich einfach nicht mal aus Spaß rumprobieren. Vielleicht liegt es auch daran das ich soviel und intensiv spiele, wenn mich ein Spiel begeistert dann kann ich darin abtauchen. Vielleicht heisst es auch das ich zuviel spiele und nicht mehr trennen kann. Wichtig bleibt für mich das ich meinen eigenen Befindlichkeiten folge und mich nicht durch das Angebot eine moralisch zweifelhafte Tat in einem Spiel zu begehen dazu hinreissen lasse es auch zu tun. Denn ich glaube das uns damit suggeriert werden soll das es völlig ok ist so etwas zu tun. Doch wenn man sich an so etwas gewöhnt setzt das gewisse Schwellen runter. Und damit meine ich nicht das der Spieler dann losgeht und Leute erschiesst. Ich denke nicht das einem gesunden Spieler so etwas geschehen würde. Ich meine damit das etwas in uns kaputt geht. Ich weiss noch ziemlich gut wie ich bei einem Kumpel (Hallo Ri!) das erste Mal Unreal Tournament vorgeführt bekam. Im höchsten Zoomfaktor wurden da mit einem Scharfschützengewehr die Köpfe von den Gegnern zerschossen, so daß diese blutig und aufwendig animiert zerplatzen. Nach ein paar Minuten zusehen war mir tatsächlich übel. Nach jeden Filmschnipsel in dem ich solche Gewalt mit ansehen musste, nach jedem Stück Text in dem ich so etwas las, besonders erwähnen möchte ich hier die Schilderung der Vorgänge in El Salvador während der 80ger Jahre in Noam Chomskys 'What Uncle Sam really wants' Seite 38-39, geht etwas in mir unwiderruflich verloren. Ich merke wie etwas zerbricht. Oft kann ich dann tagelang keinen klaren Gedanken fassen weil mich die Bilder dessen bespuken was ich dort erfahren habe.

Ich denke wir sollten sehr sensibel mit dem Thema Gewalt umgehen, egal welcher Natur diese Gewalt ist. Wir sollten uns nicht erzählen lassen was ok ist und was nicht. Wir sollten auf unsere Herzen hören und dann entscheiden. Denn schließlich sind wir für unsere Taten selbst verantwortlich und können nicht irgendwann sagen ich habe das nur getan weil alle das taten. Das wurde schon versucht und hat nichts gebracht. Wir sollten besonders unsere Kinder vor solchen Einflussnahmen schützen und sie anleiten wie man so etwas erkannt und wie man damit umgeht. Ich mache mir wirklich sorgen um die Spieler die die 'little sisters' töten um an ihr Adam zu kommen, ich frage mich was das für Menschen sind. Ob ich mich mit denen verstehen würde. Es würde mich auf jeden Fall sehr irritieren, aber dann auf der anderen Seite ist es auch wieder 'nur' ein Spiel.

Sonntag, August 26, 2007

Party rückwärts

Ich hatte vergessen wie es sich anfühlt gestreichelt zu werden. Das erste Mal fiel mir das vor ein paar Tagen auf, es war mehr eine seltsame Ahnung. Mir wurde plötzlich klar, daß ich keinerlei Gefühl an der Stelle hinterlegt hatte, wo diese Erinnerung abgespeichert sein sollte. Doch da ich in diesem Moment nur abstrakt darüber nachdachte und es nicht überprüfen konnte blieb nur das Gefühl das es so ist.

Heute saß ich dann auf der Geburtstagsfeier eines Freundes und eine ziemlich besoffene Frau rechts neben mir, sie entdeckte die Ausläufer meines Tattoos und schob meinen T-Shirtärmel hoch, dabei grinste sie mich neugierig an. Dann begann sie die Linien meiner Tättowierung mit den Fingern nachzuziehen und schien ziemlich beglückt darüber. Zumindest blickte sie immer wieder zu mir auf und grinste mich besoffen an. Und wie ihre Finger da über die nackte Haut meines Oberarms strichen fiel es mir wieder ein. Ich hatte tatsächlich vergessen wie sich das anfühlt.
Jetzt weiss ich wieder wie sich das anfühlt, mal sehen wie lange es dauert bis ich es wieder vergessen haben.

Ungefähr eine Stunde bevor mich die besoffene Frau anfasste hatte ich ein anderes Erlebnis. Ich war eigentlich schon am Gehen als mich eine Frau in der Küche meines Freundes in ein Gespräch verwickelte. Ich fand sie nicht sonderlich attraktiv, weder in Wort noch Tat, wenn ihr versteht was ich meine. Es entspannte sich ein typischer Smalltalk und nachdem ich meinen Namen und dessen Herkunft erklärt hatte war ich plötzlich mit ihr allein in der Küche. Diese Küche ist nicht sehr breit und die Frau saß direkt vor der Küchentür auf einem Stuhl, die Beine hatte sie an die gegenüberliegende Wand gestützt. Sie versperrte mir also den Weg aus der Küche.
Wie das mit einem Smalltalk so ist, fanden wir uns schnell beim Thema Job und/oder Studium/Ausbildung wieder und sie teilte mir mit das sie momentan arbeitssuchend sei. Als ich nachfragte was sie denn gelernt hatte, teilte sie mir mit das sie keine Ausbildung und auch kein Studium hätte. Zu diesem Zeitpunkt wäre ich liebendgerne gegangen. Aber es war niemand da an den ich das Gespräch delegieren konnte und ausserdem versperrte sie den einzigen Ausgang durch den ich durchgepasst hätte. Ich quälte mich noch durch ein paar Sätze zum Thema wie schwer das denn sei auf dem Arbeitsmarkt und darüber das sie trotz ihrer Situation glücklich sei. Ich wäre am liebsten schreiend weggerannt. Ich kann mir nicht vorstellen das jemand in Deutschland ohne Ausbildung oder Studium glücklich wird, nicht auf die Art und Weise wie ich Glück definiere. Das hat bei mir jede Menge mit Sicherheit zu tun. Und da ich mir das nicht vorstellen kann, empfand ich ihre Worte als leere Worthülsen, als Lügen, als Schönfärberei. Und sowas ertrage ich einfach nicht. Ich war arbeitslos, jahrelang. Das ist kein schönes Leben. Das ist die Hölle. Ich überlegte also fieberhaft wie ich nun aus diesem Gespräch entkommen würde ohne ihr zu Nahe zu treten und sagte nach einem weiterem Jahrhundert an Qual zu ihr, ob wir nicht gucken wollen was in der restlichen Wohnung noch abgeht. Sie durchschaute mich und bemerkte daß sie schon verstehe. Ich sagte nur daß es sich um ein sehr schweres Thema handele und ging an ihr vorbei in den Flur, nun da sie mich ja durchschaut hatte und keinerlei Anerkennung dafür übrig hatte wie sozial verträglich ich versucht hatte sie nicht sitzenzulassen sondern auch weiterhin zu integrieren, war ich auch befreit davon weiterhin Rücksicht auf sie zunehmen und ich wand mich anderen Gesprächspartnern zu.

Noch früher an diesem Tage bereitete ich mich auf diese Party vor. Aus diesem Grunde fand ich mich in unserem Badezimmer ein und legte eine längere Partie Körperpflege ein. Neben dem üblichen Dingen die ich da so tue griff ich zur Enthaarungscreme die ich vor einigen Tagen erworben hatte. Nachdem lesen der Anleitung war ich ersteinmal skeptisch, denn da steht doch wirklich das man erst einen Arzt befragen solle ob man das benutzen dürfe. Und nur zum Verständnis, bei dieser Enthaarungscreme handelt es sich nicht um ein Produkt aus der ehemaligen Sowjetunion sondern um ein namhaftes Enthaarungsprodukt (Veet). Da ich aber schon wieder recht buschig unter den Achseln war musste etwas passieren. Nachdem Fahrradfahren roch ich wieder wie ein Katzenklo und das ist unerträglich. Kurzerhand spachtelte ich mir die Creme unter die rechte Achsel und sah auf mein Handy. Man solle das 4 Minuten einwirken lassen und die Haare dann mit dem Spatel entfernen. Mein Handy brauchte ich um anhand der Stopuhr in meinem Handy die genaue Zeit zu erfassen. Man darf die Enthaarungscreme nämlich auf gar keinen Fall länger als 6 Minuten auf der Haut behalten. Warum genau verschweigen die Hersteller leider.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen. Es stinkt widerlich! Aber es wirkt. Der Spatel enfernte nach 4 Minuten die chemisch vernichteten Haare aus meinen Achseln und ich habe nun wunderbar glatte Babyachseln, wer will darf da gerne drüber streicheln.


Dienstag, August 21, 2007

August

Als ich ein Junge war habe ich die Welt so wundervoll anders gesehen. Heute muss ich oft darüber grinsen wenn ich darüber nachdenke. So dachte ich zum Beispiel noch bis weit in die Pubertät hinein mit einem gewissen Mitleid an die Mädels die sich in irgendwelchen Filmen auszogen und Sexszenen spielten. Ich konnte damals nicht verstehen warum Frauen die so wunderschön sind es nötig haben sich ihre Zuneigung vor der Kamera holen zu müssen. Ich dachte immer die hat keiner lieb und sie ist so einsam das sie gezwungen ist sich vor der Kamera lieben zu lassen. So sah ich die Welt.
Ich bin jetzt seit drei Wochen krank geschrieben. Und langsam fällt mir die Decke auf den Kopf. An manchen Tagen, wenn es mir gut geht, dann setze ich mich auf mein Fahrrad und fahre stundenlang durch die Stadt. Und jedes Mal stelle ich fest das ich mehr Luft auf den Reifen gebrauchen könnte und jedes Mal nehme ich mir vor einen Adapter zu besorgen damit ich meine Reifen an der Tankstelle mit Luft betanken kann. Es ist nämlich nicht mehr so wie ich das mal kannte das Mountainbikes Autoreifenventile haben, nein. Die haben jetzt spezielle Mounatinbikeventile und ich brauche einen Adapter zum Luft tanken. Wegen solcher Dinge gibt es das alte Spruchtum:" Reparier nischt, wat nisch kaputt sein tut!"
Morgen kümmer ich mich darum, ganz sicher.
Ich habe Neil Gaiman für mich entdeckt. Neverwhere habe ich in zwei Tagen weggeknuspert und an American gods sitze ich gerade dran. Stardust liegt schon auf dem Nachttisch und Mirrormask werde ich mir bald antun. Den ersten Sammelband von Sandman habe ich mir am Samstag angetan und morgen dürften Band 2 und 3 bei mir ankommen. Das ist der erste Autor den ich im englischen Original genauso schnell weglese wie auf deutsch. Ich weiss nicht ob das an seiner Sprache liegt oder an meinen Englischkenntnissen, aber es ist macht echt Spass. ES liegt wahrscheinlich wie immer, irgendwo dazwischen.
Das 'witzige' ist ja, daß mir Gaiman schon seit Jahren empfohlen wird von Leuten aus meinem Bekanntenkreis. Doch ich habe mich immer geweigert mich damit zu beschäftigen weil dieser Autor für mich die Leute repräsentierte die ihn mir empfohlen haben und ich wollte nichts an mir haben was mich mit diesen Leuten assoziierte. Nun stellt ich fest das sogar Koko Gaiman in seinerm Bücherregal stehen hat. Und wenn dieser völlig vergletscherte Zeitgenosse Freude an Gaiman finden kann oder konnte, dann kann ich das auch. Hier nun meine Rezensionen zu den bisherigen Werken:

Neverwhere

Ein Typ stolpert, mir nichts dir nichts, in eine seltsame Welt unterhalb der Stadt London. Er trifft auf eine wundervoll unheimliche Gesellschaft von Menschen und Wesen die unberührt durch die Zeit dort eine eigene Gesellschaft gegründet haben. Im London oberhalb der Gullideckel nimmt ihn keiner mehr wahr und es beginnt eine unheimliche Reise zu vielen seltsamen Orten. An deren Ende die Frage steht was wirklich zählt im Leben.
Unbedingt lesenswert. Charaktere die einem schnell ans Herz wachsen und die man vermisst wenn man mit dem Buch fertig ist.

Amercian Gods
Shadow wird aus dem Gefängnis entlassen und freut sich darauf endlich wieder nach Hause zu kommen. Doch dann kommt der Tiefschlag, seine Frau und sein bester Freund kommen bei einem Autounfall ums Leben und Shadow steht vor den Scherben seines Lebens. Das Jobangebot von Mr.Wednesday, den Shadow im Flugzeug kennenlernt, kommt da gerade richtig und ohne es zu wissen hat Shadow sich mit Leuten eingelassen die nur auf den ersten Blick ganz normale stereotype Amerikaner sind. Bei seinen Reisen mit Mr. Wednesday erfährt Shadow einiges über die Götter der Immigranten die mit, eben jenen, nach Amerika kamen.
Ein Roadtrip durch die Staaten mit einem desillusioniertem Gott als Beifahrer. Shadow der Hauptcharakter wird schön ausgearbeitet und man kann schnell nachvollziehen was den Mann treibt. Auch die Beweggründe der Götter werden schlüssig dargelegt und man fiebert bis zum Ende um jeden einzelnen mit.

The Sandman, Preludes & Nocturnes
In diesem Sammelband werden wir mit dem Sandman bekannt gemacht. Versehentlich beschworen und eingekerkert harrt er auf seine Freiheit. Als er diese endlich wieder erlangt steht er vor einem Neuanfang, seiner Machtinsignien beraubt macht er sich auf die Suche nach eben jenen.
Für mich persönlich war der Zeichenstil im ersten Moment nicht sehr ansprechend, aber mit jeder Seite die mich tiefere in die Geschichte zog öffnete sich mir auch die Kunst des Zeichners und am Ende des Bandes fand ich alles passend.

Soviel erstmal dazu, ich werde mehr schreiben wenn ich mehr weiss.

Montag, Juli 16, 2007

33

Das sind interessante Zeiten die ich erleben darf. Ich habe gerade Urlaub und somit einiges an Zeit um die Stadt wieder mal neu zu entdecken und um verrückte Ideen umzusetzen. Die Idee die dieses Woche prägte war die, daß ich mich tättowieren lassen will. Am Dienstag machte ich mich also an die Recherche was gute Tattoostudios angeht und erlebte, daraus resultierend, einiges Interessantes.


Dienstag

An eben jenem Dienstag lernte ich in einem Tattoostudio eine nette, junge Frau (Y.) kennen. Ihre strahlenden Augen und ihr Lächeln nahmen mich sofort für sie ein. Wir kamen locker etwas ins Gespräch und unterhielten uns über die Unwegbarkeiten des Tättowierens. Nachdem ich mich mit dem Tättowierer über den Preis und den Termin geeinigt hatte, verabschiedete ich mich und wollte von dannen ziehen. Doch eben jene, oben genannte Frau meinte das sie mit mir durchaus einen Kaffee trinken gehen würde und ich stimmte dem Vorschlag zu. Wir saßen dann etwa 3 Stunden in einer Cafeteria in Steglitz und erzählten uns einiges übereinander. Immer wenn sie lächelte wollte mir das Herz aus der Brust springen und sie lächelte oft und viel.

Bei Hugendubel tauschten wir dann Telefonnummern aus und jeder ging wieder seines Weges. Ich war beschwingt und fühlte mich bestätigt vom Schicksal das ich alles richtig gemacht hatte im letzten halben Jahr. Es ist nicht das schlechteste wenn man von einer attraktiven Frau zu einem Käffchen mitgenommen wird. Ich fühlte mich gross.

Später am Abend war ich dann mit einer Arbeitskollegin nett was essen, der Tag war also rund. Ich ging zufrieden lächelnd ins Bett als er vorbei war.


Mittwoch

Mission Tattoo geht weiter. Ich war unzufrieden mit dem Angebot des ersten Tättowierers aus Steglitz und meine neue Bekanntschaft ließ auch kein gutes Haar an dem Mann. Aber alles nach einander. Der Tag begann um 7.30h, ich begleitete meine kleine Schwester bei einem Besuch im Krankenhaus, danach fuhr ich heim und wollte eigentlich Schlaf nachholen, nur ließ mir das Tättowierding keine Ruhe. Ich laß eine alte Email von Miguel und beschloss spontan die darin genannten Studios abzuklappern. Ich stieg aufs Fahrrad und radelte los. Meine eigentlich Verabredung für den Abend hatte ich abgesagt weil ich mich geistig nicht im Stande sah zu leiten. Die Studios auf meiner Liste trafen nicht meinen Geschmack und ich fuhr quer durch Charlottenburg wieder nach Hause. Dabei stolperte ich an der Kant- Ecke Leibnizstrasse über ein kleines Studio. Ich hielt, sprach kurz vor und fühlte mich gleich gut aufgenommen. Leider war der Tättowierer selbst nicht anwesend, man teilte mir mit das dieser nach 17.00 Uhr anzutreffen sei. Ich radelte heim und stellte dort fest das ich Y. nur um wenige Minuten verpasst hatte als diese mich via MSN angeRrring!t hatte. Ich hüpfte verärgert durch mein Zimmer und meine innere Unruhe nahm weiter zu. Gegen 17.00 Uhr sprang ich wieder aufs Bike und raste zum Studio, dort machte ich alles wasserdicht und werde nun am 21.7. um 14.00 mit Tinte versehen.

Wieder zu Hause angekommen traf ich Y. online an und kurz darauf telefonierten wir und verabredeten uns für den Abend. Einen unbedeutenden Moment später saß ich in der S-Bahn nach

Lichterfeld West, ich hatte mir noch eben etwas Bob Marley auf meinen Player gezogen, denn das macht einen lockeren Gang und den Kopf frei. Ich verbrachte einige sehr nette Stunden mit Y. In einem Laden namens Palm Beach, eine Cocktailbar die auf Strand gemacht war, da lag sogar Sand auf dem Boden. Leider hatten die dort auch hin und wieder ein Musikangebot laufen das den besoffensten Ballermannkunden glücklich gemacht hätte. Ich hatte Spass. Wir unterhielten uns über Alles und Jeden und immer wenn sie lächelte fingen meine Sicherungsdrähte an zu glühen. Gegen 0.15 Uhr löste ich die Versammlung auf um noch eine S-Bahn nach Hause zu bekommen. Ich war euphorisch und verknallt. Ich war betrunken an der mir so unbekannten Situation. Auf dem Weg heim saß ich in der S-Bahn und schrieb Y. eine SMS und machte meine Absichten mehr als deutlich. Ich war dermaßen durch den Wind das ich am S-Bahnhof Schöneberg in die Falsche S-Bahn einstieg und Südkreuz noch mal umsteigen musste.

Als ich endlich zu Hause angekommen war, war sie schon lange Online und wir chatteten noch ein wenig über den Abend und was ich eigentlich wolle. Ziemlich abrupt war sie dann müde und ging offline. Ich war nicht müde, nur irritiert.

Nachdem ich mir noch eine halbe Stunde Nachtfernsehen gegeben hatte wurde auch ich müde.


Donnerstag

Mein B-day. Ich erwachte um 9.42 Uhr durch das Klingeln meines Telefons. Es war Y. und sie trällerte ins Telefon. Ich wollte nur pennen und war total neben mir. Die Irritation vom vorherigen Abend war durch den Schlaf übrigens nicht im geringsten beeinträchtigt worden. Sie hatte die ganze Nacht neben mir gelegen und auf die Rückkehr meines Bewusstseins gewartet. Als also das Telefon klingelte da war das seltsame Gefühl des Vorabends wieder da. Mir dämmerte das ich eventuell, von der Euphorie des Momentes getrieben, meinen Mund zu voll genommen haben könnte. Sicher war ich mir darüber nicht, aber ich fühlte mich elend.

2/3 der Leute die ich kenne riefen zwischen 10.00 und 12. 00 an, das war sehr nett von euch, danke. Um 12.00 Uhr stand ich dann endlich auf und wappnete mich für den Tag. Mein Frühstück bestand aus ein paar Scheiden Wasa Sesam mit ordentlich Salsa als Aufstrich. Dann zog es mich zu meiner Schwester. Dort verbrachte ich einen schönen Tag mit Bruscetta und Kuchen. Wir spielten mit der Wii und hatten Spass, auch wenn mich sowohl meine Schwester, als auch meine beiden Nichten beim Bowlen an die Wand gespielt haben. Ich revanchierte mich mit einer Runde Golf und machte die Damen platt, muahahah!

Gegen 17.30Uhr bekam ich eine SMS von Y., sie müsse zum Arzt und eine Wurzelbehandlung durchstehen, ob ich nicht mitkommen könne weil sie so eine Angst davor hätte. Da es für mich sehr schwer ist das Hilfeersuchen einer anderen, mir wichtigen Person abzuschmettern machte ich mich zu ihr auf den Weg. Obwohl es mein B-day ist und ich eigentlich gerade noch am Feiern bei meiner Family war. Aber wie hätte ich Nein sagen können ohne mich schäbig zu fühlen?

Ausserdem fühlte ich mich auch so schon schäbig, denn das Gefühl was ich beim Aufstehen gehabt hatte war die ganze Zeit über da. Nun ja, ich teilte ihr mit das ich ihr natürlich beistehen würde, daß es aber natürlich nicht so prall war dafür von seiner B-dayfeier weggeholt zu werden. Dann fuhr sie zu sich und ich zu mir. Auf dem Weg nach Hause wurde mir klar das ich mich völlig verzettelt hatte und das ich Y. sehr hart angepackt hatte. In einem verzweifelten Versuch meinen Kopf klarzubekommen und alles etwas ruhiger anzugehen teilte ich ihr mit, wieder via SMS, daß ich befürchtete das Maul zu weit aufgerissen zu haben und das ich mich deshalb Scheisse fühle. Sie fühlte sich durch meine Zeilen gedumpt! Ich erfuhr das als ich sie anrief um mich mit ihr zu besprechen, leider hatte sie da schon ihre Entscheidung getroffen und war stinkend sauer. Sie hängte mich freundlich ab und aus- die-Maus!


Nun ja, mittlerweile ist Sonntag und ich habe nichts mehr von ihr gehört und mich auch emotional wieder völlig distanzieren können. Ich bin ein Feigling, das muss ich hier mal ganz offen eingestehen. Wenn es um Herzensangelegenheiten geht dann bekomme ich weiche Knie. Diese sind dann allerdings von so einer Weichheit das es unverhältnismäßig zu den durchschnittlichen weichen Knien ist. Ich bekomme kein Wort mehr raus. Als ich ein teenager war habe ich mir angewöhnt solche Situationen mit einem Brief zu regeln. Eine SMS ist also eine moderne Form eines solchen Ausweges. Ich weiß das viele das feige finden werden und sagen werden das man manche Dinge persönliche regeln muss. But talk is cheap, man hat immer gut reden wenn es um die Leben von anderen Leuten geht. Ist bei mir ja nicht anders. „Was habe ich gelernt aus dieser Woche?“ ist die Frage die in meinen Augen offenbleibt. Das will ich ganz offen beantworten, auch wenn es für einige vllt offentsichtlich ist. Bis Mittwoch war ich doch tatsächlich der Meinung, daß ich mich auf jede Frau einlassen könne solange sie nur ein hübsches Gesicht hat. Ich dachte mir das sei das wichtigste, denn wie oft sieht man ins Gesicht der Frau und wie oft auf Brüste und Hintern? Also sagte ich immer sowas wie:“ Solange sie ein hübsches Gesicht hat, was mich anspricht, kann sie meinetwegen aussehen wie ein drei ärschiger Affe!“ Tja, ich lag falsch. Völlig daneben. Denn Y.'s Gesicht ist wunderschön, doch als sie mir erzählte das sie mit ihrem Übergewicht glücklich sei da konnte ich nur nervös zwinkern und ihr sagen das sie Quark redet. Sie vertrat daraufhin ihre gewichtige Meinung, daß sie sich nicht für irgendjemand anders verändern würde. Ich hatte diese Erwartung aber auch gar nicht an sie gestellt. Ich versuchte ihr zu vermitteln wie gut es mir geht seitdem ich mich so stark reduziert habe, aber sie winkte ab.


Nun ja, lange Rede, gar kein Sinn, sie verharrte auf ihrer Position und ich litt da ich wusste das sie im Herzen nicht meinte was sie sagte und immer wenn ich sie ansah, dann sah ich den wunderschönen, gesunden Menschen der sich hinter der Wand aus Fleisch verbarg. Niemand der Übergewicht hat ist glücklich. Ahnungslos vielleicht, glücklich nicht. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten das man gar nicht in der Lage ist Glück wirklich zu empfinden wenn der Speck zu dick ist.


Wo bringt mich das hin? Vor nicht mal einem Jahr war ich in mir selbst gefangen und dachte es gäbe keinen Weg da raus. Ich lag falsch. Und nun komme ich in eine Situation die ich mir sicherlich schon x-mal herbeigesehnt habe. Und was tue ich? Ich bin unzufrieden und nehme nicht an was mir da so freimütig angeboten. Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch ob man das erstbeste Angebot gleich annehmen sollte?

Sie hat mir diese Entscheidung abgenommen und ich bin nicht unglücklich darüber. Nun muss ich mir eingestehen das gewisse Erwartungen meinerseits immer nur aus einer theoretischen Sicht der Dinge entsstanden sind und leider nichts mit der Realität zu tun hatten. Ich kann niemanden lieben der sich selbst nicht wenigstens gern hat.

Trotzdem herzlichen Dank ans Schicksal von meiner Seite, diese Erfahrung war gross. Auch danke an Y. das du den Mut aufgebracht hast mich anzusprechen. Und da ich gerade beim Danken bin, fühlt euch alle mal gedrückt, besonders du Götz. Der Sommer ist für ein paar Tage zurück, macht was draus!

Samstag, Juli 07, 2007

Zeit abgelaufen

Dieses Gefühl in meiner Brust ist seit Wochen nur für diesen Tag reserviert gewesen. Heute war der letzte Tag an dem ich meine Hortgruppe sah. Ab Montag habe ich Urlaub bis Anfang August, also bis ins nächste Schuljahr, und dann kommt eine neue Gruppe Kinder in meinen Hort.

Die Gruppe von der ich mich heute verabschiedete kannte ich seit drei Jahre und sah sie fast täglich. Die meisten von ihnen waren seit der ersten Klasse bei mir und nun fehlen sie mir, nur heute, nur jetzt. Das ist professionell und praktisch so. Meine weiblichen Kolleginnen gingen mir schon furchtbar auf die Nerven mit ihrer gefühlsduseligen Art. Ich finde das nicht professionell.

Die Kinder sind heute nach Hause gegangen wie an jedem anderen Tag auch, erst in ein paar Tagen werden die meisten realisieren das sich da etwas geändert hat. Drei Jahre sind keine Zeit, rückblickend betrachtet.

Auf die neue Gruppe freue ich mich bereits, noch gehen die alle in die Vorschule und sind eine handvoll zahnlückiger Zappelflöhe. Als meine erste Gruppe damals kam waren die auch in dem Alter, das kann ich mir heute kaum vorstellen. Im Erzieherberuf gibt es selten Momente in denen man weiss das man etwas abschliessend behandelt hat. So wie ein Tischler der einen Tisch baut und irgendwann damit fertig ist. Jetzt ist aber ein solcher Zeitpunkt, zwar kann man in meinem Beruf nicht von einem Zustand ausgehen der als 'fertig' anzusehen ist, also ich werde meinen Tisch nie fertig tischlern. Ein solcher Zeitpunkt wird viel mehr durch die Zeitintervalle ausgelöst in denen man seine Arbeit tut. Es sind drei Jahre rum, ich bekomme eine neue Gruppe. Zeitinterval vorbei, ich bin fertig, ob der Tisch nun wackelt oder nur drei Beine hat. Meine Zeit ist sozusagen abgelaufen.

Ich sehe natürlich auch die Chancen die sich mir hier bieten. Denn ich weiss wie lang der nächste Zeitinterval sein wird und ich kann versuchen in dieser Zeit mehr und/oder anderes zu erreichen. Ich muss diese Gelegenheit nutzen um vor mir selbst eine gewisse pädagogische Rechenschaft abzulegen. Wo habe ich meinen Vorstellungen entsprochen? Wo war ich rücksichtlos und wo war ich blind? Was war gut und was sollte ich in Zukunft anders und besser machen? Ich freue mich sehr darauf, denn es ist das erste Mal das ich vor diesem Schritt stehe. Zumindest im beruflichen Umfeld. Das fühlt sich so furchtbar erwachsen an.

Aber heute ist noch Zeit um dem Vergangenem nach zu weinen. Ich hoffe bei den Kindern einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Ich hoffe sie etwas auf das Leben da draussen vorbereitet zu haben. Ich hoffe das sie durch mich erfahren haben das es nicht schlimm ist anders zu sein. Ich wünsche mir das die Kinder mich als coolen Erwachsenen in Erinnerung behalten auf den man bauen konnte und mit dem man viel Spass haben konnte. Ich hoffe das sie auch weiterhin an geschmeidige Kollegen geraten die sie nicht zu Nazis oder Spiessern erziehen. Sie sind mir doch ziemlich an Herz gewachsen.

Macht's gut ihr kleinen Menschen.

Donnerstag, Juni 21, 2007

In der Zwischenzeit

Soviel von dem ich schon seit Wochen erzählen will, aber erst jetzt läst der Zustand meines rechten Ringfingers schreiben wieder zu. Wie kam das alles? Das war so......

Am 19ten Mai fuhr ich glücklich die Kantstrasse entlang und erfreute mich der tollen Wetters, eben hatte ich ein Herrenoberhemd gekauft das ungefähr 100 Nummern kleiner war als das letzte was ich davor gekauft hatte. Davor war ich bei Chapeaux in der Bleibtreustrasse gewesen und hatte mich nach einem Hut und dessen Preis informiert (250€). Also nichts ahnend radelte ich die Kantstrasse entlang, da es schön leer war gab ich richtig Gas und schaltete gerade hoch als plötzlich vor mir eine Fahrertür aufging. In dem Moment als ich realisierte das es so war, kollidierte ich bereits mit der Autotür und flog über sie hinweg, elegant wie ein landender Albatross, Kopf voran auf die Kantstrasse, ich rollte mich ab und sprang sofort wieder auf die Beine um von der Strasse runter zu sein. Ich danke Jah auf Knien das hinter mir keine Auto fuhr. Was war also en detail geschehen? Die Autotür wurd praktisch in meine Flanke rein geöffnet und verkeilte dabei meine rechte Bremse, also zog sie an. Dabei wurde meine rechte Hand am Lenker fixiert als ich abflog und löste sich auch nur unter Protest von diesem. Kurz ich brach mir den rechten Ringfinger und quetschte und prellte mir die ganze rechte Hand. Schönes Ding sowas. Die Hand schwoll sofort auf doppelte Grösse an und blutete heftig an einigen Stellen.

So, der Verursacher ( http://www.rbb-online.de/_/panda/beitrag_jsp/key=4064388.html , der Herr der Affen ist der Mörder meiner Hand) dieser Situation war total im Arsch, er sah aus als hätte er einen leichten Schock davon getragen, aber irgendwie war mir das zu diesem Zeitpunkt scheissegal. Der Typ meinte doch tatasächlich wir könnten das ohne Polizei und Krankenwagen klären, aber da lag er falsch. Meine Hand war im Arsch, nicht mein Kopf. Ich liess den Typen einen Krankenwagen ordern und packte einhändig meine Sachen zusammen und schloss mein Fahrrad an. Dann ging alles recht schnell, ich wurde in den Krankenwagen verfrachtet, der Polizist nahm meine Personalien auf und ich wurde ins Westend gefahren. Dort hielt ich mich drei Stunden auf, wurde geröngt und sozialisierte mich mit anderen wartenden Patienten und Patientenfreunden. Ich sah keinen Arzt und konnte dann nach der angegebenen Zeit wieder gehen.

Was folgte waren vier lange und heisse Wochen mit einer verkackten Schiene an der rechten Hand. Und da ich Rechtshänder bin wurde mir auch sehr schnell unangenehm klar wie wichtig diese phenomenale Hand für mein Alltagsleben so ist. Anfangs konnte ich mit Schiene nur acht Zeilen handschriftlich auf einem DinA4 Blatt vermerken, zum Schluss waren es immerhin schon 12. Naja, seid gestern ist die Schiene ab und ich bin glücklich. Ist meine rechte Hand doch die einzige Frau die mich wirklich versteht und auch noch nicht im Freundskreis rumgefickt oder mich hintergangen hat.

Was war das für eine schöne Zeit als Frauen noch reine Wesen waren. Und ich Frauen 100% vertrauen konnte. Als ich noch nichts darüber wusste das die Urges die Frauen treiben nicht andere sind als die, die Männer bewegen. Heute bin ich nicht mehr zu ertragen, ich misstraue allen und jedem. Denn nur zu gut weiss ich mittlerweile was Menschen treibt und das die Mehrheit nicht an mehr denkt als an den eigenen Bauch. So wie ich. Es macht mich krank und ich denke darüber nach mir eine Katze anzuschaffen. So ein Tier besteht nur aus Urges und man kann einem Tier ein solches Verhalten nicht vorwerfen. Ihr Zuneigung und Ablehnung ist immer unmittelbar und nichts geheucheltes. Das ist gut. Ich bin ein Beziehungsnazi und eine Katze wäre ein gutes Opfer, für den Anfang.

Tja, was ist seitdem noch alles passiert? Pascha ist bei uns eingezogen und hat Angie mitgebracht. Das war auch gut so, denn als Kater ist es nicht so einfach Möbel durch die Gegend zu schleppen, dafür hält er sich die Angie.

"Ist die Zeitkoordinate nur lang genug, sinkt die Überlebensquote für jeden auf Null…"

Fight Club

Dienstag, Mai 15, 2007

Schluck du Stück!

Wunderbar das Wetter da draussen, Aprilwetter im Mai. Aber ich will mich ja gar nicht beschweren, jenseits jeder Befürchtung wegen des Weltklimas, finde ich es wunderbar. Ja wirklich.

Nur die Bäume machen mir Sorgen. Besonders solche die dieser Tage damit beschäftigt sind heftig in ihre Umwelt zu ejakulieren. Allerorts werde ich mit Baumsperma beflockt. Und neulich beim Fahrradfahren ist es dann passiert, da hat mir doch glatt einer dieser Bäume in den Mund gespritzt. Ich quittierte das mit heftigem Husten und einer wenig eleganten Bremsbewegung. So wie das geschmeckt hat kann ich dem Baum nur dringendst anraten einen Arzt aufzusuchen oder zu Axt und/oder Säge zu greifen um sich ein Ende zu setzen.

Nein, auch die Tatsache das ich vegetarisch lebe hat mir das Ejakulat nicht versüsst. (Ja ich bin erst so kurz Vegetarier das ich dauernd darauf hinweisen muss)

Ein wenig mehr Anstand darf man doch bitte auch von unserer Flora erwarten. Oder wie bitte soll ich mir dieses völlig ausgeflippte Verhalten erklären? Wahrscheinlich gibt es einige die jetzt sagen würden:“ Die stehen doch das ganze Jahr nur rum und sind stoisch, da werden die sich doch einmal im Jahr mal austoben dürfen!“

Ja wunderbar! Springbreak der Bäume auf Berlins Strassen, halbnackte Eichen werden von besoffenen Kastanien angegröhlt. Eben bin ich fast von einer Ulme in einem Cabriolet überfahren worden, auf dem Rücksitz 4 blutjunge Linden in Badeanzügen. Im Park liegen die Hippieweiden völlig zugekifft am Lietzensee und das Stück Treibholz dort im Wasser ist der tote Körper einer Pappel die gestern Abend besoffen in den See gefallen ist. Und nach drei Wochen ist der Spuk wieder vorbei und alle sind wieder brave Bäume auf ihren Universitäten.

Ich weiss ja nicht. Haben die sich eigentlich schon mal Gedanken über Verhütung und Sexualkrankheiten gemacht? Wer weiss was die sich bei mir alles holen können. Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen das es nicht einfach ist Bäume mit Kondomen zu versehen. Auf der anderen Seite hat Christo ja auch den Reichstag eingepackt. Vielleicht wäre es eine sinnvolle Nutzung der Verpackungskünste dieses Menschen wenn er sich im Frühling um Baumpräservative kümmern würde. Ist sicherlich auch ein gutes zweites Standbein für denn Fall das Gebäude einpacken mal nicht mehr so en vogue sein sollte.

Und mir geht es ja noch gut, jetzt rege ich mich auf weil ich etwas Ejakulat abbekommen habe. Es soll ja zig Millionen Menschen geben die allergisch sind gegen derartige Ergüsse. Heuschnupfen nennt sich das dann verharmlosend und täuscht damit völlig darüber hinweg das es sich um eine Sexualkrankheit handeln muss die von Bäumen übertragen wird.

Es ist an der Zeit das wir nicht mehr weggucken und schlucken was hier passiert, sondern daß wir die Stimmen erheben und uns gegen den rücksichtslosen Sexualtrieb der Pflanzen zur Wehr setzen. Unsereins kann sich auch nicht an den Strassenrand stellen und irgendwelche Frauen anspritzen, das geht nicht. Das ist versucht worden und war erfolglos. Nun gibt es immer ein paar ewig gestrige die sich mit den Forschungsergebnissen der letzten Jahre nicht abfinden wollen und trotzdem in Wald und Flur stehen und onanierend nach einer Ejakulationszielscheibe suchen. Neueste Forschungen deuten darauf hin, daß dies auf die erhöhte Zufuhr von pflanzlichen Saatgut zurückzuführen sein könnte, welches sich über die Schleimhäute in Mund und Nase in das Gehirn vorgearbeitet hat. Dort soll es sich in einer Art Gespinst mit den menschlichen Nervenbahnen verwoben haben und führt bei einigen schweren Fällen eben zu jenen baumähnlichen Verhaltensweisen wie öffentliche Ejakulationen.

Auch im Volksmund findet man Hinweise auf solche Zusammenhänge wie zum Beispiel: Latte, Lustwurzel, Eichel und nicht zuletzt von der Palme wedeln. Leider ist kaum noch Hintergrundwissen zu diesem Thema vorhanden und die Wissenschaft steht praktisch vor einem Neuanfang.

Samstag, Mai 05, 2007

Albinotarantel


Es ist doch mal wirklich legendär wie scheisse ich aussehe. Ich schreibe das jetzt nicht damit irgendjemand aufspringt und mir das Gegenteil sagt. Doch mit jedem verlorenen Kilo wird es deutlicher, ich bin nicht nur fett, ich bin auch schreiend hässlich.

Keine Ahnung wie oft ich zu anderen Leuten gesagt haben: „ Na und? Ich bin fett, ich kann abnehmen. Du bist hässlich, was machst du?“ Doch, wie es sich jetzt herausstellt, bin ich beides und ich muss mir die Frage selbst stellen. Ich sehe in mein Gesicht und möchte schreiend wegrennen, doch leider ist mein Gesicht immer dabei, es ist nur schwer abzuhängen und das erste Mal seitdem ich dem Alkohol entsagt habe denke ich darüber nach mal wieder was schön zu saufen, mich selbst. Das wird ein Rausch.

Ich sehe alt und verbraucht aus, mein Haaransatz hat sich schon fast auf den Hinterkopf zurückgezogen und mein Doppelkinn schlägt immernoch Wellen wenn ich zu schnell spreche. Manchmal hört mein Unterkiefer erst eine halbe Minute nachdem ich aufgehört habe zu sprechen auf zu schwabbeln. Es ist kein schöner Anblick.

Mein Bauch ist jetzt zwar kleiner und nicht mehr weiter vorn als meine Boobs, aber beides ist noch da. Mein Bauch sieht aus wie ein leerer Turnbeutel, wer also illegale Dinge geschmuggelt haben möchte, oder sein Turnzeug vergessen hat, kann sich gerne bei mir melden. Und mein Haarwuchs, alter Vadder, ich dachte ich sei nicht so stark behaart wie andere, aber nun muss ich erkennen, das meine Haut dermaßen gespannt war das die Haare einfach weiter auseinander gezogen wurden und dadurch eine geringere Dichte entstand. Jetzt wo sich das alles entspannt üben meine Haare auch wieder den Schulterschluss. Es ist nicht zu ertragen, ich komme mir vor wie eine menschliche Milchtarantel.

Ok, es gibt auch ein paar Punkte die gut sind. Ich bin fitter denn je, ich komme nicht mehr so leicht ins schwitzen wie früher. Es ist wieder akzeptabel einem Bus oder ein Bahn nachzulaufen. Schön ist auch das man auf der Strasse wieder als Teil der menschlichen Gesellschaft wahrgenommen wird und die Blicke die man erntet nicht nur darauf beruhen das jemand angewidert ist. Ich denke mittlerweile ist die Angewiderheit eher einer gewissen perversen Neugierde gewichen. Die Leute fragen sich wer ist der Typ mit dem Turnbeutelbauch und dem Schwabbelkinn, vllt ist es aber auch Mitleid das die Leute bewegt. Ich weiss es nicht.

Einzig über meine Beine kann ich nichts schlechtes sagen, die sind ganz weit vorne und sowohl dem Auge gefällig als auch mir dienlich in der Fortbewegung. Sie haben mich nie im Stich gelassen und wollten eigentlich immer nur mein Bestes. Neulich war ich sogar in einer normalen Hosenabteilung und habe mir dort eine Hose gekauft, ohne meine Beine wäre das gar nicht möglich gewesen. Es ist wunderbar die XXXXXXXXXXXL-Abteilungen meiden zu können und die dortigen Kunden mit mitleidigen Blicken belegen zu können. Ich möchte hämisch lachen und mit Fingern auf sie zeigen, aber sowas macht man ja nicht. Also mache ich es hier, tut mir auch gut.

Ich bin guter Dinge und der Sommer kann gerne kommen, mein Bikini liegt parat.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Kaution

Das ich mich an gewissen Gesellschaftkonventionen störe sollte ja mittlerweile durchgesickert sein.

Momentan denke ich darüber nach meinen Videotheksausweis zurückzugeben. Das begann alles damit das die Jungs von der Videothek 'Videoworld' eine Kaution in Höhe von 3€ für den Mitgleidsausweis verlangten. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, daß sie sich zu dieser Praxis entschieden hätten, weil es eine Zeit gab in der unverhältnismäßig viele Leute ihre Mitgliedsausweise verloren hatten und die Videothek neue ausstellen musste. Sinn hinter der Maßnahme ist es den Kunden durch die hinterlegten 3€ zu einer grösseren Sorgfaltspflicht zu erziehen. Nun ist es aber keinerfalls so, daß man bei Verlust des Ausweises einen neuen ausgestellt bekommt. Nein, man muss weitere 3€ hinterlegen um einen neuen Ausweis zu erhalten. Das erschien mir nun doch etwas seltsam und ich teilte den Videomenschen mit das ich diese Praxis für Abzocke halte. Da ich zu diesem Zeitpunkt allerdings unbedingt einen Film sehen wollte nahm ich das Geschehen billigend in Kauf. Immerhin bekommt man seine 3€ zurück wenn man seinen Ausweis zurückgibt.

Als ich den Film wieder abgeben wollte kam ich auf die Idee mir ein Videospiel auszuleihen (Final Fantasy XXII) und der Videopansen wollte mir eine Kaution von 10€ aus der Tasche ziehen. Sicher ich bekomme die Kohle wieder. Und sicher 10€ sind nicht die Welt. Scheisse fand ich es trotzdem und ich verzichtete auf das Videospiel.

Was hat mich gestört?!

Er begründete die 10€Kaution damit das soviele Spiele gestohlen werden. Ich habe noch keiner Videothek etwas gestohlen, wieso soll ich 10€ bezahlen und mich wie ein potenzieller Videospieledieb behandeln lassen? So geht man nun wirklich nicht mit Kunden um. Wenn ich mir das mal genauer angucke sieht es doch so aus, der Videopansen weiß wie ich heisse und wo ich wohne, der hat sich meine Personalausweisnummer aufgeschrieben. Wenn ich nun also etwas bei ihm ausleihe und es nicht wieder zurückbringe, dann ist ganz klar wer ich bin und wer das alles ersetzen muss, nämlich ich. Und trotzdem soll ich weiterhin noch einmal 10€ hinterlegen, nur für den Fall das? So ein Schwachsinn. Wenn ich den Gedankengang des Videopansen nämlich selbst anwende und umdrehe, bin ich nicht mehr in der Lage ihm 10€ anzuvertrauen, er könnte sich ja damit nach Hawai absetzen. Und ich wüsste ja nicht mal wie der Videopansen heisst und hätte es viel schwieriger als er mein Recht einzufordern. Denn wenn meine Unterschrift unter den Vertrag nicht ausreicht um mir ein Spiel auszuleihen, dann kann mir auch nicht sein Wort ausreichen das ich meine 10€ wiederbekomme. Denn seine Annahme das ich mit FF XXII abhauen könnte macht doch nur all zu deutlich wie verdorben der Videopansen ist. Wie sollte ich ihm bei so einem miserablen Vertrauenverhältnis Geld anvertrauen können?


Eigentlich müßte sich der Typ doch dafür entschuldigen mit einer solchen Implikation daher zukommen. Ähnlich wie das auch Polizisten nach einer Kontrolle tun sollten die sich als ungerechtfertigt herausstellt, oder Kontrolleure von Fahrscheinen. Ich bin entschieden dagegen pauschalisiert behandelt zu werden, wenn diese Pauschale davon ausgeht das ich einVerbrecher bin. Das sind nämlich die wenigsten von uns und ich halte das für eine ganz ungehörige Annahme aus der gewissen Menschen Vorteile für sich herausschlagen, zum Beispiel Videothekare.


Dienstag, April 24, 2007

Die Wochen rasen ins Land, ich weiss gar nicht wo meine Zeit hin ist. Wenn ich auf meine Hände gucke sehe ich meinen Handrücken und finde ihn mager, ich kann deutlich die darunter liegenden Blutgefässe sehen und am Handgelenk treten deutlich die Knochen hervor. Ich verändere mich und das nicht nur körperlich, obwohl die Veränderungen dort am leichtesten einzusehen sind.

Ich fühle mich momentan nur auf der Arbeit richtig ausgefüllt, dort habe ich zu tun und dort geschieht immer wieder was interessantes. Das mir sowas passiert, ich habe Spass an der Arbeit und sie ist mein Lebensmittelpunkt geworden. Urlaub und abgebummelte Überstunden sind nach kurzer Zeit ein Quell unsagbarer Langeweile. Ich glaube ich kenne einfach zu wenig Menschen, oder ich habe zu denen die ich kenne keine Beziehung etabliert die es mir möglich oder gar leicht machen würde mich mit ihnen zu sozialisieren. Was in erster Linie daran liegt das ich niemanden auf den Keks gehen will. Nicht umsonst beginnen viele meiner Telefongespräche mit der Frage ob ich gerade störe, oder im Falle dessen das ich gerade wohlgelaunte Frechheit verströmen will, mit dem Ausspruch:“Ich hoffe ich störe gerade!“ Beides ist Ausdruck der Befürchtung das ich mich gerade jemanden aufdrängeln könnte der aus Höflichkeit nicht in der Lage ist zu sagen das ich störe oder das er nicht mit mir sprechen möchte. Meistens stellt sich sowas nämlich recht schnell in einem solchen Gespräch heraus und dann bin ich richtig pissed. Ich komme den Leuten also auf halbem Weg entgegen und eröffne ihnen die Möglichkeit sich gleich am Anfang des Telefonats aus der Affäre zu ziehen. Nur innerhalb der Familie frage ich das nie, die haben keine Wahl.

Ich nehme weiterhin ab, darüber bin ich glücklich. Eine unerwartete Gewichtszunahme kann mir den ganzen Tag versauen. Und schon heute wird klar, daß wenn ich einen Tag mal keinen Sport treibe, ich sofort wieder zunehme. Das gute Wetter macht es ja zum Glück möglich jeden Tag etwas für den Körper zu tun, aber was ist im Winter, wo kommt dann meine tägliche Ration Bewegung her? Bei den Wetterverhältnissen der letzten Jahre muss ich mir keine Gedanken über einen langen Winter machen, aber es kann durchaus sein das der Winter morgen wieder zurückkehrt. Wer weiß das schon?

Ansonsten? Tja, nichts. Vielleicht bekommen wir Valmint wieder auf die Beine. Daran glauben tue ich zu diesem Zeitpunkt nur sehr verhalten. Schön wäre es trotzdem. Doch irgendwie werde ich das Gefühl nicht los daß das nichts mehr wird. Meine Mitmusiker sind so zurückhaltend und dadurch schwer einzuschätzen. Lust hätte ich allerdings schon sehr.

Soviel aus meinem Kopf.


Dienstag, März 20, 2007

Sozialsymbiose oder hübsche Frau und fette Sau

Scheisse war das heute kalt. Zwei Paar Handschuhe musste ich zum Schutz gegen die Kälte tragen um zu verhindern das der Fahrtwind meine Finger an der Bremse festfrieren lässt. Vielleicht war es auch die Kälte die mir half die Strecke von zu Hause zur Arbeit, U-Bahnhof Kaiserdamm bis S-Bahnhof Marienfelde für Interessierte, in 55 Minuten zu bewältigen. In Luftlinie sind das 12km, meine Route ist etwa 16km lang. Laut Routenplaner des ADFC ist es ein akzeptabler Zeitwert wenn man die Strecke in einer Stunde schafft.

Wenn ich so auf dem Rad sitze und Berlin in verwischten Momentaufnahmen an mir vorbeisaust dann bleibt, ähnlich wie beim Schwimmen, viel Zeit zum Nachdenken. Wobei ich auf dem Rad wesentlich mehr Rechenleistung bei meiner Aufmerksamkeit belassen muss, wenn ich nicht als fettiger Schmierfleck unter einem LKW enden will. Auf dem Weg nach Hause sah ich etwas das mir schon lange nicht mehr so deutlich aufgefallen war. Ich sah zwei Mädels im Alter zwischen 14-16 Jahren, eine davon sehr attraktiv und die andere eher jenseits der Norm. Ich will jetzt keine blöden Bemerkungen darüber hören das ich ein 14-16 jähriges Mädchen attraktiv finde, darüber sprechen wir ein andern Mal. Wir erinnern uns, alles was sich innerhalb einer gewissen Norm bewegt wird von der Mehrheit attraktiv gefunden, je mehr man sich von dieser Norm entfernt umso kleiner wird der Kreis derer die das Angebot dann noch attraktiv finden.

Meine Gedanken begaben sich auf eine Zeitreise und ich erinnerte mich daran das es auch in meiner Generation üblich war solche sozialsymbiotischen Beziehungen einzugehen. Meine Theorie dazu ist folgende. Das attraktive Menschlein braucht ein starkes Gegengewicht(!) um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und das normferne Menschlein braucht den anderen um Zugang zu gewissen Teilen der Gesellschaft zu erhalten. So kommt dann für beide was dabei rum. Unterstützt wird diese These durch die Aussage das es ja immer nur bei den hässlichen Menschen auf die inneren Werte ankommt, siehst du gut aus interessieren die inneren Werte in erster Linie doch keinen. Und da der hässliche Mensch das immer wieder, mehr oder weniger subtil, vermittelt bekommt beginnt er sich ein 'beautiful mind' zu bauen. Und an diesen, eher der Utopie entliehenen, Moralvorstellungen und Prinzipien kann sich das schöne Entlein orientieren, denn von alleine muss es sich gewisse Gedanken ja nicht machen. Das ist eigentlich eine ziemlich schlau eingefädelte Sache. Gut, das ist nun meine Sicht, die Sicht von jemanden der von sich denkt eher normfern zu sein. Vielleicht gibt es unter euch ja welche die der Meinung sind das sie das andere Teil einer solchen Symbiose waren. Und vielleicht kann sich ein solcher jemand dann mal dazu äussern wie sich das so von der anderen Seite so darstellt!?

Montag, März 12, 2007

Dein Glück

Ihr strahlt vor Glück,

aus jeder Pore trieft es raus,

jede Geste, jeder Blick,

drückt es doch ganz deutlich aus,

ihr habt einander gefunden,

aus eins und eins, wird eins.

Nicht für Minuten oder Stunden,

sondern für die Ewigkeit,

ein gröss’res Glück gab’s keins.


Ihr haltet Händchen und kichert laut

Ihr seid einander oh so vertraut,

Doch um eines bitt’ ich euch,

und sagt nicht ich wäre neidisch.

Doch euer Glück ist penetrant

Die Art wie ihr damit hausieren geht ist unverzeihlich


Ich versuch verzweifelt ernst zu sein,

die Trauer in mir stets zu pflegen,

doch ich weiss weder aus noch ein,

denn ihr da draussen, voller Glück

seid penetrant und sehr geschickt

mich mit eurer Euphorie zu stören.


Ich möcht von eurem Glück nichts hören.

Will nicht hörn wie's euch geht

Will nicht sehen wie ihr lacht

Oder wie ihr beieinander steht


Denn das Glück anderer leute,

so klebrig und grell,

verdirbt mir meine schlechte Laune schnell.



Fliegen

Heute war ich fliegen,

zumindest hatte ich das vor.

Alleine fliegen ist gar nicht leicht,

besonders wenn man einzelner Flügel heisst.

Das Fliegen zu zweit ist von recht leichter Art,

doch ein Flügel alleine schafft nicht mal den Start.

Da kann er schlagen und flattern, so doll er auch kann,

ein einzelner Flügel hebt weder Maus noch Mann.



StVo

WAHHHHH! Ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Erzittere Berlin, deine Strassen werden nie wieder sein was sie mal waren. Aus den tiefen des blauen Nasses erhebt sich mein kritisches Auge nun auf Strassenniveau. Nichts wird mir entgehen.

Hier mein Plan:

-jeden Tag Fahrrad fahren, dadurch noch schneller abnehmen;

-schön werden bis zum Sommer und dann alle Frauen in den Wahnsinn und ins Unglück treiben;

-fette Leute auslachen und mit nacktem Finger auf sie zeigen;

-einfach mal entspannen;


Hier meine Ausrüstung: -ein Fahrrad, schnell wie Kruppstahl und hart wie ein Windhund;
-ein Helm, damit das weiche im harten bleibt falls es mal ungewollte Manöver gibt. Ausserdem will ich ja zur Arbeit fahren mit dem Rad und die Kinder werden mich spätestens am dritten Tag fragen warum sie Helme tragen müssen und ich nicht, ergo ein Helm.

Nach zwei Fahrradtouren, eine vom Kaiserdamm in den Wedding und die andere vom Kaiserdamm nach Marienfelde, kann ich schon soviel sagen. Die Rückenschwimmer unter den Fahrradfahrern sind die Pansen die auf dem Radweg in die falsche Richtung fahren und nicht mal den Anstand haben ein schuldbewusstes Gesicht zu machen wenn ein Kenner der StVo vorüberfährt. Lustig finde ich auch die Radfahrer die unter dem lauten Klicken ihrer Schaltung an mir vorbeisausen, die ich aber dann an der nächsten Ampel wieder einhole und breit grinse. Ja, so ist das lustige Radfahrerleben.

Freitag, März 09, 2007

Kampfschwimmer

Heute war ein grosser Tag, der Anfang einer neuen Ära in meiner kleinen Schwimmsportwelt. Schon als ich in die Dusche kam wurde ich angequatscht. Ein jemand, der auch immer da ist wenn ich es bin, sagte: „Du bist aber heute spät dran!“ Ich sah den Mitschwimmer an, der in Badehose unter der Dusche stand und dachte mir das das absoluter Quatsch ist, denn ich muss Freitags immer bis 17.00 Uhr arbeiten. Antworten tat ich allerdings: „Jap, musste arbeiten“. Er guckte mir dann beiläufig auf meinen kleinen, beschnittenen Schwanz und nickte. „Haste aber Glück, ist gerade leer, kommst gerade richtig, bist doch einer von den Kampfschwimmern“ sagte er während ich mich einseifte. Ich sah ihn an und sprach: „ Naja ich will abspecken“ dabei klatschte ich mir auf die nackte Wampe und zwängte ich mich dann in meine Badehose. Ich wünschte dem Mitschwimmer noch einen schönen Abend und ging zum Pool.

Man wird also als Kampfschwimmer wahrgenommen sobald man kontiniuierlich seine Bahnen zieht und dabei auf die Zeit achtet die man dafür braucht, interessant. Das Wasser fühlte sich heute etwas kühler an als sonst. Lieber Kampfschwimmer als Walross.

Im Wasser tat ich dann was von mir erwartet wurde. Nachdem ich mir das anwesende Menschenmaterial angesehen hatte, leider niemand ansehnliches dabei, ich war also in guter Gesellschaft, setzte ich meine Brille auf und pflügte los. Während ich Bahn 48 zog musste ich dann zum dritten Mal der selben Frau beim Rückenschwimmen ausweichen und ich machte mich mit mißmutigen Ton bemerkbar. Nun werden aufmerksame Leser aufhorchen und vermuten das ich mich wieder nur bei einer Frau getraut habe. Aber wer so denkt liegt falsch. Denn diese Frau war mit ihrem Freund da. Sie schwamm rücklings vor ihm her und er brustlings hinter ihr her. So als würde er verzweifelt versuchen auf sie rauf zurobben und sie würde immer wieder entkommen. Dabei grinste der Kerl dermaßen debil das mich die Vermutung überkam das die Rückenschwimmerin ein Loch im Schritt ihres Badeanzugs haben muss. Mit Hilfe meiner Schwimmbrille entkräftete ich meine Vermutung beim Vorbeischwimmen. Ich habe ja nun schon einiges mitansehen müssen weil sich Leute ohne Schwimmbrille unter Wasser unbeobachtet fühlen. Der ältere Herr der gepflegt das gute alte Mütze-Glatze-Spiel spielte, das frischverliebte Pärchen am Beckenrand, wo sich seine Hand dauernd zwischen ihren Beinen befand, verrutschte Badehosen, Leute die nur so tun als ob sie schwimmen u.s.w.. Die Welt unter Wasser ist eine geheimnisvolle aber keine unbeobachtete Welt, zumindest Mittwochs und Freitags nicht.

Ich blaffte also die Rückenschwimmerin an: „ Das ist jetzt das dritte Mal das ich dir ausweichen muss, das Becken ist zu voll für Rückenschwimmen!“ Sie sagte etwas schwamm dabei aber weiter. Ich sagte:“ Was?“ sie wiederholte sich, ich verstand immer noch kein Wort. Ich schwamm meine Bahn zu Ende und erwartete sie denn am Beckenrand. Als sie dort ankam fragte ich sie was sie gesagt hatte, weil ich sie akustisch nicht verstanden hatte. Ihre Antwort:“ Das Becken ist aber auch zu voll um hier voll abzuziehen und auf Kampfschwimmer zu machen!“ Ich musste grinsen und sagte zu ihr, das es wohl einen Unterschied macht wie ich schwimme und wie sie schwimmt, denn ich sehe wo ich hinschwimme und nehme Rücksicht. Ich empfahl den beiden dann ihr lustiges Formationsschwimmen zum Vorteil der Schwimmgemeinschaft einzusetzen, in dem er ihr einfach mal ein Zeichen gibt wenn sie auf jemanden aufzuschwimmen droht. Er fand das gut und sie wirkte irgendwie pissed. Ich bin ihnen an diesem Tag nicht mehr über den Weg geschwommen.
Doch ich war voller Tatendrang der Welt meinen Stempel aufzudrücken. Gegen Ende meines Aufenthalts in der blauen Chlorbrühe gewannen drei Jungs im Alter von, ich denke mal, 12 bis 14 Jahren meine Aufmerksamkeit weil sie drei Mädels im Alter von etwa 20 Jahren nachpfiffen die gerade aus der Dusche kamen. Einer von den Jungs sah ungefähr aus wie auf der von mir angefertigten Skizze(ich war immer scheisse in Kunst hatte aber Spitzenoten in Klettern und Grammtik), ich hatte meine Digicam leider nicht zur Hand. Ich fühlte mich tief mit diesem Jungen verbunden und ich entschied ihm etwas zu sagen was sein Leben vielleicht verändern könnte. Als ich ihm in der Umkleidekabine mit seinen Buddies traf, er war nackt, ich war es, sagt ich zu ihm:“ Darf ich dir einen Rat geben von Dicken zu Dicken?“ Er sah mich an und sagte soviel wie :“ Höh?“ und ich sprach: „ Nimm ab solange du Jung bist, wenn du erstmal so alt bist wie ich dann isses echt schwer die Kilos wieder loszuwerden, treib mehr Sport und hör auf Cola zu trinken!“ Er sah mich mit grossen, fetten Augen an und wusste nicht wie ihm geschah. Er stammelte ein: „Ich gehe ja schon einmal die Woche schwimmen und in der Schule auch und dann habe ich noch Sport.“ Ich nickte meinem sehr jungen Padawan gütig zu und trocknete mich weiter ab. Ich war sehr zufrieden mit mir, denn ich habe einen Stempel hinterlassen. Denn ziemlich sicher wird der fette Junge über kurz oder lang nochmal an meine Worte denken. Spätenstens wenn seine Freunde alle Freundinnen haben und er immer noch alleine ist. Muhahahahahahh! Armes Schwein, ich hoffe er kommt klar.

In diesem Sinne, auf bald

Montag, März 05, 2007

Nur geträumt

Ich habe geträumt und das war mal wieder so anders das es im Speicher hängen geblieben ist.


....Ich ging eine breite Treppe hinunter und plötzlich flitzte an mir vor bei ein plüschiger Tiger, was heissen soll das es schon ein richtiger Tiger war, sein Fell aber aussah als wäre es mit Perwoll behandelt worden. Ich spürte eine deutliche Erleichterung das diese, ebenso gefährliche wie bizarre Bestie, aus dem Haus gelaufen war und setzte meinen Abstieg auf der breiten Treppe fort. Die Architektur machte mir deutlich das ich mich in südlichen Gefilden befand. Kuba oder so etwas. Das Haus selbst ist dunkel und feucht, es ist so eine Art Kolonialstil. Durch den breiten Ausgang, ohne Türen, kann ich sehen das es draussen hell und warm ist.

Wie ich fast den Treppenabsatz erreicht habe steht plötzlich wieder der Tiger im Aufgang und grinst mich an. Ich weiche zurück und stolpere dabei. Der Tiger kommt langsam auf mich zu und öffnet sein Maul. Ich sehe die raue, rosafarbene Zunge und die riesigen Zähne. Auf der Treppe liegend muss ich mitansehen wie der Tiger immer näher kommt. Dann legt er seine krallenbewehrten Tatzen auf meine Oberschenkel, ich spüre wie sich die Krallen durch meine Jeans drücken. Ich versuche ruhig zu bleiben weil ich genau weiss was mir diese Krallen antun wenn ich das Tier erschrecke. Langsam schiebt sich der Tigerkopf näher an meinen heran und ich schlucke. Plötzlich völlig unerwartet schiesst eine Hand von hinten links an meinem Kopf vorbei und greift die Zunge des Tigers. Gegen alles was ich über Zungen weiss schafft es diese Hand die Zunge fest zu packen und den Tigerkopf an der Zunge heftig zur Seite gegen das Treppengeländer zu ziehen und dort gegen zu ditschen. Der Tiger brüllt auf und versucht seinen Kopf freizubekommen, doch die Hand hält ihn fest. Ich sehe wie die Zunge an den Rändern einreisst und verspüre Mitleid mit dem Tiger. Ich weiss genau welche Panik in dem Tiger hochkocht, ich habe nicht mehr Angst um mich sondern um den Tiger. Doch ich bin unfähig etwas zu tun. Auch den Besitzer des Armes kann ich nicht indentifizieren. Er steht hinter dem Treppengeländer ich sehe nur einen Arm....


Das war gestern Nacht und es hat mich heute den ganzen Tag nicht losgelassen. Nach einigem Nachdenken kam ich zu folgender Interpretation:

-der Tiger und ich sind eine Person, er ist ein Teil von mir. Dieser nicht eben kleine, sehr emotionale Teil der völlig unberechenbar ist und mit kleinsten Bewegungen grossen Schaden anrichten kann;

-ich befinde mich in einer Situation aus der ich nicht mal eben entfliehen kann, ich bin gefangen. Und wie mir just in diesem Moment klar wird hält mich ja der Tiger gefangen. Ich setzte mich also selbst matt. Ich scheine mich selbst zu behindern;

-meine Schwester machte mich darauf aufmerksam das es keine Türen gibt, alles kann ungehindert rein und raus;

-sollte sich bei dem Gebäude um meinen Turm handeln? Schließlich komme ich eine Treppe herunter;


Verlucht ist das schwer. Was ist wichtig, was ich unwichtig? Und wenn man dann ein wenig durch das Netz gleitet und sich umsieht was einem Onlinelexika ( http://deutung.com/ )so anbieten, wird mir irgendwie anders.


Die wichtigsten Reizwörter meines Traums sind:


Treppe
DieTreppe verbindet als Teil des Hauses, also des Träumers, die einzelnen Bereiche der Persönlichkeit.
Der Aufstieg einer Treppe symbolisiert den Übergang in eine neue Bewusstseinsebene.
Auch beim Abstieg ist eine Erleichterung Ihrer jetzigen Situation in Sicht.
Allerdings muss auch darauf geachtet werden, wie schwer oder leicht der Auf - oder Abstieg ist, denn das zeigt den aktuellen Stand von Problemen an.
Beim Hinunterfallen werden Sie das Opfer von Hass und Neid.
Wenn Sie von einer in die Tiefe stürzen, müssen Sie bald eine schmerzliche Ernüchterung erfahren.
Breite und schöne Treppen verheißen Reichtümer und Ehre.
Sehen Sie andere eine Treppe hinabsteigen, wird Vergnügen von misslichen Umständen verdrängt.
Auf einer Treppenstufe sitzen prophezeit langsam wachsenden Reichtum und Freude.
Wendeltreppen lassen erkennen, wie schwer es ist, im Leben nach oben zu kommen.


Abstieg
Der Traum von einem Abstieg, zum Beispiel von einem Berg, einer Treppe oder einer Leiter hinunter, ist ein Hinweis für Sie, dass die Lösung eines bestimmten Problems im Unbewussten, in der Vergangenheit zu finden ist.
Möglicherweise fürchten Sie auf beruflicher oder sozialer Ebene einen Statusverlust und sind sich trotzdem der positiven Aspekte dieses Verlustes bewusst.
Auf der spirituellen Ebene steht dieses Traumsymbol für das Hinabsteigen in die Unterwelt, für das Streben nach mystischer Weisheit, Wiedergeburt und Unsterblichkeit.


Fremdartiger Tiger
Er symbolisiert Majestät, Würde und Macht, er ist Schöpfer und Zerstörer gleichermaßen.


Dunkles, feuchtes Gebäude oder Turm
Der Turm stellt die Persönlichkeit und die Seele eines Menschen dar.
Da Türme offensichtlich mit dem Männlichen in Verbindung stehen, ist es naheliegend, sie als das Selbst in einem größeren Zusammenhang zu sehen.
Für die richtige Deutung ist von Interesse, wo sich beispielsweise Fenster, Türen und Treppen befinden und welche Eigenschaften sie haben.
Dies führt zu tieferen Erkenntnissen über das spirituelle Selbst.


Keine Türen
Sie verweist auf die Körperöffnungen und daher auf die Sexualität.
Die Eingangstür symbolisiert die Vagina und die Hintertür den Anus.
Das gewaltsame Aufbrechen einer Tür kann als Hinweis auf eine sexuelle Hemmung und die Weigerung, sich mit den Problemen zu beschäftigen, gesehen werden, es kann jedoch auch auf die Vergewaltigung oder Missbrauch schließen lassen.
Eine Tür öffnen und schließen steht in der Regel für den Geschlechtsakt, kann aber auch allgemein die Einstellung zur Sexualität widerspiegeln.
Die Weigerung, eine Tür zu öffnen, symbolisiert einen unschuldigen Zugang zur Sexualität.
Eine Tür zwischen äußeren und inneren Räumen deutet darauf hin, dass es zu einem Konflikt zwischen Bewusstem und Unbewussten kommen kann.
Eine verbarrikadierte Tür hebt das Bedürfnis nach Selbstschutz hervor.
Die Flucht durch eine andere Tür deutet auf den Wunsch hin, eine Lösung für ein bestimmtes Problem durch eine andere zu ersetzen.
Damit, dass eine Person an eine Tür klopft, wird Ihre Aufmerksamkeit auf eine äußere Situation gelenkt.
Es kommt recht oft vor, dass eine Tür im Traum gänzlich fehlt. Damit will Ihnen das Traumbewusstsein sagen, dass Sie ein Problem solange von allen Seiten her betrachten sollen, bis Sie die verborgene Tür finden.

draussen alles wunderbar;


Rückwärts die Treppe hochfallen
Fallen Sie in einen Graben, wird Ihr Ruf sich verschlechtern.
Andere fallen sehen kann auf Feinde und Neider hinweisen, mit denen Sie aber fertig werden.
Haben Sie den Glauben an sich selbst verloren?
Träume vom Fallen sind fast immer Warnträume, Sie stolpern in eine unangenehme Sache hinein.
Wenn Frauen vom Fallen träumen, ist damit das sich fallen lassen, gehen lassen gemeint, vor dem Sie Angst haben.
Geht während des Falls ein Fallschirm auf, nimmt es der Situation des Fallens die lebensbedrohende Bedeutung und weist auf den Wunsch hin, die Angst vor dem Fallen zu überwinden.
Kreislaufschwäche oder niederer Blutdruck kann angezeigt werden


Krallen
Packen Sie Krallen, sollten Sie sich von Verklemmungen freimachen oder sich aus einem Verhältnis lösen, das Sie zu erdrücken scheint.

Knie oder Oberschenkel
Das Knie ist Symbolverkleidung für einfache Leidenschaften in Spiel oder Liebe, es gilt als schlechtes Zeichen,
- sehen bringt Unruhe bei der Arbeit,
- ein gesundes haben bedeutet Glück in allen Geschäften,
- glauben, die eigenen wären zu groß: plötzliches Unglück wird auf Sie zukommen,
- ein krankes haben kündet Krankheit oder schlechte Geschäfte an,
- verwundetes bedeutet Ruhelosigkeit,
- blutende Wunde daran haben: Verschlechterung der materiellen Lage,
- geschwollenes: Kummer, einem Ereignis ratlos gegenüberstehen,
- steif und schmerzend: von plötzlichem bedrohlichen Elend heimgesucht werden,
- Müdigkeit oder Schwäche darin fühlen bedeutet Krankheit,
- schmutzige verheißen Krankheit infolge ausschweifender Lebensweise,
- unförmige: unglückliche Wechselfälle werden die sehnlichsten Hoffnungen zerstören,
- beugen: Sie brauchen jetzt Demut, um eine bestimmte Angelegenheit wieder ins reine zu bringen,
- einen Menschen knien sehen: Sie haben jemandem Unrecht getan und fühlt sich jetzt schuldig.
Sind die Knie einer Frau wohlgeformt und weich, werden ihr viele Verehrer prophezeit, jedoch ist kein Heiratskandidat darunter.

Oberschenkel steht für inneren Halt, Realitätsnähe, Kraft und Sicherheit, mit denen man das Leben gut meistert.
Haben Sie glatte, weiße, können Sie mit Glück und Freude rechnen.
Verletzte deuten auf Krankheit und Verrat hin.
Bewundert eine junge Frau ihren Oberschenkel, verheißt dies Abenteuerlust. Sie sollte überlegt handeln.


Starker Arm
Arme stehen im Traum generell für die Fähigkeit, das Leben zu gestalten, sich tätig selbst zu verwirklichen, etwas zu schaffen, zu verändern oder zu zerstören.
Spezielle Deutungen dieses Symbols lassen die folgenden Begleitumstände zu:
Wer sich den Arm verletzt, ist also in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
Kräftige Arme umschreiben das Zupacken im Beruf wie im Privatleben, das zum Erfolg führt.
Zu kurz geratene Arme deuten auf Mutlosigkeit hin, weil alles misslingt.
Zu lange können kleine, aber wichtige Details nicht erfassen, schwache oder dürre lassen in mancher Beziehung Hilflosigkeit erahnen.
Nach einer alten Volksweisheit sollen stark behaarte Arme auf Geldzuwachs hinweisen (da bekommen wir unser "Moos").
Und schließlich sind Arme, die uns umschlingen, jene Helfer, die uns "unter die Arme greifen".
Eigene Arme kündigen im Traum oft schwere Arbeit an.
Nur ein Arm kann auf Hemmungen oder andere Hindernisse im Leben hinweisen, zu deren Bewältigen man sich zu schwach fühlt.
Gebrochene Arme können auf bevorstehende große Streitigkeiten und Verlusten hinweisen.
Amputation (siehe dort) eines Armes ist als Anzeichen für Beschränkungen der eigenen Entfaltungsmöglichkeiten zu verstehen.
Außerdem müssen Sie noch die unterschiedliche Symbolik von rechts und links berücksichtigen, wenn Sie nur einen Arm im Traum wahrnehmen.
Der Arm und die Hand gehören ganz eng zusammen. Erscheint ein Arm im Traum, so steht er symbolisch für die Fähigkeit und die Grundlage des Handelns. Dementsprechend kann man den Verlust oder die Lähmung eines Armes deuten,
- großen haben: deutet auf viel Arbeit,
- kleinen haben: Armut,
- der auf der rechten Seite fehlt: ein Todesfall naher Verwandter,
- der auf der linken Seite fehlt: Tod eines entfernten Verwandten,
- brechen: Not und Gefahr in Aussicht.
- seinen eigenen sehen: schwere Arbeit,
- von besonderer Größe: schwere Zeiten, schwere Arbeit,
- starke und kräftige Arme: Macht, Ehre und Gesundheit,
- einen kleinen haben: Lustbarkeit,
- schwacher: zeigt Erkrankung von Bruder oder Schwester an,
- lange: schwere bevorstehende Arbeit,
- kurze: Warnung vor einem Vorhaben, wozu vielleicht die Mittel nicht ausreichen werden,
- erheben: die Verhältnisse sind nicht frei von fremden Einflüssen,
- entblößte: Gewinn, Fund, Erbschaft, Einkommen,
- sich einen brechen: deine Tätigkeit ändert sich, unbesonnene Handlungen, Uneinigkeit, Zank und Streit in der Familie,
- steifen haben: Geldverlust aufgrund schlechter Gesundheit,
- verlieren: ein Todesfall in der Familie,
- amputierter: bedeutet Trennung und Scheidung, sich vor Täuschungen und Betrug in acht nehmen müssen,
- nur einen haben: Sie leiden unter quälenden Hemmungen,
- behaart: Lotteriegewinn, Vermögen in Aussicht,
- jemand breitet seine Arme für Sie aus: gute Gelegenheiten bieten sich, die Sie nutzen sollten, womöglich greift Ihnen ein Freund unter die Arme.

Zunge, verletzt
Die Zunge zeigt oft erotische Bedürfnisse, allgemeiner auch Gefühle, die sich immer stärker aufdrängen, aber besser beherrscht werden sollten.
Die Zunge ist auch ein Symbol des männlichen Geschlechtsorgans.
Sie hat im Traum einen befruchtenden und schöpferischen Aspekt, der sich hauptsächlich auf das Geistige bezieht, weil sie es ist, die uns das Sprechen ermöglicht.
Sehen Sie die eigene Zunge im Spiegel, gibt Ihnen das Unbewusste den Rat, in einer bestimmten Situation lieber zu schweigen, als unbekümmert drauflos zu plappern. Sehen Sie die Zunge eines anderen Menschen im Traum, sollten Sie an die spitzen Zungen in unserer Umgebung denken, an die Schwätzer, die Sie und andere verleumden.
Nicht zuletzt ist sie ein Symbol des Geschmacksinns und der Auswahl der persönlichen Vorlieben.

Puh. Irgendwie habe ich jetzt mehr Fragen als Antworten.