Samstag, Dezember 23, 2006

Das Beste zum Schluss

Ich wundere mich hin und wieder sehr über mich selbst. Wie weit Herz und Logik auseinander gehen und scheinbar völlig ungehindert nebeneinander existieren können ohne das ich in eine tiefe Sinnkrise gerate.

Beim Training der letzten Wochen habe ich mir einen Nerv eingeklemmt. Dieser Verklemmung hat den unangenehmen Effekt, das mir plötzlich meine linke Brusthälfte sehr weh tat. Da mein Geist sowieso schon durch die Diabetes in den Knien war kam dieser Schmerz denkbar schlecht. Ich dachte doch tatsächlich das ich nur noch wenig Zeit zum Leben habe, weil mein Herz nun auch schlapp macht.

Und an dieser Stelle kam es zu dieser völligen Streitsituation zwischen Logik und Emotionen. Mein Herz sagte mir das ich darauf hoffen sollte das sich das wieder fängt und das ich ja unzerstörbar bin. Und das trotz der Diabetes. Die Logik flüsterte mir zu ich solle doch zum Azrt gehen und das abklären lassen. Was allerdings zur Folge gehabt hätte, in schlechtesten aller anzunehmenden Fälle, das der Arzt meine Hoffnung zerstört und mir sagt ich solle keine Langspielplatte mehr auflegen. Denn wir wissen ja: „ Hoffnung ist nur Mangel an Informationen!“

Auf diese Weise vegetierte ich zwei Wochen lang herum, blieb in meinem Zimmer, rief niemanden an und sah mir die erste Staffel von Ally McBeal an. Ich liess die Geburtstagsfeier eines Freundes der 30 wurde ausfallen und bemitleidete mich um mein baldiges Ende. Ich sprach mit niemandem darüber erst nach diesen zwei Wochen weihte ich Koko in meine Situation ein. Dieser sagte ich solle mir keine Birne machen und zum Arzt gehen.

Nun, Anfang dieser Woche war ich, mal wieder, beim Arzt. Schon als ich ihr die Symptome erklärte winkte meine Ärztin ab und versuchte mich zu beruhigen.Ich beharrte darauf das wir das aber sicher abklären. Sie nahm mir Blut ab und legte mich ans EKG und behielt recht alles tutti paletti.


Warum erzähle ich das alles? In diesen zwei Wochen im dunklen Tal versuchte ich mich auf tausend Weisen abzulenken. Ich kaufte mir Everquest 2 und stieg wieder in ein Online-rpg ein. Ich nutzte jede Gelegenheit um mein Hirn abzuschalten und nicht über meine Situation nachdenken zu müssen. Doch kaum hatte ich die Diagnose meiner Ärztin waren all diese Ablenkungen wieder langweilig, ich kann mich nicht mehr dafür begeistern. Überhaupt gibt es momentan nur sehr wenig was langfristig meine Aufmerksamkeit zu fesseln versteht. Länger als zwei Stunden am Stück vor dem Rechner erscheinen mir als leer. Die Ideen in den Spielen finde ich abgelutscht und langweilig.


Worauf ich aber eigentlich herauswill ist folgendes. Die Erkenntnis das ich Everquest 2 kaufte und spielte um aus der Realität zu entfliehen weil es mir schlecht ging, drängelt mir die Frage auf wie Scheisse es mir gegangen sein muss, daß ich anderthalb Jahre lang World of Warcraft zu meinem Lebensinhalt gemacht habe. Ich habe zum Teil ganze Tage am Stück vor dem Rechner gehockt und habe alles um mich herum vergessen. Wie Scheisse muss es mir gegangen sein?


Also kann ich resümieren, mir geht es gut und besser als seit langem. Ich freue mich am Leben. Ich habe keine Lust mehr es einfach wegplätschern zu lassen und mich zu betäuben. Ich habe 12 kg abgenommen und das macht mir eines klar. Ich hielt es immer für unmöglich jemals mein Gewicht zu reduzieren. Es erschien mir ein riesiges Hindernis zu sein das ich nie bewältigen kann. Und nun wo ich voll dabei bin und sehe das sich etwas bewegt, bin ich voller guter Dinge. Es scheint mir als sei nichts im Leben wirklich unveränderlich. Man muss nur den Arsch hochnehmen und sich reinhängen. Es ist wirklich bedauerlich wieviel Zeit ich verschwendet habe um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Und doch zieht es mich nicht runter, denn ich bin glücklich darüber es nun zu wissen und noch genügend Zeit zu haben etwas aus dieser Erkenntnis zu machen. Alles wird gut.


Ein frohes Fest euch allen.

Hi Guy.

Ich bin nicht zynisch weil ich neidisch bin ich bin zynisch weil.......hmpf. Ok. Punkt an dich. Es ist ja nicht so das ich es ihm nicht gönnen würde. Es gibt diesen blöden Spruch, von wegen : " Erkenntnis ist der erste Schritt zur.....". Ich weiss das alles mit dem zynischen Neid. Neid ist meine persönliche Todsünde. Ich weiss es, aber trotz der Erkenntnis das dem so ist finde ich nicht den Hebel um dagegen vorzugehen. Zugegebenermaßen ahne ich das es mir gefällt mich in dieser Suhle zu sühlen und gelb zu werden. Macht der Gewohnheit? Naja.

Was ich noch loswerden möchte, deine Kommentare empfinde ich meist als ziemlich anregend und konstruktiv. Ich freue mich darüber das jemand der so schreibt wie du, hin und wieder einen Blick in mein Blog wirft. Es liegt in der Natur der Sache das ich mich frage ob wir uns persönlich bekannt sind, denn auf Anhieb fällt mir niemand ein mit dem ich dich in Verbindung bringen würde. Und das würde heissen, also wenn ich dich persönlich kenne, das ich jemanden zu seinem Nachteil ganz übel verkenne.

Also noch einmal ganz ohne Schnörkel, dank dir für deine Anteilnahme.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Es geht zu Ende

Nun geht es zu Ende, aller Unkenrufe zum Trotz war diese WG in der ich lebe ein Hort der Harmonie, der Bildung, der Weisheit, der Vernunft und Menschlichkeit. Doch nun hat es einen von uns aus unserer Mitte gerissen. Die Liebe hat ihm hinterhältig aufgelauert und ihn überwältigt. Noch bevor er um Hilfe rufen konnte ward er ihre fette Beute. Und derartig vergiftet vom Stachel der Liebe meint er nun das einzige Sinnvolle zu tun. Der Topf eilt zu seinem Deckel.

Bis Ende März wird es denn Standort Philippistrasse noch geben, dann wird dieser verlegt, voraussichtlich nach Schöneberg und dort in entweder verkleinerter oder aufgestockter Besetzung weiterexistieren. Ich wünsche dem vergifteten und geblendeten alles Gute auf seiner Reise ins Ungewisse. Vorbei sind die Tage der Freiheit für ihn, es schmerzt mich immer sehr einen Freund an die Liebe zu verlieren. Doch alles was zählt ist die Mission, ich muss ihn zurücklassen.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Wie ich mir den Zeh brach und dadurch Zucker bekam.


Nun ja, es ist schon ein paar Wochen her. Es war an einem Sonntag, meinem letzten Urlaubstag. In den frühen Abendstunden absolvierte ich mein Hanteltraining und ließ die Hanteln nach Abschluss des Trainings einfach dort liegen wo sie mir vor Erschöpfung aus der Hand gefallen waren. Später in dieser Nacht klingelte meine Eieruhr in der Küche um mir mitzuteilen das mein Fisch genug Sonne um Ofen getankt hatte. Wie eine Antilope sprang ich auf um mir meine Nahrung zu sichern und rannte dabei gegen eine der oben genannten Hanteln. Als mein rechter kleiner Zeh Bekanntschaft mit dem Stahl machte, wusste er sofort das sich nun etwas grundlegend verändern würde. Nach einer Viertelstunde Bedenkzeit entschied ich mich ins Krankanhaus zu fahren um einen Arzt mit meinem Zeh zu belästigen. Einen Fuss im Sportschuh, den anderen in einem Flip-Flop sprang ich in ein Taxi und erreichte etwa 25 Minuten später das Krkh Westend. Dort sah sich ein sehr junger Arzt (Tim) meine Fuss an und fragte mich wo es denn weh tun würde. Ich informierte ihn darüber das die Aussenseite des Zeh ganzfürchterlich schmerzen würde und druckempfindlich ist. Trotzdem erblödete er sich mir genau an dieser Stelle den Zeh zu drücken und zu drehen. Den Schlag den er daraufhin auf seinen Oberschenkel bekam quittierte er mit einem entgeisterten Blick.

Ich weiss ja nicht was Ärzte heute lernen, aber ich habe während meines Sanitätslehrganges bei der Wehrm....Bundeswehr gelernt das es absolut keine gute Idee ist an einem Bruch rumzu fuhrwerken, weil der Schmerz den Patienten recht ungehalten machen könnte, was zur Folge haben könnte das dieser sich mit einem Schlag revanchiert (siehe auch Feldtransportschiene).

Der Arzt bestätigte mir was mein Zeh und ich schon wusste, wir waren von einander abgebrochen. Um eine Krankschreibung zu erhalten schickte er mich zu meinem Hausarzt.

Diesen besuchte ich am nächsten Morgen und weil ich schon mal da war nahm ich allen Mut zusammen und fragte sie nach einem Blutuntersuchung da ich schon seit längerem vermutete das mein Blutzucker macht was er will. Und Bingo. Meine Welt brach in sich zusammen, noch am selben Tag humpelte ich zu Hugendubel um mich mit Fachliteratur einzudecken. Es war ganz klar was passieren musste. Kontrollierte Nahrungsaufnahme (böse Kohlenhydrate, böse, böse, böse) und Gewichtsverlust besser gestern als heute. Ich räumte meinen Kühlschrank leer und stellte mich ersteinmal auf die Lebensmittel ein die ich bedenkenlos zu mir nehmen dürfte. Nebenher teste ich 4 mal täglich meinen Blutzucker. Nun nach drei Wochen kann ich mit stolz verkünden das dieser sich wieder im normalen Bereich befindet. Auch Insulin bleibt mir erspart solange ich meine Diät einhalte und mein Zucker nicht mehr steigt. Meine Ärztin sagt das ich damit rechnen könne das sich das in Wohlgefallen auflösen wird wenn ich deutlich abnehme. Also nehme ich ab.

Die Tatsache das ich seit wenigen Monaten vegetarisch lebe macht die Umstellung nicht all zu radikal und einen bewussteren Umgang mit meinem Essen hatte ich dadurch ja sowieso schon begonnen. Ich trainiere täglich und versuche massiv auf jede Bequemlichkeit zu verzichten. Und das obwohl ich der Meinung bin das der Erfinder der Rolltreppe mit einem Nobelpreis ausgezeichnet werden sollte.

Ich bin die ersten zwei Wochen nach der Diagnose durch ein dunkles Tal gegangen und habe mit meinem Leben gehadert. Ich empfand die Krankheit als Schwäche und wollte nicht teilen was mir widerfahren war. Aber schon sehr bald wurde mir klar daß das nicht gehen würde.

Als ich mit Koko und Paulie essen war, wollte ich nichts vom dargebotenen Weissbrot annehmen und sagte nur das ich keines wolle. Paulie quatschte auf mich ein das das Brot lecker sei und ich solle doch welches nehmen. Nimm, nein, nimm, nein, nimm,nein, nimm, NEIN! Es wäre einfacher gewesen einfach zusagen das ich Kohlenhydrate aus Krankheitsgründen meide.

Außerdem habe ich das Gefühl das mich die Krankheit frisst wenn ich sie für mich behalte, ich muss das einfach teilen, ich muss es loswerden. Also seht mir bitte nach das ich dieses Mal nicht mit einer netten kleinen Geschichte aufwarte sondern eher etwas dezenter bin.

Ich wünsche euch allen einen zuckersüssen Nikolaus!

Montag, November 13, 2006

09/11/2001

Ich kämpfe gegen die Gänsehaut, ich möchte nicht glauben was ich gerade sah. Der 11. September ist zwar schon ein Weilchen her aber dieser Film muss gesehen werden. Seht ihn euch an, denkt nach, verschickt den Link( http://www.loosechange911.com/ ) weiter.
Gruss
Huba

Donnerstag, November 02, 2006

Die schönsten Frauen leben wo?

Liebe Gemeinde,
leider bin ich gezwungen euch mit einer Frage zu konfrontieren die alles verändern kann. Die oben gestellte Frage konnte wir bisher nur, wie folgt, beantworten:

1. Prenzl'berg top, Neukölln flopp
2. Italien top, Frankreich flopp
3. Venezuela top, Ostblock flopp

Wir starten hiermit die erste offizielle Umfrage unserer Wg und ihr seid alle herzlich eingeladen teilzunehmen.

Samstag, Oktober 21, 2006

Ich bin anonym. Ich auch.

Liebe Kommentatoren,
da ich momentan keinen Überblick mehr habe wieviele Leute nun eigentlich hier schreiben, da scheinbar einige von euch die Anonymität schätzen, möchte ich eine Regel einführen. In Zukunft werde ich nur noch auf Kommentare eingehen die nicht anonym sind. Was nicht heissen soll, daß ihr euch nun outen müßt wenn ihr hier weiter kommentieren möchtet. Ich erwarte das ihr euch wenigsten einen imaginären Namen gebt, damit ich unterscheiden kann was von wem kommt.

Willst du antwort, schreibst du Namen!

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Ein Platz an der Sonne

Es war ein guter Tag für Hubi gewesen. Er setzte sich in seinen Sonnenstuhl aus Selbstmitleid und holte die Flasche Zynismusfilter 3000 (aus echten Krokodilstränen)hervor und begann sich dick damit einzucremen.

Auf die Nase setzte er sich das neueste Model der Sarkasmusschutzbrillen die für normale Menschen zu haben sind. Diese Brillen sind auch mit einem Ignoranzfilter ausgestattet und lassen sich in beliebigen Situationen auf undurchsichtig schalten, so daß der Träger nicht gezwungen ist irgendetwas über sich selbst und seine Umwelt zu erfahren.

Dann sank er mit einem Seufzen in den Sonnenstuhl zurück und sonnte sich, nun gut geschützt, in der negativen Aufmerksamkeit von der man so leicht Emokrebs kriegen konnte wenn man sich nicht ordentlich vor ihr schützte.

Wie er so da lag und nachdachte musste er an J, denken und entschied sich sich bei ihr zu melden, denn im fiel einfach niemand ein mit dem er sich fürstlicher über die geschenkte negative Aufmerksamkeit amüsieren konnte. Und plötzlich musste er an einen alten Mann denken den er mal gekannt hatte. Ein Maler der seinen Pinsel nicht unter Kontrolle hatte. Was
hatte der Mann für ein Unheil angerichtet, ständig dachte er nur was das beste für seinen Pinsel sei und malte damit auf den Leinwänden der anderen herum die darüber nicht glücklich waren. Hubi fühlte sich plötzlich wie in einem der wenigen Bilder dieses Malers gefangen. Er erinnerte sich dunkel das er mal sehr gut mit dem Maler befreundet gewesen war, aber das schien wie in einem anderen Leben gewesen zu sein. Er fragte sich wie es dem Maler wohl mittlerweile ergangen war und überlegte was sich in seinem eigenen Leben alles verändert hatte. Doch er schob den Gedanken schnell zur Seite, denn wenn das Bild in dem er sich befand von eben jenem Maler gemalt war, dann hatte dieser sich nicht, kaum merklich oder nur zum Schlechten verändert.

Hubi bedauerte das und schlief lächelnd ein

Mittwoch, Oktober 18, 2006

ganz grosses Kino

von unbekannt:

J, die Distanz und Kälte , ist genau der Abstand den er zu sich selbst wählt um nicht in das Herz der Finsternis zu müssen. Spar Dir dein Blut, den dein Leiden ist nichts weiter als ein kurzes Aufflackern auf der Planetenoberfläche während er selbstvergessen in seinem Raumschiff, konstruiert aus Selbsthass und intelektuellem Heititei, sitzt.
Letzten Endes ist negative Aufmerksamkeit . . . Aufmerksamkeit

1. Die Kritik ist völlig ok. Sicherlich brauch man keinen Doktor in Psychologie um das zu bemerken was du da geschrieben hast, aber es ist schön das auch du zu diesem Schluss gekommen bist. Auch mir selbst ist das nicht unbekannt, nur würde ich es anders formulieren, siehe Emotionshitler u.s.w.

2. Die Tatsache das du jemand anderem vom Umgang mit mir abrätst finde ich echt krass. Ich weiss ja nicht ob ich dich kenne und ob ich dir was getan habe. Aber selbst wenn dem so ist, geht es ganz schön weit jemand anderem zu empfehlen mich zu meiden. Ich bin sehr wohl in der Lage zu differenzieren. Dieses Verhalten ist hinterhältig und ich verachte so etwas zutiefst.

3. Das nächste Mal würde ich mir wünschen das du dich traust deinen Namen unter einen solchen Kommentar zu setzen, wertet es den Inhalt doch erheblich auf, wenn ich weiss das die kritisierende Person mir auch Nahe steht und ernsthaft in der Lage ist solche Aussagen zu machen. So ist deine Kritik zwar zutreffend aber leider von keinerlei emotionalem Wert für mich, denn sie bleibt oberflächlich wie ein Horoskop wenn sie von einer fremden Person gegeben wurde.

4. Ich möchte dir für deinen Kommentar danken, denn.......letzten Endes ist negative Aufmerksamkeit . . . Aufmerksamkeit.

Sonntag, Oktober 15, 2006

leer

Ich weiss nicht ob leer das richtige wort ist, wahrscheinlich ist der zustand auch gar nicht mit einem wort zu beschreiben. Fast alles was ich tue erscheint mir leer und nutzlos. Das soll nicht heissen das ich freudlos bin. Wenn ich freunde besuche dann macht mir das freude, wenn ich mit koko rumfabuliere oder tatsächlich mal ernsthafte diskutiere, ja das passiert tatsächlich hin und wieder, das macht mir freude. Wenn ich einen guten film sehe bin ich glücklich. Doch alles in allem fühle ich mich wie ein gefangener auf freigang. Ich weiss das ich am ende des vergnügens wieder in meine zelle zurück muss.

Auf mein leben übertragen heisst das, daß ich am ende des vergnügens wieder alleine bin, oder mir meines alleine seins wieder bewusst werde.

Ich nenne diesen zustand den ‚after-party-blues’. Früher war dieses gefühl an gesellschaftliche events wie eben parties und gigs gebunden, es setzte ein wenn ich nach dem jeweiligen event alleine nach hause musste, also immer. Mittlerweile habe ich dieses gefühl andauernd, ich bin dauernd allein und mir darüber bewusst. Und zu allem überfluss wenden sich in dieser phase auch noch menschen von mir ab, was sicherlich auch an mir liegt.

Es ist schon seit jahren so, das ich in einer menge von menschen, freunden und bekannten, stehen kann und ich mich allein fühle. Besonders deutlich spüre ich das nach einer Larpsession, einem gig oder einer party. Wobei sich parties und gigs bei mir ja nicht sonderlich unterscheiden, ich musiziere zu beiden gelegenheiten. Das musizieren auf parties ist zu einer angenehmen angewohnheit für mich und mein umfeld geworden, wenn man die alternativen betrachtet. Ich will damit nicht behaupten das es so furchtbar angenehm sei mir beim singen und gitarre spielen zu lauschen, ich meine etwas anderes. Ich meine ein liebgewordenes rollenverhalten. Ich gehe nicht gerne auf menschen zu, wir sind unberechenbar und heimtückisch und sobald alkohol ins spiel kommt kann das nur noch unangenehmer werden. Also verstecke ich mich hinter meiner gitarre, ich bin zwar dabei aber irgendwie nicht mittendrin. Ich spiele bis mir die finger so doll weh tun das ich nicht mehr weiterspielen kann.

Zu der zeit als ich noch alkohol trank habe ich diese blockadehaltung noch mit alkohol verstärkt und gesoffen wie ein loch, kaum eine party auf der ich nicht gesoffen habe bis es mir wieder hochkam. Ich sitze also in meiner ecke und spiele gitarre, die leute die es hören wollen bleiben, die die es nicht ertragen gehen. Ich bin sozusagen in einem kontrollierten umfeld. Für mein umfeld hat es die angenehme folge, das sie sich nicht mit mir beschäftigen müssen und meine beissende, pissige art nicht ertragen müssen, die besonders zum vorschein kommt wenn ich mich mit leuten unterhalten muss die ich nicht leiden kann oder die mir scheinheilig erscheinen. Am schlimmsten wird diese art von glücklichen menschen und attraktiven frauen getriggert. Da ist es meist wirklich besser das ich die fresse halte und ein lied singe. Dieses versuche ich dann aber der jeweiligen situation anzupassen. Ich bin sozusagen interaktiv.

Wieso attraktive frauen? Oft habe ich den eindruck das viele, die mehrzahl der attraktiven frauen, sich nicht mehr intellektuell bewegen, sie ruhen sich auf ihrem hübschen körper aus. Auf ihrem vollen Haar, den perfekten Zähnen, der reinen Haut und den tollen Kurven. Doch redest du mal ein paar sätze mit ihnen dann steht da nur noch ein leere, hübsche hülle vor dir.

Ich will mir hier nichts vormachen, das ist natürlich nur ein Grund von vielen. Ein viel wichtigerer grund ist, daß attraktive frauen mich an das erinnern was ich nicht haben kann. Sie! Und frei nach dem motto :“ mach kaputt was dich kaputt macht!“ fahre ich vollen vernichtungsmodus und schlage verbal um mich. Kommt mir bloß nicht zu nah, grrrhhh.

Kranke scheisse. Ich bin mir bewusst über diese unart, ich kenne sie, ich mag sie nicht und ich würde mich wirklich gerne ändern, aber ich kann es nicht. Warum? Weil von weibern noch nie etwas gutes gekommen ist, zumindest nicht zu mir. Ich bin verbittert und neidisch, ich hasse jeden für sein zwischenmenschliches glück, das mir andauernd vorbehalten wird. Egal auf welcher ebene mann mit frauen zu tun hat, mittel- bis langfristig kann mann nicht mit frauen klarkommen. Habe ich eine frauenneurose?!

Aber ich schweife ab, mein leben erscheint mir leer und sinnlos. Ich habe keine ziele, ich habe niemanden der mich berührt. Ich bin allein. Ich glaube zu wissen, daß ich sicherlich schon längst etwas dummes getan hätte, wenn es meinen job nicht geben würde. Dort bekomme ich das bißchen anerkennung und glück das man zum überleben braucht. Es ist kaum eine prise, es ist gerade soviel das ich nicht zu grunde gehe. Es kann die leere nicht füllen.

Doch wenn ich mit den kids zusammen bin dann fällt dieses bewusstsein für ein paar stunden von mir ab. Für ein paar stunden lebe ich, für ein paar stunden werde ich gebraucht, für ein paar stunden warte ich nicht darauf das es endlich zu ende ist. Und ich bin wirklich kein workaholic.

Neulich ertappte ich mich bei dem gedanken wie wundervoll es wäre einen unfall zu haben und an dessen folgen aus dem leben zu scheiden. Was für eine kranke scheisse. Ich würde niemals hand an mich legen, damit meine ich eine rasierklinge oder eine tasse domestos. Ich tendiere eher zu einer gewissen leichtfertigkeit. Ich weiss das klingt als würde ich mir weiter oben wiedersprechen, so ist das aber nicht gemeint. Ich bin kein selbstmörder, ich habe nur gehörig die nase von diesem dasein voll. Trotzdem wäre ich erleichtert mal eine weile abzuschalten. Deswegen ist schlafen ja so ein wundervoller segen.

Wenn ihr mich sucht, ich bin auf dem Glockenturm *durchlad*

Donnerstag, Oktober 12, 2006

Status quo ante Koko Mengele

Eigentlich war das alles nur eine ausgeuferte hysterische Geschichte die sich immer weiter in den Himmel bohrte und irgendwann zwischen den Füssen wieder rauskam.

Koko berichtete hin und wieder davon wie sehr er sich doch auf die Schippe genommen fühlt durch die Sache mit dem Küchenschrank.

Ehrlich meinte er das nicht, aber es ergab sich aus solchen Beschwerden immer wieder eine völlig überzogene Version von Dingen die man dagegen tun müßte, weil das ja sonst wohin führen könnte, wenn nun alle ihre Möbel nach jemandem benennen würden. So weit, so gut. Völlig unproblematisch, denn dieser Quatsch blieb unter uns.

Solche chaotisch, kreativen, politisch inkorrekte Momente gibt es häufiger. Erst auf dem Geburtstag von Diana saßen Koko, Miguel, Chris, Ari und ich im Kreis und wir erzählten genau so eine haarsträubende Geschichte. Einer fängt an und kreisrum setzt jeder noch eins drauf und macht das Ganz noch unmöglicher. Wir überzeichneten Klischées und bedienten uns der dümmsten Ideen und hatten dabei einen Riesenspass.

Der Unterschied ist nun, daß ich das mal aufgeschrieben habe. Ich wollte etwas absurdes festhalten, ich wollte etwas lustiges, völlig abgedrehtes Schreiben. Etwas an dem Koko und ich schon tagelang rumgebastelt hatten und das nun ausgearbeitet wurde. Ich war mir von vorne herein darüber im Klaren daß das bei euch nicht unbedingt auf Gegenliebe stossen würde. Aber ihr ward ja auch nur Statisten und nicht die Zielgruppe.

Ich hege keinerlei ernsthafte Abneigungen gegen eure WG und ich habe so etwas auch nicht vor. Das selbe gilt für Koko und Miguelito. Wenn ihr das so auffasst muss ich davon ausgehen das ihr die Sache doch ernster nehmt als sie gemeint war und das ist schade. Ich habe den Text nicht umsonst deutlich als ‚Satire’ gekennzeichnet.

Was meine Projektionen angeht, lieber Max, es ist schon seltsam das ich zu diesem Text mehr Reaktionen bekomme als zu irgendeinem aus den Monaten davor. Und da gab es sogar Texte die mit einer Frage endeten und niemand antwortete. Ich kann eure Aufregung nur vor dem Hintergrund verstehen, das meine anderen Texte erst nach der Koko-Geschichte, oder gar nicht, gelesen wurden. Sicherlich ist das eine Unterstellung und ob ich Recht oder Unrecht habe kann keiner, ausser jeder für sich alleine, abschliessend klären. Mir drängt sich dieser Eindruck leider auf. Und dann hat es leider diesen propagandistischen Beigeschmack.

Ich möchte mich nicht mit euch streiten, ich möchte kein böses Blut und deswegen betone ich es hier noch einmal ganz explizit:“ Es war nie meine Absicht euch als WG oder die Individuen die Teil dieser WG sind anzugreifen oder zu verletzen. Es war ein derber Scherz und sowas ist bestimmt nicht jeden Menschens Sache.“


Also seid mir bitte nicht sauer, ich habe es nicht so heiss gekocht wie ihr es gegessen habt.

Bleibt sportlich mit eurer gerechten Kritik, ich bin nur einer.

Mittwoch, Oktober 11, 2006

the fine art of keeping friends

Krischan deine Frage läßt mich vermuten das du nicht meinen ganzen Blog gelesen hast, sondern dir nur den Teil erschlossen hast der dir propagandistisch empfohlen wurde?! Wäre es anders könntest du dir deine Frage "Hast du 'nen Schaden?", selbst beantworten.
Und Tami dich möchte ich fragen: " Was bist du dann?"

Ich gebe zu das die Koko-Texte extrem anders sind und sicherlch auch grenzwertig, besonders der aktuellste. Ich habe einige Tage mit mir gehadert ob ich den Text veröffentliche und habe mich dann dafür entschieden, weil ich hoffte das auch ihr vllt an der einen oder anderen Stelle schmunzeln müßt. Davon abgesehen ist das ja auch nur ein kleiner Teil meiner Arbeiten hier und sicherlich nicht stellvertretend für alle anderen zu betrachten. Ich würde mir also wünschen, daß bevor ich das nächste Mal gefragt werde ob ich einen Schaden habe, der Frager alle meine Texte liest um sich ein runderes Bild zu schaffen um dann eventuell von solchen Fragen absehen zu können.

Ich freue mich über jeden Kommentar, ein jeder Leser sollte sich verpflichtet fühlen mir einen Kommentar zu hinterlassen, wenn ihn irgendetwas irgendwie berührt hat.

Dienstag, Oktober 03, 2006

Superterrorist Koko Mengele in Argentinien gefasst.

von H. Hopemann (Achtung Satire)

Der seit 17 Jahren gesuchte Superterrorist Koko Mengele wurde gestern in Buenos Aires festgenommen. Einem Team von Interpol gelang es den Massenmörder in seiner Kinderarztpraxis in einem Vorort der argentinischen Hauptstadt zu stellen. Nach einem mehrstündigen Feuergefecht zwischen dem Terroristen und den Sicherheitsbehörden nahm sich Terrorist Koko das Leben, wobei er laut ausrief: „ Ich will kein Schrank nicht sein, nein. Niemals bekommt ihr mich lebend!“ Erschreckend und bestürzend ist die Tatsache das auf Seite des Terroristen viele seiner Patienten, Kinder zwischen 4 und 12 Jahren, bis in den Tod kämpften. Die Obduktion der Leichen ergab das die Kinder frei von Drogen und anderen bewusstseinsbeeinflussenden Substanzen waren. Offensichtlich hatte Terrorist Mengele die Kinder in den letzten 17 Jahren einer Langzeithypnose unterzogen.

Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack, denn die Leben von 323 Kindern wurden vorzeitig beendet. Der argentinische Innenminister hat sofort eine ausführliche Untersuchung der Situation versprochen, weiterhin werden die Eltern von seelsorgerischem Helfen betreut. Die Regierung stellt einen finanzielle Mittel zur Verfügung um die Eltern für die verlorenen Arbeitskräfte zu entschädigen.

Wir erinnern uns: (aus ‚der schwarze Dezember’ von H. Hossovicz, erschienen bei DSW:Print)

Vor 17 Jahren, Weihnachten 2006, erwartet man in der Wohngemeinschaft in der Berliner Kalckreuthstrasse die Weihnachtsgäste. Doch als es klingelt sind es nicht die Gäste, sondern drei Männer, verkleidet als die drei heiligen Könige. In ihren Taschen befindet sich weder Myrrhe, noch Gold, noch Weihrauch. Die drei Männer sind bis aus die Zähne bewaffnet.

Koko Mengele (Melchior), der die Gruppe anführt, erschiesst noch auf der Türschwelle den jungen Akrobaten K., der versucht hatte die drei Männer zu beschwichtigen. Seinen Komplizen, dem adipösen Hossito Hossovicz (verstorben,Balthazar) und dem cholerischen Gonzalez Walter PPK (Caspar), weist er mit unterkühlter Stimme ihre Positionen zu. Hossovicz bekommt die Anweisung die Frauen im Wohnzimmer zusammenzutreiben, Gonzalez Walter PPK bleibt an der Wohnungstür um den Fluchtweg abzuschneiden.

Mengele betritt die Küche und überschüttet den dortigen Schrank namens Konrad mit Brandbeschleuniger und unter höhnischem Gelächter zündet er das Erbstück an. „Wer lacht jetzt? Wer lacht jetzt, he!“ soll Mengele gerufen haben als die Flammen das Möbelstück verschlungen und er um das Feuer herumtanzte. Dabei achtete er peinlich genau darauf das nur dieses Möbelstück verbrannte.

Hossovicz, der zu diesem Zeitpunkt seit wenigen Monaten Vegetarier ist, ist weder körperlich noch geistig auf der Höhe und bricht zusammen als die Graphikdesignerin E. und die Homöopathin T. auf ihn einreden. Er rollt sich vor den beiden jungen Frauen in fötaler Haltung zusammen und ist nicht mehr ansprechbar. Koko verliert daraufhin völlig die Beherrschung, er tritt auf den am bodenliegenden, wehrlosen Mann ein und greift sich die einen Meter lange Kerze die Hossovicz als Waffe diente und erschlägt beide Frauen mit dem Leuchtkörper.

Gonzalez Walter PPK der als Latino dem Tier näher ist als die anderen zwei, wird durch den Geruch des frischen und warmen Blutes zur reissenden Bestie. Er wirft seine Schusswaffen weg, reisst sich die Kleidung vom Leib und jagt, nur mit einer Peniskalebasse (botanisch: Lagenaria) bekleidet, auf allen vieren durch die etwas überladene, aber geschmackvoll eingerichtete Wohnung. Mit dem warmen Blut der grausam ermordeten Frauen legt er sich eine Kriegsbemalung nach Art seiner Vorfahren an. Dann dringt er in das Zimmer der Italienerin L. ein. Sie und ihr Lebensabschnittsbegleiter, der Niederländer M., verlieren durch Gonzalez Walter PPK ihr Leben, als dieser ihnen mit nackten Händen die Herzen aus der Brust reisst und sie seinem Gott Huitzilopochtli als Opfergabe darbringt.

Mengele hat zu diesem Zeitpunkt die beiden Hippies M. und K. im Wohnzimmer überwältig. Mit vorgehaltener Deserteagle (5.0) hält er die beiden jungen Männer in Schach. „Du kannst gehen K.. Ich zähle bis 20!“ K. der völlig überrumpelt wird von dieser Wendung, dreht sich um und rennt zur Wohnungstür, während Koko anfängt zu zählen. „ Eins...Zwanzig!“ Die Schüsse treffen K. in den Rücken und in den Kopf. Er war tot bevor er die Türschwelle erreichte. Er hinterließ Frau und Kind. „ Zu langsam“, Koko zuckt mit den Schultern und grinst M. an. „Na gut du darfst wirklich gehen. Eins, zwei...“ M. sieht Koko mit fassungslosem Blick an und sucht sein Heil in der Flucht während Koko hinter ihm in die Decke schiesst und ihm zuruft, daß einer ja schließlich die Geschichte erzählen müsse.

M. hetzt die Treppen hinunter und findet im Hausflur die Leichen der erwarteten Weihnachtsgäste. Der Pole C. mit seine Freundin A., liegen tot neben der Graphikdesignerin D., die eine dreijährige Tochter hinterlässt. Neben der toten Juristin D. liegt der schwerverstümmelte Körper des langjährigen Freundes Koko Mengeles, der Schauspieler A.

Der schwerverletzte Lehrer J. wird von M. aus dem Haus geschleppt, der ihm damit wahrscheinlich das Leben gerettet hat.

Das Blutbad in der Berliner Kalckreuthstrasse ging unter dem Begriff ‚der schwarze Dezember’ in die traurige Geschichte menschlicher Abgründe ein. Die von M. alarmierte Polizei findet ein Blutbad vor. Von Koko Mengele und Gonzalez Walter PPK fehlen jede Spur. Hossovicz wird festgenommen und einer psychatrischen Anstalt übergeben. Die schnellgebildete Soko ‚Kalcki’ bleibt ergebnislos bei ihren Ermittlungen. Die Soko kapituliert vor den Erschwernissen der Ermittlungen, denn offenbar fliegen Mengele die Sympathien des einfachen Mannes zu. In der Bevölkerung wird er breit gedeckt und unterstützt. Bald nach den grausamen Ereignissen erstarkt auch der deutsche Terrorismus wieder. Das RAF Kommando Koko Mengele versucht den inhaftierten Hossovicz aus seinem Hochsicherheitstrakt freizusprengen und tötet dabei 2 Wachmänner der Berliner Justizbehörden. Hossovicz stellt sich nach dem Tod der beiden Wachmänner als Kronzeuge zur Verfügung, er gibt öffentlich bekannt das er sich von Mengele und Gonzalez Walter PPK distanziert, diese beiden sind fehlgeleitet und hätten Gottes gerechten Pfad verlassen.

Er erhält Hafterleichterung und legt ein volles Geständnis ab, womit er besonders Koko Mengele schwer belastet. Er berichtet wie dieser ihn Tag um Tag mit sportlichen Übungen gequält hätte. Das Mengele ihn immer verachtet hätte wegen seiner Adipositas. Er habe nur bei dieser verrückten Sache, die er für einen Spass hielt, mitgemacht um Koko Mengele zu gefallen. Weiterhin wird durch Hossovicz Aussagen klar wie Koko seine Komplizen manipulierte. Er drohte Gonzalez Walter PPK des öfteren mit seinen Beziehungen zur Ausländerpolizei. Gonzalez Walter PPK der sich zu diesem Zeitpunkt illegal in Deutschland aufhielt war gezwungen sich Kokos Willen zu unterwerfen.

Hossovicz und Gonzalez Walter PPK sind heute Pseudonyme für Menschen deren schwacher Wille von einem gnadenlosen, vermeintlichen Freund ausgenutzt wird. Mengele, ein Student der Soziologie wusste genau wie er die beiden zu manipulieren hatte, damit sie nach seiner Pfeife tanzten.

Zwei Männer aus bildungsfernem Umfeld, der eine ein Schuhputzer aus Venezuela der illegal in Deutschland lebte, der andere ein Tütenkleber aus Neukölln. Man kann nicht sagen welches Schicksal das schlimmere ist. Aussagen wie: „ Du bist ja völlig Hosso!“ oder :“ Geht’s dir noch ganz Walter, Alter!?“ sind auf diese beiden Männer zurückzuführen.

Hossovicz nutzt die langen Jahre der Haft um seine Bildungsdefizite auszugleichen. Er lernt Lesen, Schreiben und die Grundrechenarten. Als er nach 10 Jahren aus der Haft entlassen wird, ist er ein anderer Mann. Er schliesst sich der Glaubengemeinschaft seiner Vorfahren an und wird chassidischer Rabbiner. Er öffnet den Kibbuz Kalcki in Berlin-Schöneberg. Rabbi Hossovicz starb im letzten Jahr an den Folgen eines Wettfastens um die Frage wer der frommste Rabbi sei. Auf dem Sterbebett verzieh er Koko Mengele und betete dafür das dieser sich wieder in Gottes Schoss begeben würde.

Der Tod von Koko Mengele gibt den internationalen Strafverfolgungsbehörden ihr Gesicht wieder. Koko Mengele war ein Verbrecher und auch wenn einige wenige Verirrte ihn nun zum Märtyrer stilisieren wollen, bleibt das ein Fakt.

Wir befinden uns immer noch im Krieg mit Eurasien, wir haben uns nie im Krieg mit Ostasien befunden.

Donnerstag, September 28, 2006

Koko sagt:

Heute hat sich Koko bei mir ausgeheult, er redete stundenlang auf mich ein, das die "verkackten überkrassen Nazis" der Kalcki einen Schrank, und es ist kein hübscher, nach ihm benannt haben. Weiterhin haßt er alle Mitglieder dieser Wg und beabsichtigt in deren Küche ein Kz zu eröffnen um eben jene Mitglieder dort zu disziplinieren. Mir selbst wurde der Posten des ersten Kämpfers und Propandaministers angeboten, welchen ich, natürlich, abgelehnt habe. Ich sachte noch: " Koko nimm das nich' so ernst" aber er schrie nur Parolen und sabberte dabei sein Umfeld klatschnass. Die Gonzalez Walter PPK hat sich dazu ausgeschwiegen und verzichtete auch auf ihren berühmt berüchtigten Ententanz und ihre Donald Duck Performance.

Unter uns, ich kann mir nicht vorstellen das es einen Schrank gibt, der auch nur annähernd so, ähm sagen wir böse, ist wie Koko. Ist es nicht nur der Geltungsdrang der Kalckis, der sie versuchen läßt etwas so einzigartiges, gott sei dank, wie Koko auch bei sich entstehen zu lassen?

Koko gibt sich alle Mühe menschliche Umgangsformen zu simulieren. Gerne höre ich ihm zu wenn er in seinem Zimmer vor seinem Lerncomputer sitzt und menschliche Sprache lernt. Mit dem Mikrofon im Mund simuliert er die Laute die aus den Boxen klingen. uh?

Oder wenn er spät in der Nacht, oder besser früh am Morgen, heimkommt und sturzbetrunken ist. Dann ist er immer so liebesbedürftig und tot unglücklich wenn ich ihn in sein Bett schicken muss.

Und was war das für ein Freudentag als er endlich aufrecht gehen konnte. Nein. Der Koko ist was ganz besonderes und wir würden jederzeit wieder ein Kind aus Guatemala adoptieren. Die Gonzalez Walter PPK und ich wir sind liebende Eltern und unser Koko hat es nicht verdient von der Kalcki dermaßen herablassend behandelt zu werden.
Auch gehandicapte Mitglieder der menschlichen Rasse haben ein Recht menschenähnlich behandelt zu werden, dieses Recht fordern wir für unseren Koko ein. Hört auf ihn wie ein Möbelstück, und kein schönes, zu behandeln. Koko ist soviel mehr als das.

Er kann die Luft anhalten bis er rot wird, er kann Blubberbläschen machen in der Badewanne. Ja sein glockenhelles Lachen solltet ihr hören wenn die Bläschen zerploppen. Er rechnet sicher im Zahlenraum bis drei und ist äusserst tierlieb. Wenn mir eine Streichholzschachtel runterfällt weiss er sofort wieviel Hölzer dort auf dem Boden liegen und seine Lieblingslektüre ist das Telefonbuch von Bergisch-Gladbach.
Koko ist ein wundervolles Kind und meine Frau Gonzalez Walter PPK und ich wünschen uns kein anderes, sicher wäre es schön, wenn er stubenrein wäre, aber unsere Liebe erlaubt es uns darüber hinweg zu sehen.

LASST KOKO ENDLICH IN FRIEDEN IHR KALCKIS!!!!

Dienstag, September 26, 2006

was bleibt

Was für ein Abend. Seit Stunden habe ich mich mit meiner Schwester gestritten. Alle Facetten menschlicher Ausdruckskraft wurden zum Einsatz gebracht. Man nenne mich völlig vergletschert, aber trotz Tränen und Geschrei bin ich kaum in der Lage meiner Schwester das zu geben was sie gerne von mir hätte. Was auch immer das genau ist.

Doch für mich fühlt es sich so an als erwarte sie von mir das ich grundlegende Dinge, die für mich ganz selbstverständlich sind, laut ausspreche. Doch dagegen wehre ich mich, ich kann das nicht. Es ist mir zuwider solche Dinge zu sagen, vor allem weil sie mich dann verpflichten. Ich will mich nicht verpflichten lassen. Ich will da sein dürfen, ich will sie sehen wenn ich Lust habe, ich will mitten in der Nacht angerufen werden weil es einen Notfall gibt. Versteht mich nicht falsch, ich wünsche mir keinen Notfall und inshallah wird das auch nicht passieren.

Ich wünsche mir ein Teil der Familie zu sein. Doch sie sagt ganz oder gar nicht.

Nun hat sie mich abgeschossen, hat gesagt das sie mich eine Zeit nicht sehen will. Und damit meint sie sicherlich nicht ein paar Tage bis die Wut verflogen ist. Als ob das irgendetwas besser machen würde.

Ich habe mit etwa 14 das Elternhaus verlassen, bin vor meiner Mutter in ein Kinderheim geflohen. Meine Schwester zog etwa ein Jahr später aus, sie zog zu ihrem Vater und kam vom Regen in die Scheisse. Im Endeffekt landete sie dann auch in der staatlichen Erziehungsgeschichte. Ich traf sie nach meinem Auszug erst über 10 Jahre später wieder, ich hatte nie versucht den Kontakt zu ihr zu etablieren, da ich durch die Indoktrination unserer Mutter einen Hass auf den Vater meiner Schwester hatte und sie dafür verachtete das sie zum Feind unserer Mutter gezogen war. Jetzt weiss ich über die Zusammenhänge besser Bescheid und kann nicht sagen das sich meine Meinung über ihren Vater grundlegend verbessert hätte.

Als ich sie traf war sie ein völlig fremde Person für mich, sie hatte ihre erste Tochter damals noch recht frisch, naja zumindest waren Windeln noch im Spiel. Sie war noch mit dem Vater der Kinder zusammen. Das zweite Kind kam etwa ein Jahr nachdem wir wieder miteinander den Kontakt etabliert hatten, ich erfuhr davon in einer Telefonzelle an der Ostseestrasse. Sie war ganz kleinlaut als sie mir davon erzählte, wusste wohl nicht was ich dazu sagen würde.

Heute gehen beide Mädchen zur Schule. Die Grosse hat sich zum Geburtstag eine Gitarre gewünscht und ich habe vor kurzem damit angefangen ihr die ersten Kenntnisse zu vermitteln. Sie ist sehr lernbegierig und eifrig und fasst das theoretische Wissen schnell auf.

Die Kleine ist das Trüffelschwein, wenn sie Ü-Eier aussucht, kann man bei zwei von drei Fällen davon ausgehen das sie eine coole Figur aus der jeweiligen Serie erwischt. Sie will Popstar werden.

Unser Streit, also ich der Initialstreit für diese Katastrophe fand vor einigen, ich denke zwei oder drei, Monaten statt. Ich weiss nicht mehr wie es genau war, ich glaube mich zu erinnern, daß ich das Gefühl gehabt hatte das sie meine Loyalität zur Familie und besonders unserer Mutter anzweifeln würde und sie mir vorwarf ich sei unaufrichtig. Das ist für mich nicht leicht sowas zu hören, wer hört sowas schon gerne. Ich ging ziemlich an die Decke und als ich sie am nächsten Tag sah, hatte ich die Hoffnung das klären zu können. Leider nahm meine Schwester ihre Kinder mit zu einem gemeinsamen Krankenhausbesuch unserer Mutter und ich bekam keine Gelegenheit mit ihr zu sprechen. Außerdem empfand ich die Anwesenheit der Kinder als Schutzschild für meine Schwester. Sie benutze sie als menschliche Schutzschilde gegen meinen Zorn. Ich würde niemals behaupten das sie das bewusst tun würde, dafür liebt sie die beiden viel zu sehr, aber in diesem Moment habe ich es leider so gedeutet.

Ich bin richtig ausgerastet.

Ich habe mich völlig vergessen.

Ich habe sie vor unserer Mutter und in Hörreichweite der Kids derbst angegriffen und beleidigt, ich habe Dinge zu ihr gesagt für die ich mich heute zutiefst schäme, die ich aber nicht ungesagt machen kann. Ich kann nicht mal sagen ich war besoffen, nein, ich war einfach nur stinkend wütend und verletzt.

Danach haben wir uns, auf Wunsch unserer Mutter, wieder zusammengerauft. Mir war zu dem Zeitpunkt nicht klar was ich ihr angetan hatte. Und erst heute bekomme ich langsam einen Eindruck wie sehr ich ihr weh getan habe. Ich habe ihr meine hässlichste Seite gezeigt, habe die Scheissmaske runtergenommen und sie ins Antlitz meiner kranken Seele blicken lassen.

Und jetzt weiss sie was hinter der Maske liegt. Auch wenn ich sie noch hundert mal umd Entschuldigung bitten würde. Und auch wenn sie mich entschuldigen würde. Ich kann das nie vergessen machen, sie kennt nun das was hinter der Maske aus überlegenem, pseudointellektuellen Gehabe, Sarkasmus und lautem Verlachen von Allem steckt.

Ich habe mich nicht bei ihr entschuldigt, erst als sie mich dazu aufforderte holte ich es nach. Sie empfand das nicht als aufrichtig und wenn sie das so empfindet dann war es wohl so, denn ich selbst kann es nicht ermessen, denn sie ist verletzt. Ich werde die Schuld wohl solange zahlen bis sie sagt es sein nun gut, anders kann das nun einmal nicht aus der Welt geschafft werden.

Nun ja, sie hat mich nun ausgeschlossen, für ihren Geburtstag hat sie mich ausgeladen. Sie hat gesagt sie hofft das ich eine Lektion lerne. Sie sagt sie hofft das ich begreife was ich hatte, wenn ich es nicht mehr habe. Ich habe ihr gesagt das ich diese Lektion nicht brauche, das ich jetzt schon weiss was ich vermissen würde.

Nämlich unsere guten Zeiten, die langen Gespräche über unser Elternhaus, über die Dinge die uns seither zeichnen, die Dinge die nur wir beide teilen. Unsere Freude an den selben Comics aus Nicht Lustig (DUM?). Unser bedingungsloser Zusammenhalt gegen Stress von aussen. Ihre klare, aufbrausende Art gegen Unrecht weltweit, etwas das mir immer wieder Angst macht, weil mir dadurch deutlich wird wie gleichgültig ich der Welt gegenüber stehe und wie abgestumpft ich bin. Es geht doch nur noch um mich und alles dreht sich am besten um meinen eigenen, tiefen Bauchnabel. Seltsam was ich da manchmal drin finde.

Die bedingungslose Liebe die sie ihren Mädchen entgegen bringt, wie sie sich selbst völlig hingibt um die beiden glücklich zu machen. Ich glaube nicht das ich jemals soviel Liebe für irgendjemanden aufbringen kann, nicht mal für mich.


Nun. Egal was kommt und egal was war. Sie ist und bleibt meine Schwester.

Montag, September 11, 2006

Stress nicht!

Wieviel sollte man diffenrenzieren wenn man jemanden kennenlernt? Wie weit kann man differenzieren? Ich meine damit, wie sehr kann ich jemanden differenziert behandeln und dabei versuchen meine Lebenserfahrungen aus dem Spiel zu lassen. Denn eigentlich sind wir doch alle Individuen („Ich nicht!“ ja ja, ich weiss). Eigentlich hat es doch jeder verdient wie ein unbeschriebenes Blatt behandelt zu werden, wenn er jemanden kennenlernt. Und natürlich wünscht sich das auch jeder für sich selbst. Gut, soviel zur Idealvorstellung.

Aber die Realität kann ein harscher Ort sein, besonders wenn es um Idealvorstellungen geht Man kann da nicht wirklich von einem lebensfreundlichen Milieu reden.

Der Fall der meinen Gedanken zu Grunde liegt ist schnell erzählt, meine Lebenserfahrungen (empirische Werte) sagen mir das ich sofort und ohne weiteres Zögern Abstand von einer Frau nehmen soll, denn alle Zeichen deuten auf eine Katastrophe epischen Ausmaßes hin. Ich sollte abhauen bevor mein Logikhitler alle Hoffnung deportiert. Ich sollte sehen das ich alles stehen und liegen lasse und machen das ich aus der Sache rauskomme. Gehen bevor ich dazu nicht mehr in der Lage bin.

Ich bin nicht das erste Mal in dieser Situation, nur diesmal habe ich das Gefühl das es sich tatsächlich um eine bewusste Entscheidung handelt. Als ich jünger war, gestern zum Beispiel oder gar eben noch, ist so etwas einfach passiert und ich fand mich plötzlich im Schlamassel wieder.

Nun diese Entscheidung würde lediglich auf Grund von empirischen Werten fallen, ich würde völlig das Individuum ignorieren. Ich würde logisch handeln. Kann man das so sagen? Ich denke schon.

Auf der anderen Seite muss ich erkennen, daß die einzige wirkliche Konstante bei allen meinen verkackten Frauengeschichten ich selbst bin. Und wenn ich versuche damit logisch umzugehen, auweia. Hmpf, diese Erkenntis bringt mich allerdings beim vorliegenden Problem nicht weiter. Vielleicht beschäftige ich mich ein irgendwann anders damit.

Kommen wir zurück zum Logikhitler und der Deportation meiner Hoffnung. Meine Hoffnung ist ein Einzelkämpfer, ein Partisan mit einem Hang zur Selbstqual, zur Aufgabe des Ichs für eine grössere Sache. Sie läßt sich nicht einfach fangen und deportieren. Sie kämpft bis zum bitteren Ende und stirbt dann dreckig dahin gemordet, einsam und unter größten Qualen. Auch ist sie durch logische Argumente nicht zu beeindrucken, denn das ist nur miese Propaganda des logischen Feindes, der nur wieder und wieder unter Beweis stellen möchte das 1+1=2 ist. Als ob das in so einer Situation wichtig ist, denn bei einer solchen Gleichung ist 1+1 ganz schnell mal 3. Wobei das ja dann eher eine Gleichung mit einer Unbekannten ist. Ich verzettel mich gerade......

Muss mal entwirren.

Donnerstag, September 07, 2006

Klompimente

Ich wurde aufgefordert etwas nettes über J. zu schreiben. Hm, das ist gar nicht so leicht dieser Tage. Schließlich ist das ja fast 'fishing for compliments' zu nennen. Besser wäre sicherlich es 'dynamitefishing for compliments' zu nennen. Und dabei kann sie mit Klompimenten, wie wir es hin und wieder nennen, gar nicht umgehen. Klompimente machen sie immer verlegen, sie weiß dann nicht was sie sagen soll. Ich könnte natürlich so etwas sagen wie:..........

............Als ich sie das erste Mal sah, da tobte sie wie ein Derwisch über die Tanzfläche, auf einem Bein, denn sie hatte sich beim Fussballspielen das, nun nicht tanzende, Bein irgendwie übel gebrochen.

Neben dem fiel mir nur auf, daß die gute über ein äusserst wohlgeformtes verlängertes Rückgrat verfügte. Was erwähnt sein möchte, auch wenn man sich heutzutage leicht den Ruf eines Frauenhassers/feindes/chauvi/macho/mannes einfängt, wenn man über die körperlichen Reize einer Frau spricht.


Wie beschreibe ich sie am besten?

Wäre sie ein Tier, dann wäre sie ein Katze wenn es ihr gut geht. Eine Katze wenn es ihr schlecht geht und zu allen anderen Zeitpunkten ein Faultier.

Wäre sie ein Gemälde, dann wäre sie interessant wie ein Manet, verträumt wie ein Monet und grausam wie ein Dix.

Wäre sie Musik, dann wäre sie AC/DC,wenn sie tanzt. Yann Thiersen wenn sie lacht. Und Bill Withers wenn sie weint.


Wie beschreibe ich jemanden der mich begeistert, der mich immer wieder zum Lachen bringt und auch die leisen Töne beherrscht? Jemanden den ich mit Kopf und Körper attraktiv finde? Jemanden der mich in Atem hält ob er da ist oder nicht?

Wie könnte ich etwas schlechtes über jemanden sagen, der sowohl über mein Glück als auch über mein Unglück verfügt und das jeweilige mit einer Handbewegung auslösen kann?............


Laufe ich nicht Gefahr ein völlig subjektives Bild abzugeben?

Nein, ich kann das nicht verantworten, nichts soll über meine Lippen kommen. Ich kann doch hier nicht einmal lästern und sie das nächste mal loben, was wäre das denn für eine Berichterstattung aus meinem Leben?

Was wäre das für ein Leben?

OHA!





Freitag, August 25, 2006

D.o.a

Heute ist eine 32 Jahre alte Frau von einem Lastwagen erfasst worden und starb noch am Unfallort. Sie war bei grün über die Strasse gefahren und der Lastwagenfahrer hatte sie übersehen. Wie krass. Das hätte eine oder einer von uns sein können. Mir lief es eiskalt den Rücken runter, der Tod kann einen so plötzlich aus dem Leben reissen. Eben bist du noch mit dem Fahrrad auf dem Weg zu deinem oder deiner Liebsten und plötzlich liegst du auf dem Asphalt und stirbst, dreckig und alleine, keiner da den du kennst. Dein Körper ist zerschmettert und du weisst nicht wie dir passiert. Ich kannte die Frau nicht, ich weiss nicht wer sie war oder was sie bewegte, aber ich hoffe innigst das sie nicht gelitten hat. Das sie keine Zeit hatte sich noch einmal Gedanken darum zu machen was ihr gerade passiert war. Ich merke wie mein Nervenkostüm in Fetzen davonfliegt wenn ich darüber nachdenke. Ich könnte heulen und dabei kannte ich sie gar nicht. Ich stelle mir vor wie ihre Familie die Botschaft aufnimmt, wie ihre Freunde es fassungslos hinnehmen. Seid bitte alle umsichtig wenn ihr in Berlin unterwegs seid, besonders ihr Radfahrer.

Ich möchte auch nicht in der Haut des Fahrers stecken der die Frau übersehen hat, ich hoffe für ihn das er lernt mit der Sache zu leben. Denn für uns geht das Leben ja weiter. Da frage ich mich manchmal wer es besser hat, der Tote oder seine überlebenden Verwandten oder Freunde. Irgendwann finde ich es raus.

Meine Gedanken und stillen Gebete sind bei der toten Frau und dem Lastwagenfahrer.


Sonntag, August 13, 2006

....böse Menschen haben keine Lieder

Es gibt nicht viele Seiten in dem Ordner Favoriten in meinem Internetbrowser. Eine dieser Seiten ist die Seite www.Guitartabs.cc. Kaum eine andere Seite rufe ich so oft auf und nutze ihren Inhalt ausgiebig. Leider ist das nun vorbei, denn ein paar geldgeile Ärsche fanden es lustig den Menschen die hinter dieser Seite stehen die Hölle heiss zu machen. Zur Erklärung dieser Seite:
Auf dieser Seite stellen Musiker freiwillig und unendgeldlich ihre Interpretationen von Musikstücken zur Kenntnisname anderer Musiker ins Netz. Wenn ich also den song xy im Radio höre, dann kann ich auf dieser Seite nachsehen ob jemand anders sich schon mit dem Song beschäftigt hat und seine Interpretation des Songs dort festgehalten hat. Anhand der dortigen Aufzeichnungen kann ich dann an dem Song arbeiten und ihn für mich lernen. Ein ganz normaler Vorgang wie er seit Jahrhunderten zwischen Lehrer und Schüler geschieht, der Lehrer macht Notizen für den Schüler mit dessen Hilfe dieser dann alleine weiterarbeiten kann.
Die National Music Publishers' Association (NMPA) as well as the Music Publishers' Association (MPA) traten nun an den Betreiber der Seite heran und drohten mit rechtlichen Verstrickungen, da diese Tabulaturen ( das ist die Form in der die Musikdaten in schriftlicher Form, aber ohne Noten und Rythmus angegeben werden. Es ist also nötig das Stück zu kennen um mit diesen Aufzeichnungen etwas anfangen zu können.) ein Bruch der Copyrights sein soll.
Wenn man diesen Gedanken nun aber weiterdenkt, wäre es auch eine Verletzung der Copyrights wenn ich im Park sitze und meinem Kumpel zeige wie man ein Lied auf der Gitarre spielt und ihm dazu ein paar Notizen mache, denn nichts anderes ist das was hier im Internet via Guitartabs.cc passiert. Nur das der Kumpel der mich das Stück lehrt am anderen Ende der Welt sitzen kann und einen grösseren Rahmen an Interessierten erreichen kann.
Die Seite und viele andere dieser Art liegen momentan flach, es geht wieder mal um. Ich will da nicht einfach so zusehen und möchte euch bitten die Seite zu besuchen und euch dort vllt sogar in die Petition einzutragen. Denn es kann nicht sein das ein paar Kapitalisten die wahrscheinlich nicht mal selbst ein Instrument spielen, uns um diesen Schatz berauben. Wissen darf uns nicht vorenthalten werden. Und schlussendlich verbieten sie uns damit einen Teil unseres kulturellen Lebens. Viele, wenn nicht die meisten, Lieder die ich immer wieder singe fanden auf Seiten wie diesen zu mir.
Wir dürfen nichts zulassen, daß ein paar Wenige, sich mit ihren völlig hirnverbrannten Ideen darüber wie die Welt funktionieren sollte, durchsetzen. Sonst steht eines Tages jemand im Park neben uns und verbietet uns Lieder zu singen die Copyright geschützt sind.

Montag, Juli 31, 2006

aus der Deckung

Nun liegt der Juli im Sterben. Sie ist natürlich nicht nach Berlin gekommen und wird das in näherer Zukunft auch nicht tun. Das überrascht mich nicht wirklich, fertig gemacht hat es mich trotzdem. Es ist doch überraschend für mich, wie sehr man von einem Umstand gerockt werden kann, über den man sich eigentlich bewusst ist, den man aber nicht wahr haben will.
Als es mir zuviel wurde habe ich sie einfach angerufen. Gott war sie mir fremd. Ihre Stimme klang so furchtbar erwachsen und kalt. Sie konnte keine konkrete Aussage zu irgendeinem Thema machen. Ich war unten, ganz weit unten. Ehrlich gesagt habe ich mich nicht wiedererkannt. Ich saß hier und schrieb ihr eine Mail und dabei kamen mir die Tränen. Tränen kenne ich eigentlich nur wenn ich mir den kleinen Zeh stoße oder etwas im Auge habe. Es war gut das ich sie angerufen hatte, denn die Realität war heilsam. Mit nur einem Wort war meine idealisierte Version von ihr zerfallen. Naja, wie auch immer. Der Fakt das ich momentan nicht soviel schreibe zeigt deutlich das es mir gut geht und ich hoffe ihr geniesst den Sommer auch.

Sonntag, Juni 04, 2006

Viel Lärm um nichts

One woman is fair,- yet I am well; another is wise,- yet I am well; another is virtuous,- yet I am well: but till all graces be in one woman, one woman shall not come in my grace. Rich she shall be, that’s certain; wise, or I’ll none; virtuous, or I’ll never cheapen her; fair, or I’ll never look on her; mild or come not near me; noble, or not I for an angel; of good discourse, an excellent musician, and her hair shall be of what colour it please God.- Ha!

Ich liebe Benedict und Shakespeare.

duck & cover

Sie kommt.

Sie kommt wieder.

Sie kommt zurück.

Oder besser, sie sagt sie würde im juli wieder nach berlin kommen. Ich kann es kaum erwarten und nichts fürchte ich mehr.

Ich weiss nicht wie lange das jetzt schon geht. Es ist schwer für mich die zeitabstände einzuschätzen, denn sie ist so oft für lange zeit weggewesen. Das letzte mal als wir uns sprachen schickte ich sie weg und es tat mir weh. Es tat mir weh als sie nicht da war.

Ich weiss nicht was uns miteinander verbindet. Ich weiss nicht ob sie irgendetwas mit mir verbindet, ich nehme es aber stark an. Ich war immer schnell dabei ihre gefühle gering zuschätzen, eine unart von mir, mit der wohl jede frau umgehen lernen muss, wenn sie sich in meinem näheren dunstkreis begibt.

Ich habe darüber nachgedacht was mich mit ihr verbindet, in meiner brust fühlt es sich an wie liebe, doch es kann nicht so einfach sein. Einfach? Ja ich weiss.

Wir haben uns gegenseitig so oft weh getan, haben unsere herzen gegenseitig zerfetzt, haben kein pardon gegeben. Damals dachte ich es sein vllt pheromone und habe mich deshalb von ihr entfernt, habe sie gemieden, habe versucht kontrolle über die situation zu erlangen, damit ich sie verstehen kann. Doch ich muss zugeben das war ein irrtum, denn ein chemiecocktail wäre doch längst abgeklungen.

Sie ist die einzige frau die ich kenne, der es gelungen ist mich mit ihren perspektiven zu beeindrucken, die es schaffte mir andere blickwinkel zu vermitteln. Die einzige frau mit der ich schweigen ertragen konnte.

Ich frage mich ob seelenverwandschaft das wort ist was passen würde. Ehrlich gesagt sträube ich mich gegen dieses wort, es ist viel zu gross und viel zu abgedroschen.

Wikipedia sagt dazu: Als eine Seelenverwandtschaft bezeichnet man eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich dadurch auszeichnet, dass beide Personen ähnlich empfinden und denken.

Hm, das ist es schon, aber doch nicht wirklich. Ausserdem weiss ich gar nicht ob das wirklich so ist, es ist verführerisch das anzunehmen, aber das wäre irgendwie vermessen.

Ich fühle mich ihr verbunden und das trotz all der zeit, trotz all der grausamkeiten, trotz all der abwesenheit. Ich fühle mich ihr verbunden weil wir auch nach jahren der distanz einen weg zueinander finden, weil wir dort anschliessen können wo wir uns trennten, weil ich weiss das sie mich nicht vergisst.

Ich habe sie umworben, ich habe sie hofiert. Ich habe gedichte geschrieben, lieder gesungen. Ich habe gestritten und geheult und gelitten und geblutet wie ein schwein.

Ich weiss so wenig über sie, weiss nicht was sie denkt, ihr innenleben ist mir völlig schleierhaft und vllt auf ewig verborgen. Ich bin völlig ahnungslos. Kommt nicht oft vor und das sage ich ohne die absicht angeben zu wollen. Vllt ist es ja das, vllt findet irgendein ein teil von mir es sehr sympathisch völlig ohne kontrolle über die situation zu sein. Dieser teil von mir steht auf jeden fall nicht auf meiner weihnachtsliste und wird sich in zukunft dort auch nicht wiederfinden.

Ich zweifele auch schon an meiner eigenen geistigen gesundheit, sie will nichts als meine freundschaft, ich will nichts als ihre nähe und aufmerksamkeit. Wenn sie da ist bin ich vollständig und ich könnte vor glück zerfliessen. Wahrscheinlich mache ich mir auch schon wieder zu viele gedanken, ich zerrede die situation mental. Der kleine signor rossi in mir will halt auch endlich seine suche beenden.

Ich bin ein sentimentales stück mensch.

***

Habe ich schon erwähnt das jacob neulich geheiratet hat? Was ist aus den zeiten geworden als sven, jacob und ich die ewigen solisten waren? Was ist zwischenzeitlich passiert das ich nicht mitbekommen habe? Beide sind verheiratet, sven hat sogar eine tochter die bald drei wird. Jacob ist nach basdorf gezogen und hat dort einen bauernhof mit seiner jessica.

Wahrscheinlich hat J. recht mit dem was sie über meine hässlichkeit gesagt hat. Vllt bin ich einfach wirklich nicht zu ertragen. Nein das ist kein selbstmitleid, das ist eine bestandsaufnahme. Oh gott, es ist doch selbstmitleid * seufz *

***

Was mache ich mir vor? Ich freue mich das sie kommt, ich werde sie wie immer mit meinen erwartungen erdrücken und sie wird es zum kotzen finden, vllt streiten wir uns auch mal wieder. Bin ich ewig gestrig? Nein, ich versuche zumindest es nicht zu sein. Es ist allerdings nicht die einfachste übung sich von gemachten erfahrungen frei zu machen.

Ich habe eine nacht über diesen text geschlafen und finde ihn immer noch nicht schlüssiger, es fehlt immer noch, wie so oft, die conclusion. Und ich befürchte ich werde sie ein weiteres mal schuldig bleiben müssen und abwarten was das leben bringt. Auf das beste hoffen und mit dem schlimmsten rechnen, so werde ich es halten.

Ignorance is bliss

hm ja. nun. also heute traf ich die person die mich nicht ficken wollte obwohl sie schon hässlichere als mich gefickt hat. was soll ich sagen? wenn takt ein helles zentrum ist, dann ist diese Person am weitesten davon entfernt. sie teilte allen ungefragt mit das wir ja heute einer mehr sein, denn sie ist schwanger.............................................lassen wir das noch einen moment auf uns wirken.......................................................... jetzt ist gut.
ich will ja nicht sagen das ich ihr und dem kind etwas schlechtes wünsche, sollte allerdings aus dieser schwangerschaft ein dreiärschiger affe hervorgehen, würde mich das auch nicht stören. ganz im gegenteil. bin halt auch nur ein mensch*zwinker*
für jemand der sich selbst als beziehungsunfähig bezeichnet und die von einem aufkommenden fluchtgefühl spricht wenn eine beziehung zu eng wird, oder überhaupt entsteht, ist es ein gewagter schritt sich anbumsen zu lassen. ich frage mich ob da nicht mit dem status der schwangeren koketiert wird um eine selbstaufwertung zu erfahren. das wäre armselig. also in meiner kleinen welt. ich erheb ja keinen anspruch auf allgemeingültigkeit. ich denke halt einfach nur das jemand er sein leben nicht so wirklich auf reihe hat sich nicht auch noch mehr verantwortung aufhalsen sollte. vorallem einem schutzlosen und schwachen wesen gegenüber, das 120% darauf angewiesen ist das mama und papa alles schaukeln.

puh, das tat gut.

bin ich selbstgerecht? ich denke schon ein wenig, denn eigentlich bin ich doch nur pissed weil sie mich nicht gefickt hat und mich mit so einem üblen spruch abservierte. die ironie ist, ich bin mir nicht einmal sicher ob sie sich darüber im klaren ist wie dieser spruch wirkte.

Freitag, Mai 19, 2006

Ficken, Blut und Herzchen

Ja nun, es ist eine Weile her daß ich hier war. Es geht mir gut. Die Höhepunkte der Zwischenzeit sind schnell aufgezählt. Da wäre zum Beispiel die Ansage:“ Humberto, ich habe schon mit viel hässlicheren Typen als dir gefickt!“. Das ist doch erschreckend, hässlicher als ich!!!

Mal ehrlich, ich wusste wirklich nichts darauf zu erwidern und habe diese Ansage einfach links liegen lassen, denn die Alternativen zu diesem verhalten wären nicht schön gewesen und hätten mich auch um Jahre zurückgeworfen auf dem langen, gewundenen weg zu einem besseren Menschen.

Gefickt hat sie mich natürlich deswegen nicht, denn sie gewöhnt sich ficken mit irgendwelchen Typen gerade ab. Ist doch schön das ich ihr über diese charakterliche schwäche hinweghelfen konnte. Schade das die weiber immer erst vernünftig werden wenn sie mich treffen. Es ist mir auch ein ungeheurer Trost das ich, obwohl sie mich nicht attraktiv findet, in ihren Augen einer der humorvollsten menschen bin den sie kennt. Was auch immer das bedeutet. Ach ja und sie liebt unsere gespräche für ihren witz und überhaupt. Und überhaupt?

Schön war auch der tag an dem sich eines meiner Kinder in der einrichtung den hinterkopf an einem torpfosten aufschlug. Die formel Ball--> Gesicht--> Hinterkopf --> Pfosten = starkblutende Platzwunde am Hinterkopf, ging voll auf.

Auch wenn ich vermute das es sich dabei um billige effekthascherei des schicksals handelte, hatte dominik (das unglückliche Kind) auch noch ein weisses Polohemd an, welches sich ganz hervorragend mit dem knallroten Blut verstand, welches über den Rücken lief.

„Rot !“ dachte Huba.

Nachdem er drei kompressen durchgeblutet hatte, gelang es mir endlich ihm einen ordentlichen verband anzulegen. Der kleine mann war bei guter verfassung, die wunde blutete nur stark. Meine kollegin war total im arsch, die war nicht mal in der lage die feuerwehr anzurufen, ich musste sie mehrfach darauf hinweisen, das die nummer der feuerwehr nicht 110 ist. Das ist insofern ironisch, da wir am vortag mit den kindern eine feuerwache besucht hatten. Als die feuerwehr endlich kam war die sache ausgestanden. Dem kleinen geht es gut und er konnte am abend schon wieder im garten toben.

Derjenige der ihm den ball ins zentralmassiv geschossen hatte stand leicht unter schock und ich bin nach der arbeit zu hause nur noch ins bett gefallen. Es sind diese momente in denen man ganz deutlich merkt das man lebt und das es doch etwas ausmacht das man auf diesem fels im all rumläuft.

Was unsere wunderbare wg angeht.......manche sagen ja das sei so nicht gut. es fallen worte wie antichrist, wg of doom, unheilig. Es kommen leute zu uns und kleben herzchenaufkleber an unseren kühlschrank.

In anderen wohngemeinschaften wurden für weniger möbelstücke nach delinquenten benannt, ich denke da an einen Schrank in einer schöneberger Hippieküche.

Wir sind auf der Suche nach dem herzchenkleber und wir sind uns darüber einig, das es in diesem Fall nicht einfach bei der Benennung eines Möbelstücks bleiben kann. Wir denken über härtere Maßnahmen nach, vllt kochen wir einen Kakao. Sachdienliche hinweise werden immer gerne angenommen. Wäre auch eine passende gelegenheit jemanden zu denunzieren den ihr eh nicht leiden könnt. Wir nehmen es nicht so genau mit der beweisaufnahme, ein schuldiger muss her und zwar schnell.

Dienstag, April 11, 2006

Was man so findet.....

Ich bin am letzten wochenende umgezogen. Und wie das nun mal so ist, findet man bei so einer gelegenheit oft dinge die man nicht finden möchte und schätze die man verloren glaubte. Ich möchte eines von jeder art hier präsentieren, was davon unerwünscht und was davon ein schatz ist, bleibt mein geheimnis.

2. März 1994

krankheit und pest waren immer da,

deine freunde starben, wurden langsam rar.

Schwarzes siechen überall,

süßer gestank, langsamer verfall.

Frauen starben in lodernden flammen,

die kirche versucht den teufel zu bannen.

Denunzianten haben die macht,

über deutschland hängt eine tödliche nacht.

Um 1490, deutschland jagt frauen,

die anderen helfen und sich trauen,

ihre meinung laut zu sagen.

Das schlägt der kirche auf den magen.

Ein schiedsgericht wird schnell erdacht,

die frauen werden umgebracht

inquisition und drittes reich,

die deutschen bleiben immer gleich,

sie denunzieren, morden und streiten,

herhalten müssen immer die minderheiten.

1945 deutschland brennt,

denn die welt hat nun erkannt,

dass der tod ein meister aus deutschland ist,

dass der deutsche keine skrupel besitzt,

sich an wehrlosen menschen schändlich zu vergehen.

Wir alle haben nach auschwitz gesehen,

wozu der deutsche fähig ist,

in ihm allein da wohnt das biest

zig milionen fanden den tod,

dem deutschen macht das keine not.

Und was passiert heute, was passiert jetzt?

Häuser werden in brand gesetzt,

menschen sterben den feuertod,

niemand hilft ihnen in ihrer not.

Die mörder werden angejubelt,

sie sind mit kinderblut besudelt.

Die deutschen werden immer meucheln,

da brauchen wir uns nichts vorzuheucheln.

In deutschland hat morden schon lange geschichte,

macht alles fremde schnell zunichte.

Ich denke es ist uns allen bekannt,

der geheuchelte tod kommt aus deutschem land.

Berlin, den 25.07.2001

Liebe E.,

hier bei mir ist es jetzt gerade 1.18h und wie so oft mitten in der nacht, sind meine gedanken bei dir. Es tut weh. Dies wird einer der vielen briefe von denen ich nicht weiß ob ich sie abschicke. Ich habe doch immer noch arge probleme mich emotional von dir zu distanzieren, was zum größten teil an dir liegt. Ja ich weiss, jetzt hast du wieder Schuld. Nein, ehrlich es ist so, wenn du dich mehr von mir distanzieren würdest, würde mich das kaputt machen. Was ich eigentlich sagen will, dein ganzes verhalten lässt mich glauben noch eine chance zu haben. Es ist natürlich nicht dein ganzes verhalten, sondern einige dinge die du so tust, z.b.:

deine langen fixierenden blicke, ich liebe es wenn du mich so ansiehst. Da scheint soviel wärme in deinem blick zu sein. Mich hat noch nie ein frau so angesehen, ohne dass da mehr gewesen wäre.

Unsere stundenlangen telefonate, heute kam meine telefonrechnung, 152DM, die kein enden nehmen und soviel stilles übereinkommen beherbergen. Manchmal ahne ich, dass wir uns besser verstehen würden, wenn wir schweigen würden.

Ich weiss du magst es nicht dich in einer schublade wiederzufinden, das soll es hier auch nicht sein. Ich möchte dir, anhand dieser beispiele, nur meine unglückliche situation verdeutlichen. Im einen moment gibst du mir einen korb und im nächsten moment tust du etwas was ich als total widersprüchlich empfinde

Was für eine sauklaue, ich hoffe du kannst mir folgen.

Ich habe dich jetzt seit 4 tagen werde gehört noch gesehen und langsam fehlst du mir.

Ich hatte gehofft es würde vielleicht nicht so sein, aber ich denke in jedem ruhigen moment zärtlich an dich. Und tief in mir hoffe ich, dass du auch ab und zu an mich denkst. Befürchte aber dass es nicht so ist, da ich für dich nicht die selbe rolle spiele, wie du für mich.

Ich weiss ich unterstelle schon wieder eine ganze menge und rede mich um kopf und kragen. Denn eigentlich kann ich sogar dinge aufzählen die deine körbe belegen. Es ist so verführerisch diesen dingen anderen gründe zu geben.

Du bist äusserst zurückhaltend mit zuneigungsbekundungen, du lässt dich verwöhnen und kraulen, bist selber aber sehr passiv. Ja, soviel dazu.

Mir sind kleinigkeiten aufgefallen. Immer wenn du mich besucht hast, hast du einen rock getragen, oder ein kleid, aber keine hose, die hast du immer an wenn wir uns woanders sehen. Ich denke über so was nach. Hat es eine bedeutung? Nein, doch, ich weiss nicht. Vielleicht war es ein zufall? Nö nicht dreimal hintereinander. Mehr davon?

Na gut. Aber danach darfst du nicht über meine beobachtungen lachen. Als du das letzte mal bei mir warst saß ich zweimal am rechner. Einmal abends und das andere mal am nächsten tag. als ich am abend auf meinem computerstuhl saß, drehte ich mich halb zu dir und du kamst nah zu mir heran und plötzlich standest du über mir, deine hand auf meiner schulter und mein linkes knie für einen moment zwischen deinen knien. Es wäre mir nicht aufgefallen, wenn du nicht plötzlich deine haltung geändert hättest. So als sei dir die situation bewusst geworden. Who can say?

Um zu deinen röcken zurückzukommen. Aus dir wird niemals eine lady werden, wenn du nicht lernst wie man sich in diesem kleidungstück anständig hinsetzt. Ich bin ja nun mal ein gentleman und würde selbst die möglichkeit solcher einblicke nicht nutzen. Du hast mich manchmal ganz schön in verlegenheit gebracht. Wenn ich t. wäre, dann hätte ich ein solche verhalten sicherlich als einladung verstanden. Gott sei dank bin ich wohl erzogen.

Meine emotionen dir gegenüber schlagen halt immer noch hohe wellen. Und dein, für mich, unverständliches verhalten macht mich furchtbar empfindlich gegenüber solcher kleinigkeiten, die für mich übrigens keine kleinigkeiten sind.

Ich versuche dich zu erkennen, dich zu verstehen, verstehen warum du tust was du mit mir tust. Was tust du mit mir? Verfehlen wir uns ganz knapp oder sind da welten? Ich glaube wir gehen nur ganz knapp aneinander vorbei. Was meinst du? Andererseits ist knapp vorbei auch daneben..

Ich befinde mich in der klassischen zwickmühle. Ich liebe es dir nah sein zu dürfen, dir zu lauschen, dich zu riechen, dich zu spüren. Doch diese situation hält in mir die hoffnung wach, dass ich dich doch noch gewinnen kann. Egal was du bisher gesagt hast, denn deine taten sprechen, in meinen augen, eine andere sprache. Und dieser umstand wird mich dir gegenüber immer verletzbar machen. Es ist verteufelt, du verbringst soviel zeit mit mir und doch sagst du mir da sei nichts, und doch muss es dir doch auch gefallen, sonst wärest du doch fort. Hm, du bist fort !

Es will mir einfach nicht in den kopf,

dass es möglich sein soll eine solche nähe aufzubauen, ohne tiefgehendere gefühle als freundschaft.

Auf der anderen seite ist es nur dir möglich mich von dieser hoffnungslosen liebe zu heilen. Allerdings wissen wir beide, dasss danach nichts als leere überbleiben würde. Erst wenn du dich von mir abwendest, werde ich von dir loskommen. Solange das nicht passiert werden wir beide damit leben müssen, dass ich deinem herzen nachstelle. Und solange werden wir glück und freude erleben, die nur ein schwacher schein von dem glück sein werden das uns versagt bleibt. Mir versagt bleibt.

Warum schreibe ich das alles? Es ist als würde ich mit dir reden ohne gleich auf fragen antworten zu müssen (bäh!).

Ausserdem fehlst du mir ein ganz kleines wenig, meine liebe grinsekatze.

Hmmm, meine bettdecke riecht immer noch ein wenig nach dir. Deswegen wache ich immer mit einem lächeln auf. Es war wundervoll dein schlafendes gesicht beobachten zu können. Immer wenn ich wach wurde habe ich dich kurz betrachtet und liebkost. Leider bist du viel zu plötzlich gegangen.

Den clown habe ich fertig, sehr traurig das alles. Denn die art und weise wie böll das buch geschrieben hat, erinnerte mich sehr an dich. Besser die gedanken des clowns.

Ich hoffe ich höre bald etwas von dir und hoffentlich geht es dir prächtig.

Ich knuddel dich ganz doll.

Huba

p.s: nimm den brief nicht allzu ernst.

Montag, März 27, 2006

Fürst Pücklers Erbe - Achtung, inhaltslos

Oh ja, der sommer zeigt uns dieser tage das erste mal sein hässliches, verbranntes antlitz. von frühling kann ja keine rede sein, wenn die temperaturen urplötzlich von 4° uaf 20° springen.

frühling ist hiermit ersatzlos gestrichen. viel erfolg in ihrem saisonalen werdegang. bewerben sie sich doch einfach nach der nächsten umweltkatastrophe apokalytischen ausmaßes wieder.

aber der sommer, geliebter und gehasster sommer, du bringst uns die fürst pückler mädchen, süß und eiskalt.
die halbnackten, also wenigstens bauchfreien frauen im alter zwischen 15 und 25. sie sind braungebrannt und bevorzugen weiss und rosa als farben der garderobe. womit sie genau der süßen sünde ihres namensgebers entsprechen, zumindest farblich. fürst pückler eis, jeder sollte es kennen, braun, rosa und weiss. also schoko, erdbeer und vanille *sabber*


ich danke dir lieber gott für diese geschenk, immer wieder im sommer, süß und eiskalt.

Donnerstag, März 23, 2006

Ist das Leben eine Schlampe!?

Was für ein tag, ich bin wieder mal voll durch den wind. Ich hatte ein erlebnis der dritten art.

Alles begann am gestrigen abend. Also der teil der für die geschichte die ich erzählen möchte relevant ist. Wie so oft mittwochs besuchte ich sven nach der arbeit, wir tranken einen tee und unterhielten uns über männerdinge.

Gegen neun kam jule und übernahm das babysitten, denn sven musste noch arbeiten. Gemeinsam mit ihm machte ich mich auf den weg. Auf dem u-bahnhof mussten wir noch warten und ich erzählte ihm von meiner verabredung am heutigen tag. dabei merkte ich an, dass ich eine ahnung hätte, dass meine verabredung mir mit einer ansage à la „du ich hab nur zwei stunden zeit“ kommen würde. Es war nur so ein gefühl und sven meinte ich solle mir keine birne machen.

***time warp***

heute um 18.00uhr war ich mit bella verabredet. Die verabredung war vorher schon zweimal verschoben worden, weil ich beim ersten mal grob erkältet war und beim zweiten mal einen termin in der endoskopischen urologie hatte, siehe unten. Nun sollte es also endlich klappen. Guter dinge machte ich mich auf den weg, gab mir alle mühe meine düstere vorahnung zu verdrängen und kam nahezu pünktlich bei ihr an. Ihre ersten worte waren: „ hallo,“ grinst, „ dann hast du die nachricht wohl doch nicht bekommen!?“

„welche nachricht?“ erwiedere ich, meine vorahnung viel wie ein riesenkrake von der decke über mich um umfing mich mit seinen kalten, wabbeligen, deswegen aber nicht kraftlosen, Armen.

„ich hatte jacob nach deiner nummer gefragt, denn ich bekomme am wochenende möbel und muss noch renovieren, aber komm doch erst mal rein.“ Ich stutze und sage „ weißt du was ich gestern zu sven gesagt habe? Ich sagte ihm das du mir heute eine ansage à la ich habe nur zwei stunden zeit machen würdest. Du willst mir doch gerade so was sagen oder?“

„ nur zwei stunden zeit?“ antwortet sie und ich sage „ na ja das du eigentlich was anderes vor hast.....“ sie sagt „ aber ich habe versucht dir abzusagen.“

Sie zeigt mir ihr handy auf dem sie eine antwortnachricht von demjenigen hat dem sie die sms geschrieben hat, der inhalt war ungefähr dieser: „ ich glaube nicht das diese nachricht für mich bestimmt war, musst dich geirrt haben“

Ich sehe sie an und denke für einen moment über die absurde situation nach und sage „bella, du weißt doch das mein handy keine sms von dir empfängt“, warum das so ist weiss ich nicht, wichtig dabei ist, das sie das wusste, da sie mir schon mal eine sms schickte und die nicht ankam. Und wir dann sogar neben einander saßen und uns smsten und es nicht klappte.

Wie auch immer, ich teilte ihr mit das ich auf so eine behandlung pfeifen kann und bin wieder gegangen,

Das alles zu beschreiben ist gar nicht so einfach, diese geschichte sind wie eine lockerer knoten in einem stück faden des lebens, wenn man zu fest daran zieht kann es einen fiesen knoten geben der dann sehr schwer aufzumachen ist. Aber selbst wenn man sich zeit nimmt, bleibt am schluss ein kleiner knoten den man, mehr oder weniger leicht, aufbekommt.

Folgende Punkte sind mir wichtig:

1. worauf begründete meine Vorahnung? Woher wüsste ich das so etwas geschehen würde?

2. warum nimmt bella leichtfertig in kauf das ich ihre nachricht nicht bekomme? sie wusste doch das ich ihre nachrichten nicht bekomme. Ich halte das für sozial grob fahrlässig.

3. das mir so was immer wieder passieren muss, ist schon lange nicht mehr lustig. also liebes universum, komm bitte klar und sei mal wieder eine runde nett zu mir.

Was heule ich rum, anderen leuten geht es viel schlechter, die haben nichts zu essen, oder aids, oder christdemokraten oder hustende hühner. Ich bin also besser zufrieden mit meinem leben, immerhin bietet es ja immer wieder tage wie diesen. In diesem sinne, auf bald.

Dienstag, März 21, 2006

I need a hero

ich bin wieder milimeterweise am heldentum vorbeigeschrammt. als ich heute abend nach hause kam und das hinterhaus betrat, in dem ich nur noch kurze zeit wohnen werde, roch ich gas. erst war ich mir nicht sicher, aber nachdem ich mich schnüffelnd durch's parterre bewegt hatte, gab es keinen zweifel mehr. während ich noch überlegte was nun zu tun sei, machte ich ersteinmal genau die fehler die man machen kann. ich drückte einen lichtschalter im hausflur, denn plötzlich stand ich im dunkeln, danach klingelte ich bei den nachbarn auf der etage. niemand reagierte, obwohl ich das unter einsatz meines lebens tat, denn jede benutzung eines elektrischen gerätes birgt die gefahr eines funkens. lange rede, kurzer sinn, ich war völlig überfordert und rief einfach mal die feuerwehr an. nach einem kurzen kennenlernen wollte der feuerwehrmann dann ganz genau wissen was, wo nach gas riecht. ich schilderte die situation so ergreifen, daß er sich entschloss einen wagen zu schicken. in gedanken spielte ich das explosionsszenario durch, welches mir von allen möglichen das spontan das liebste war, auch wenn das heldenszenario mit bundesverdienstkreuz und gedöhns auch seinen reiz hat. es kam weder so, noch so, es kamen erstmal die bullen. eine ganze wanne voller grüner gesetzeshüter fuhr nur etwas 3 minuten (!) später vor meinem haus auf. manchmal hat es einen vorteil wenn man in einem sozialen brennpunkt lebt, wo um die ecke in der hasenheide drogenfahnder erschossen werden. armes schwein der cop.
zurück zu meinem realszenario. die cops, bauten sich vor mir auf und wollten alles noch einmal genau wissen und sich dann auch selbst vom gasgeruch überzeugen. im weg stand ich ihnen dabei nicht, achtete ich doch immer darauf hinter einer stabilen wand schutz zu finden, um möglichst die explosion die polizisten und nachbarn töten würde, zu überleben.
kurz nachdem die cops sich, mit hilfe ihrer nasen, vom tatbestand des gasgeruches überzeugt hatten, erschienen die herren von der feuerwehr. ohne jede hektik und in beneidenswerter gelassenheit. einer der feuerwehrmänner forderte mich auf ihm zu zeigen wo ich das gas gerochen hatte und ich tat wie mir befohlen, obwohl ich das nicht so prickelnd fand. denn es hätte mich zu einem opfer in meinem explosionsszenario machen können. im hausflur angelangt holte er ein kleines gerät hervor und stellte damit fest, was ich schon mit meiner Nase herausgefunden hatte, gas! ich wurde wieder vor das haus geschickt und dürfte zusammen m it den cops warten. die weitere entwicklung verfolgten wir dann über die gespräche auf den funkgeräten. es stellt sich heraus, daß ein nachbar im suff versucht hatte mit hilfe eines campingkochers zu kochen, denn ihm war der strom abgestellt worden. dabei war ihm wohl die kartusche kaputt gegangen. teurer spass für den suffkopp, denn der darf jetzt die feuerwehr und polizei bezahlen.

Donnerstag, März 16, 2006

Circumsision isn't ment to kill,

Nachdem ich heute um 7.45 aufgestanden bin, habe ich mich geduscht und rasiert. am computer habe ich dann, kurz vor'm losgehen, ein kleines testament geschrieben. Um 8.30 war ich auf dem weg zum urbankrankenhaus. meinen termin um 9.30 wollte ich unbedingt einhalten.
Ich erreichte das krankenhaus um etwas 9.15. der mann am telefon hatte zu mir gesagt, ich solle mich links vom eingang bei der zentralen aufnahme anmelden. es war eine dieser kleinigkeiten die mir deutlich machten, daß das ein sehr anstrengender tag werden würde. und das jenseits des unterfangens das ich mir selbst aufgebürdet hatte.
eine zentrale aufnahme gab es nämlich gar nicht, zumindest war sie nicht unter diesem namen ausgeschildert. dieser umstand zwang mich nun den pförtner anzusprechen, der schon beim ersten blickkontakt durch mimik und gestik wunderbar deutlich machte, das er a. keinen bock auf seinen job hat, b. keinen bock auf mich hat und c. das ihn sowieso alle mal kreuzweise können.
nach einer freundlichen begrüssung meinerseits erklärte mir der gefangene im glaskasten das ich zur administrativen aufnahme müsse und die sei gleich links den gang runter hinter dem blumenladen.
der weg war kurz und nicht ganz 10 minuten später und der ziehung der wartenummer 16, fand ich mich bei einer sehr sympathischen und attraktiven jungen frau wieder, die mich allerhand formulare unterschreiben ließ. dabei ging es um verfahrensweisen mit meinem körper im falle meines todes und ob eine inkassofirma meine behandlungsdaten erfahren dürfe, im undenkbaren falle das ich die rechnung schuldig bleiben würde. danach schickte sie mich grinsend und viel glück wünschend los. ich nehme an ihr grinsen war nicht wenig davon beeinflusst das sie auf meinem überweisungschein gelesen hatte was mich erwarete.
Mit einer kleinen Mappe verliess ich also den administrativen teil des urbankrankenhauses und begab mich auf die suche nach meiner station. glücklicherweise ist das alles idiotensicher gekennzeichnet. es erinnerte mich ein wenig an halflife 1, wo die markierung in der wissenschaftlichen einrichtung, am anfang des spieles, nicht unähnlich waren. meine station war im ug, untergeschoss.
Wie sich das auf meinen mentalen zustand auswirkte? nicht gut, ich war sowieso nervös, wer ist das nicht vor einer op. dann auch noch in den keller zu müssen, ja keller, den ug ist ja nur ein schönes wort für keller, das war hart. ich habe ja einen leichten hang zur paranoia und malte mir sofort aus, das ich nie wieder tageslicht sehen würde und hier unten als versuchsobjekt gehalten werden würde, wo niemand meine schreie hörte. trotz guter wegweiser hatte ich mich nach drei biegungen hoffnungslos verlaufen, ich hätte den ausgang nicht auf anhieb wiedergefunden. Doch dann war ich am ziel, eine unscheinbare tür mit dem namen 'endoskopische urologie'.
Ich erwartete einen kleinen behandlunsgraum mit vorzimmer, deswegen klopfte ich, was ich fand war eine riesige arztpraxis, jede menge ärzte und pfleger und noch mehr patienten. nach einem kurzen gespräch mit dem wachhabenden krankenpfleger wurde mir ein bogen ausgehändigt, den ich zu lesen hatte. dieses merkblatt klärte mich in wort und bild darüber auf was auf mich zukommen würde. ich hatte, natürlich, wieder angaben zu machen ob ich überhaupt ein mensch sei und wenn ja, warum.
es ging dann auch flott los, eine ärztin (!) erklärte mir alles ausführlich und überzeugte sich von der notwendigkeit des eingriffes, eigenhändig. da musste ich schon sehr tapfer sein, bin ja schliesslich doch ein wenig verklemmt.
was folgte waren zwei kapitel in c.g. jungs 'synchronizität, akausalität und okkultismus'. ich musste warte, geschlagene zweieinhalb stunden und jedes mal wenn ein pfleger vorbei ging teilte er grinsend mit, daß es gleich weiterginge. die hatten auf jeden fall ihren spass. es war mir ein trost zu wissen, das die jungs da länger hocken müssen als ich.
dann war es endlich soweit, ich wurde aufgerufen und in einen umkleideraum geführt, dort sollte ich mich komplett nackig machen und in einen kittel schlüpfen der hinten offen ist. und ich dachte wirklich so etwas gibt es nur bei ER. nach dem entfernen meiner piercings, nase und ohr, nicht was ihr vllt denkt, wurde ich in den op eskortiert, dort nahm ich platz auf einer liege und wurde vorbereitet. ein krankenpfleger war so freundlich mir meine bikinizone zu rasieren und ich war so freundlich den mann in der aufnahme nicht zu lynchen, da der mich nicht darüber aufgeklärt hatte das so etwas stattfinden würde. auch nicht als ich ihn am vortag anrief und fragte ob ich auf irgendetwas achten solle. naja der hatte mich ja auch zur zentralen aufnahme geschickt.
dann ging der spass los, lokale betäubung ist eine feine sache, ich schwöre darauf, man(n) darf nur nicht vergessen das man die ersten vier spritzen noch spürt. und eben jene vier spritzen gingen direkt in mein bestes stück, was für eine freude. im nachhinein frage ich mich schon wie die es geschafft haben da vier spritzen rein zu setzen, aber egal, es kommt ja nicht auf die grösse an.
zugegebenerweise war die op selbst das langweiligste, genannte ärztin und ein krankenpfleger gingen fachmännisch vor, schnitten und nähten. auch eine geiwsse routine liessen sie dabei nicht vermissen, unterhielten sie sich doch angeregt über wochenendplanung und fernsehprogramm. hin und wieder ging die op-tür auf und jemand im grün oder weiss sah kurz zu. es hätte mich auch nicht gewundert wenn die wartenden patienten aus gründen der kurzweil durch den op getrieben worden wären. daran hatte ich mich aber bald gewöhnt. besonders erwähnen möchte ich die vier letzten stiche, als sie alles wieder zunähten. denn da hatte die betäubung langsam wieder nachgelasssen und ich konnte diese stiche geniessen, die ärztin meinte trocken dazu, das sie mich ja auch stechen müsste wenn sie mich nun wieder betäuben würde, ich solle die zähne zusammenbeissen. eine äusserung die nur von einer frau kommen kann, ich bin der festen überzeugung, das ein arzt mich einfach wieder betäubt hätte.
gegen 15.00 kam ich dort endlich wieder raus. mein gang war dem von john wayne nicht unähnlich.